Aus nach zehn Monaten

Esprit ohne CEO Mark Daley

Imago Images/AFLO
Esprit wird interimistisch von COO William Eui Won Pak geführt. Ob die Suche nach einem Nachfolger für Daey läuft, ist nicht bekannt.
Esprit wird interimistisch von COO William Eui Won Pak geführt. Ob die Suche nach einem Nachfolger für Daey läuft, ist nicht bekannt.

Mark Daley, CEO, President und Executive Director von Esprit, hat den Modekonzern zum 26. Oktober verlassen. Das teilte der Verwaltungsrat des an der Hongkonger Börse gelisteten Unternehmens mit. Interims-Chef wird William Eui Won Pak, der Eheman von Esprit Chairwoman Christin Su Yi Chiu.

Als Grund für Daleys Rückzug wird eine "persönliche Familienangelegenheit" genannt. Daley betonte, dass es keine Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorstand von Esprit und auch keine Details im Zusammenhang mit seinem Rücktritt gebe, über die die Aktionäre informiert werden müssten. So heißt es zumindest in der Mitteilung. Damit soll offenkundig Spekulationen über die Hintergründe des überraschenden Rückzugs von der Spitze Einhalt geboten werden.

Daley war an Weihnachten 2020 zum CEO von Esprit ernannt worden. Er folgte in dieser Position auf Anders Kristiansen. Zuvor war er Chef der US-Designermarke Billy Reid. Der neue Interims-Chef Pak war erst Ende September dieses Jahres zum Chief Operating Officer von Esprit ernannt worden. Er ist gleichzeitig Executive Director des Modeunternehmens.

Das Führungsteam besteht nun aus drei Personen: Christin Su Yi Chiu (Chairwomen), Yung Ting Wan und Pak als CEO und COO. Europa-Chef von Esprit ist seit diesem Frühjahr Leif Erichson, der aber im Führungsteam des Unternehmens nicht aufgeführt ist. Ob ein neuer CEO gesucht wird, ließ das Unternehmen offen. Der Verwaltungsrat von Esprit dankt Daley in der Mitteilung für "seinen Beitrag zum Unternehmen während seiner Amtszeit".

Pak hat, wie berichtet, in den USA Jura studiert und dort auch promoviert. Er hat eine Anwaltszulassung der New York State Bar. Er habe über zehn Jahre bei führenden Unternehmen der Finanzdienstleistungs- und Fondsverwaltungsbranche gearbeitet. Darüber hinaus verfüge er über "umfangreiche Kenntnisse" in Technologie, alternativen Energien, Bergbau und Immobilien.

Esprit hatte nach ungeprüften Zahlen in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erstmals wieder einen Gewinn von umgerechnet 12 Mio. Euro verbuchen können. Der Gesamtumsatz ging allerdings um 5,8% auf 3,8 Mrd. Hongkong-Dollar (421 Mio. Euro) zurück. Europa, der größte Markt für Esprit, steuerte zu diesen Erlösen 1,8 Mrd. Dollar bei, das ist ein Minus von 15,4%.
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