Abschied

Emanuel Ungaro ist gestorben

Guy Marineaux/Imago
Emanuel Ungaro
Emanuel Ungaro

Am vergangenen Samstag ist Emanuel Ungaro im Alter von 86 Jahren verstorben. Der in Aix-en-Provence geborene Sohn eines Schneiders italienischer Abstammung lernte zunächst in der Werkstatt seines Vaters, war in den 50er Jahren Assistent von Cristobal Balenciaga, später von André Courrèges. Das eigene, 1965 gegründete Haute Couture-Haus in Paris, das auch Prêt-a-Porter auf den Markt brachte, leitete Emanuel Ungaro bis 2004, als er sich endgültig aus der Modewelt zurückzog. Ungaro war in den 70er und frühen 80er Jahren äußerst erfolgreich, besaß weit über 100 Boutiquen weltweit und viele Lizenzen - bis Purismus und Minimalismus das Modebild prägten. 

1996 hat Emanuel Ungaro die Mehrheitsanteile des Unternehmens an die Ferragamo-Gruppe verkauft, da war die Hoch-Zeit seines ausdrucksstarken, femininen Stils vorbei. Seitdem hat die Marke ein wechselhaftes Schicksal erlebt, ging später in den Besitz der Aimz-Holding über, wurde 2013 bis 2016 als Lizenzmarke von der italienischen Aeffe-Gruppe entwickelt und vertrieben und schließlich übernahm danach der italienische Hersteller Modalis Group die Produktion. Entsprechend häufig wechselten die Designer, darunter Peter Dundas und Fausto Puglisi. Heute wird die Kollektion inhouse von einem Team entwickelt. 

Emanuel Ungaro gilt gemeinhin als "Erfinder des Mustermix", weil er als einer der ersten Kreativen grafische und florale Dessins miteinander kombiniert hat. Seine Farbigkeit war intensiv, sein Stil elegant mit vielen Drapierungen. "Ungaro erinnert mich an meine Jugend", sagt die US-Designerin Diane von Furstenberg, "happy, sexy Druckkleider." Auch Alber Elbaz, langjähriger Lanvin-Kreativchef, sagt: "Ich kannte, bewunderte und liebte ihn."
stats