Chef der Holzmindener Unternehmensgruppe

Ralf Schwager ist tot

Kaufhaus Schwager
Ralf Schwager ist überraschend im Alter von 80 Jahren gestorben.
Ralf Schwager ist überraschend im Alter von 80 Jahren gestorben.

Ralf Schwager, der geschäftsführende Gesellschafter der gleichnamigen Unternehmensgruppe in Holzminden, ist überraschend im Alter von 80 Jahren gestorben. Bis zuletzt hatte Schwager die Entwicklung seines Unternehmens vorangetrieben.

In einem bewegenden Post nahmen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Abschied von Ralf Schwager. "Wir alle, das gesamte Schwager-Team, sind tief betroffen und unendlich traurig. Uns fehlen die Worte, denn wir haben einen außergewöhnlichen, liebenswerten und unersetzlichen Menschen verloren. Seine herzliche, offene Art, seine Begeisterungsfähigkeit und sein Optimismus werden uns sehr fehlen. Nicht nur als großartigen Chef mit stets offenem Ohr für die Anliegen seiner Mitarbeiter, sondern vor allem als gütigen, warmherzigen Menschen werden wir ihn sehr vermissen. So wie Herr Schwager seinen Blick immer fest nach vorn gerichtet und allen Stürmen getrotzt hat, so werden auch wir mit ganzem Herzen und vollem Einsatz seine Ziele weiterverfolgen. Sein Erbe treibt uns an, und wenn er uns von oben zuschaut, möge er immer mit Stolz und Freude sehen, wie wir seine Werte weiterleben und sein Lebenswerk weiterführen", heißt es in dem Post, das auf den Accounts des Modehauses Schwager und Intersport Schwager am Freitag veröffentlicht wurde.

Ralf Schwager war bis zuletzt als geschäftsführender Geschäftsführer aktiv im Unternehmen - in einem Alter, in dem manch anderer sich längst in den Ruhestand verabschiedet. "Es gibt immer Optimierungsbedarf und neue Ideen und Projekte, die auf Umsetzung warten", sagte er 2021 in einem Interview zu seinem 80. Geburtstag dem Westfalen-Blatt. 

Schwager startete im Alsterhaus in Hamburg, wo er seine kaufmännische Ausbildung absolvierte. Später wechselte er zu Hertie und arbeitete als Einkäufer jahrelang in Fernost. 1974 trat er ins elterliche Unternehmen ein.

Gemeinsam mit seinem Vater baute er in den 70er Jahren das Holzmindener Kaufhaus Schwager auf, inzwischen betreibt das Unternehmen neun Standorte.

Schwager glaubte fest an den stationären Einzelhandel und fest an die Innenstadt: "Menschen gehen nach wie vor gern in Läden, stöbern, fassen Ware an und treffen dabei im besten Fall Bekannte und plaudern. Die Läden dürfen jedoch nicht langweilig sein", sagte er 2019 im Gespräch mit der TW.

Um die Langeweile in den eigenen Läden zu verhindern, investierte Schwager zuletzt etwa in eine neue Gastronomie. Im Holzmindener Haus eröffnete er 2019 den "Schwager Marktplatz".
Ein Ort „wie auf dem Wochenmarkt. Den hat man schon in früheren Zeiten nicht nur zum Einkaufen besucht, sondern auch, um Bekannte zu treffen und zu plaudern. Und etwas essen kann man dort auch", beschrieb Schwager das Konzept in der TW. 

Der Mut, Neues zu wagen, Opportunitäten zu erkennen und zu nutzen, zeichneten den Unternehmer aus. 2015 wagte er sich auf neues Terrain und entwickelte die ehemalige Jugendherberge in Holzminden zu einem Hotel. 

Auch privat war Schwager bis ins hohe Alter aktiv. Seinen letzten Marathonlauf absolvierte er 2008 in New York in unter vier Stunden. Und auch mit über 70 lief er Distanzen von fünf und zehn Kilometern. Ralf Schwager starb kurz vor Himmelfahrt im Alter von 80 Jahren.

Zum Familienunternehmen gehören neun Kauf-, Mode- und Sporthäuser im Weserbergland, am Rande des Harzes und in Thüringen: Kaufhaus Schwager in Holzminden und Eisenach (je 4000m²), Intersport Schwager in Holzminden (700m²) und Eisenach (800m²), Minis in Holzminden (120m²), Modehaus Schwager in Steinheim (1600m²), Seesen (1700m²), Bad Langensalza (800m²) und Bad Pyrmont (1300m²). Die Geschäftsräume befinden sich mit Ausnahme von Minis in eigenen Immobilien. Seit Februar diesen Jahres ist der langjährige Prokurist Matthias Kumlehn Geschäftsführer der Schwager Unternehmensgruppe.
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