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Führungswechsel

C&A: CEO Caparros tritt zurück

C&A
Stand knapp zwei Jahre an der Europa-Spitze von C&A: Alain Caparros.
Stand knapp zwei Jahre an der Europa-Spitze von C&A: Alain Caparros.

Paukenschlag bei C&A: Europa-Chef Alain Caparros tritt zurück – aus gesundheitlichen Gründen. Nachfolger an der Europa-Spitze des Bekleidungsfilialisten wird Edward Brenninkmeijer. Das Mitglied der C&A-Inhaberfamilie ist seit 2014 CEO von C&A Brasilien, Mexiko und China und wird die Verantwortung für das Europageschäft zusätzlich übernehmen, teilt das Unternehmen mit.


Caparros wird mit den Worten zitiert: „Ich habe das Unternehmen mit Leidenschaft und Engagement geführt. Leider sehe ich mich aufgrund meines Herzinfarkts im vergangenen Jahr nicht mehr in der Lage, meine Position mit dem erforderlichen Einsatz auszuführen.“ Er bedauere sehr, zu diesem Schritt gezwungen zu sein, aber er wolle sicherstellen, dass „die positive Entwicklung des Unternehmens weiter vorangetrieben wird“ und er sich auf seine Genesung konzentrieren könne.

Caparros steht seit August 2017 an der Spitze von C&A Europa. Die Personalie hatte damals für Überraschung gesorgt. Zum ersten Mal wurde ein so hoher Posten bei dem Konzern einem familienfremden Manager übertragen. Dazu kam, dass Caparros – er war zuvor seit 2006 Chef der Lebensmittelhandels-Kette Rewe – zwar ein ausgewiesener Handelsexperte mit Jahrzehnte langer Erfahrung, aber kein ausgewiesener Textilexperte war.



Bei seinem Amtsantritt steckte C&A Europa mitten in der Neuorientierung. Unter seinem Vorgänger Philippe Brenninkmeijer waren u.a. Einkauf und Kollektionserstellung auf neue Füße gestellt worden. Ziel war es, die Prozesse schneller zu machen und das Geschäft stärker auf Omnichannel auszurichten. Caparros sagte damals, er stehe vor „einer besonderen Herausforderung“ und wisse, welche Veränderungen nötig seien, um „erfolgreich zu sein“.

Im März vor einem Jahr sagte der streitbare Manager im TW-Gespräch, C&A wachse wieder und verdiene Geld. „Wir haben in Europa like for like den Umsatz um 4% gesteigert.“ Es seien in jedem Land Marktanteile hinzugewonnen worden. Danach legte C&A 2017 europaweit um 0,1 Prozentpunkte auf einen Marktanteil von 7,3% zu, in Deutschland sei es ein Plus um 0,2 Prozentpunkte auf 7,9% gewesen. Diese Marktanteilszahlen würden sich auf die Segmente Oberbekleidung, Wäsche und Strümpfe in den europäischen C&A-Kernmärkten wie Deutschland, Holland, Belgien und Schweiz beziehen.

Um Online weiter zu wachsen, startete ein zusätzlicher europäischer E-Shop, über den weitere Online-Shops in elf Märkten freigeschaltet wurden. Erstmals in seiner Geschichte startet C&A zudem online in Dänemark, Finnland, Griechenland und Schweden, wo es keine stationären C&A-Läden gibt. Damit ist C&A in 22 europäischen Ländern vertreten.

Martijn Brennikmeijer, Vorsitzender der C&A AG und der Cofra Holding - unter ihr werden die weltweiten Handelsaktivitäten der Familie gehalten -, sagte: „Alain Caparros hat C&A in die richtige Richtung gelenkt und das in einer Zeit mit vielen Herausforderungen im Einzelhandelssektor“. Über den neuen Europa-Chef Edward Brenninkmeijer ist wenig bekannt. Die Verantwortung für Europa hatte er allerdings schon einmal für kurze Zeit als Interimsmanger inne, nachdem Mitte Mai 2017 Philippe Brenninkmeijer von der Europa-Spitze zurücktrat. Im August des gleichen Jahres kam Caparros.

Edward Brenninkmeijer werde von einem erfahrenen Führungsteam unterstützt, teilt das Unternehmen mit. Dazu gehören u.a. Mohamed Bouyaala, Deutschland-Chef und Europa-COO, sowie der andere Europa COO Tjeerd van der Zee, der zugleich CFO ist.

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