Zwei Unternehmen, eine Vision

Feucht und Sportler eröffnen Fashion-, Sport- und Lifestyle-Haus

Visualisierung: Schlossmarketing
Mode statt Möbel: So soll das neue Mode-, Sport- und Lifestyle-Haus im Innsbrucker Gewerbegebiet aussehen.
Mode statt Möbel: So soll das neue Mode-, Sport- und Lifestyle-Haus im Innsbrucker Gewerbegebiet aussehen.

Im Frühjahr 2021 eröffnet in Innsbruck ein neues Haus, das Sport und Mode unter einem Dach vereint. Das Projekt ist gleichzeitig Beispiel für die Kooperation zweier Familienunternehmen.

Seit mehr als zwei Jahren steht das markante Leiner-Gebäude in Innsbruck nahezu leer. Das Tiroler Familienunternehmen Mode von Feucht hat die Immobilie von der Signa-Holding zu einem nicht genannten Kaufpreis übernommen, Medienberichten zufolge für etwa 12 Mio. Euro. Seither hat das Handelsunternehmen in Zusammenarbeit mit der Stadt ein Nutzungskonzept erarbeitet: Gemeinsam mit der Südtiroler Unternehmerfamilie Oberrauch soll nun im Frühjahr 2021 ein Fashion-, Sport- und Lifestyle-Haus mit drei Etagen eröffnet werden.

Wie beide Unternehmen erklären, wolle man den Tiroler Markt nicht den internationalen Ketten überlassen. Erst vor Kurzem hat etwa der französische Sportartikelkonzern Decathlon die Expansion in Österreich angekündigt. Nachdem die Leiner-Filiale 2018 geschlossen wurde, gab es unter anderem Gerüchte über ein Interesse der Franzosen an dem Standort.



Mode von Feucht ist bisher mit 21 Geschäften in Tirol vertreten. Sportler, das Filial-Konzept der Oberrauch-Gruppe, betreibt 25 Läden in Italien und Österreich, unter anderem den 2.000 m² großen Alpine Flagship-Store in der Innsbrucker Innenstadt.

Das neue Haus im Innsbrucker Gewerbegebiet wird eine Gesamtfläche von etwa 11.000 m² haben, davon sollen neben der Mode von Feucht-Filiale rund 4.000 m² auf Sportler entfallen. Doch Mode von Feucht und Sportler sind nicht die einzigen Unternehmen, die an diesem Standort investieren: Erst im Herbst eröffnete ebenfalls im Gewerbegebiet Intersport Okay seine dritte, 5.500m² große Filiale in Innsbruck und insgesamt 13. Filiale in Tirol. Intersport Okay hat dort die ehemalige Intersport Eybl- und spätere Sports Direct-Fläche übernommen. Anders als der Vollsortimenter Intersport Okay will man sich bei Sportler auf vier Sport-Erlebniswelten am und rund um den Berg konzentrieren, also Bike, Ski, Berg sowie Trailrunning/Running.

Zwei Familien bald unter einem Dach: Leopold, Leopold sen., Christoph und Wolfgang Feucht mit Elisabeth und Jakob Oberrauch
Martin Vandory
Zwei Familien bald unter einem Dach: Leopold, Leopold sen., Christoph und Wolfgang Feucht mit Elisabeth und Jakob Oberrauch

Bei Mode von Feucht soll die ganze Familie angesprochen werden. „Neben dem Wohlfühlfaktor haben wir uns gefragt, was den Menschen wichtig ist und versucht, dies bestmöglich zu berücksichtigen“, erklären die Brüder und Geschäftsführer Leopold, Wolfgang und Christoph Feucht. So sind etwa eine Schauschneiderei geplant, aber auch geräumige Familienumkleiden, in denen auch ein Kinderwagen Platz haben soll.

Highlight soll ein spezieller Bereich sein, den Kunden für eine größere Gruppe reservieren können. „Dort dürfen sich Kunden wie zu Hause fühlen und in Ruhe probieren. Sie werden von einem persönlichen Modeberater beraten und neben der Wunschmusik wird auch für das leibliche Wohl gesorgt“, so Leopold Feucht. Ein vielfältiges gastronomisches Angebot mit Bar, Café und Restaurant soll zum Wohlfühlcharakter beitragen. Realisiert werden soll auch ein großer Kinderspielbereich mit Rutsche vom zweiten in den ersten Stock. „Das Wohlfühlkonzept soll dazu beitragen, dass die Aufenthaltsdauer deutlich länger als in gewöhnlichen Geschäften ist“, ergänzt Christoph Feucht.

Die Innenarchitektur soll den regionalen Bezug modern interpretieren. Das Innenleben des Gebäudes wird komplett erneuert und die Aufgangsrampe durch Rolltreppen ersetzt. Im Zentrum soll ein großzügiges Atrium entstehen, das natürlich bewachsen sein wird. „Das wird die grüne Lunge des Hauses, mit der wir die grüne Gebäudehülle konsequent nach innen ziehen“, so Leopold, Wolfgang und Christoph Feucht. Dieser zentrale Bereich soll durch Pop-up-Stores und Veranstaltungen laufend bespielt werden. „Wir denken, dass hier vor allem auch Tiroler Start-up-Unternehmen eine Bühne erhalten sollten“, so die Geschäftsführer.

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