Klaus Kottmeier, Aufsichtsratsvorsitzender der dfv Mediengruppe, unter deren Dach auch die TextilWirtschaft erscheint, feiert am 16. September seinen 85. Geburtstag. Unter Kottmeiers Ägide hat sich das in Frankfurt ansässige Unternehmen – nach wie vor im alleinigen Besitz der Gründerfamilie Lorch – zu einem der größten konzernunabhängigen Fachmedienhäuser Deutschlands und Europas mit zuletzt fast 145 Mio. Euro Jahresumsatz entwickelt. Kein anderer Verlag ist in der Liste der werbeumsatzstärksten Fachzeitschriften Deutschlands mit mehr Titeln vertreten.

„Guter Journalismus“ und „unabhängige fachliche Informationen“ sind für Kottmeier das Erfolgsrezept. Eine Medienkrise wie bei den Publikumstiteln sieht er nicht. „Die Welt ist unübersichtlicher geworden, die Zukunft des eigenen beruflichen Umfelds unsicherer. Die sachkundige Beschreibung von Zusammenhängen, Einordnung und Kommentare sind wichtiger denn je. Die Gründe, unsere Zeitungen und Zeitschriften zu lesen, unsere digitalen Inhalte zu nutzen und zu unseren Kongressen zu gehen, sind für unsere Zielgruppen existenziell.“

Kottmeiers Karriere im Verlag begann 1969 als Verlagsleiter der Lebensmittel Zeitung. 1976 wurde er zum Geschäftsführer der Verlagsgruppe berufen und war bis 2003 deren Sprecher. Seitdem ist er Vorsitzender des damals neugeschaffenen Aufsichtsrats.

Kottmeier steht für Meilensteine der Verlagsgeschichte: Mit dem Erwerb des Sponholz-Verlags 1978 und des Alfred-Strothe-Verlags 1983 mit ihren gastronomischen, fleisch- und agrarwirtschaftlichen Titeln stieß die Gruppe ebenso in neue Märkte vor wie 1986 mit der Übernahme der Fachzeitung für Marketing, Werbung und Medien „Horizont“. Seit 1990 verlegt der dfv mit „fashion“ die wichtigste Modefachzeitschrift Italiens.

Kottmeier hat die Möglichkeiten der Internettechnologien schon Anfang der 90er Jahre bei einer USA-Reise erkannt. 1996 startet mit Horizont.net eines der ersten regelmäßigen Online-Angebote auf dem deutschen B2B-Medienmarkt. Heute tragen digitale News- und Rechercheangebote 13% zum Umsatz des Verlages bei. Als Kopf des Aufsichtsrates trieb Kottmeier die Mehrheitsbeteiligung an der IZ Immobilien Zeitung sowie die in Stufen erfolgte Übernahme des Stuttgarter Matthaes Verlags (u.a. AHGZ) voran. Auch für die Übernahme der Maleki Communications Group in Frankfurt – heute dfv Euro Finance Group – und der FVW Mediengruppe in Hamburg machte Kottmeier sich stark.

2009 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Nicht nur das eigene Unternehmen, auch die Fachmedien insgesamt sowie die Aus- und Fortbildung junger Menschen lagen Kottmeier stets am Herzen. Viele Jahre gehörte er dem Vorstand des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger  an und zeichnete dort als Vorsitzender des Vorstands für die Fachgruppe Fachzeitschriften verantwortlich. Von 1992 bis 2000 war er Sprecher der Deutschen Fachpresse, der Interessenvertretung deutscher Fachverlage, an deren Gründung er maßgeblich beteiligt war.

Drei gemeinnützige Branchenstiftungen zur Förderung junger Talente wurden auf Kottmeiers Initiative hin ins Leben gerufen. Die Wilhelm-Lorch-Stiftung, die Stiftung Goldener Zuckerhut und die Horizont-Stiftung verfügen mittlerweile über ein Stiftungsvolumen von rund 5,25 Mio. Euro.

Geboren wurde Kottmeier 1933 in Surabaya auf Java. Nach seinem Jurastudium in Basel, Heidelberg, Berlin und Hamburg arbeitete er sieben Jahre als Prokurist beim Weser-Kurier in Bremen, bevor er zum dfv wechselte.