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Neuer Kreativdirektor bei Burberry

Bringt Tisci Kanye an das Karo?

Givenchy
Riccardo Tisci wird Nachfolger von Christopher Bailey als Kreativchef bei Burberry
Riccardo Tisci wird Nachfolger von Christopher Bailey als Kreativchef bei Burberry

Ätsch, bätsch oder Surprise, Surprise – das maq sich Burberry-CEO Marco Gobbetti gedacht haben, als er Riccardo Tisci zum neuen Kreativchef der britischen Traditionsmarke ernannt hat. Während alle spekulierten, dass Ex-Céline Phoebe Philo mit ihrer minimalistischen Handschrift auf Bailey folgt, gilt Tiscis Berufung doch als ziemliche Überraschung. Lediglich absolute Insider wie Anita Barr, bis vor Kurzem Chefeinkäuferin des Londoner Department Stores Harvey Nichols, haben den Braten gerochen: „Ich setze auf Riccardo Tisci als Nachfolger von Christopher Bailey bei Burberry“, sagte sie bereits im November bei einem Gespräch mit der TW.



Gobbetti scheint zu wissen, was er tut. Schließlich ist er ein langjähriger Weggefährte von Tisci. Als CEO von Givenchy hat er zwölf Jahre mit dem gebürtigen Italiener zusammengearbeitet. Er muss die Vorzüge und Qualitäten des gebürtigen Italieners also gut kennen. Anscheinend sieht er in ihm großes Potenzial. Und es könnte bei genauerer Betrachtung ein grandioser Schachzug sein.

Sicher, der Stil, den Tisci für Givenchy etabliert hat, ist weit entfernt von der breiten, um nicht zu sagen massentauglichen Handschrift eines Giganten wie Burberry. 

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Tiscis Look steht für mehr Sexappeal, Rockattitüde und Verruchtheit, als man es von den Briten kennt. Aber er steht gleichzeitig für exzellentes Handwerk und absoluten Luxusanspruch. Schließlich sind nicht nur Top-Einkäufer und Branchengrößen wie Donatella Versace, für deren Haus er über Saisons hinweg ja ebenfalls als Kreativchef im Gespräch war, absolute Fans des 43-Jährigen. Auf den ersten Blick bedeutet seine Ernennung also möglicherweise ein Risiko. Er hat mehr Ecken und Kanten als der stets freundliche, verbindliche Christopher Bailey. Er bringt mehr Underground- und Coolness-Faktor mit, die nicht sofort mit der Handschrift von Burberry kongruent scheint. 

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Doch überraschende Besetzungen können zu maximalem Erfolg führen. Prominentestes Beispiel dafür ist nicht zuletzt Alessandro Michele für Gucci. Welche Verjüngung, welchen Hype, welchen Umsatzsprung er für Gucci ausgelöst hat, ist beispiellos.  

Tisci könnte Ähnliches, wenn vielleicht auch nicht gleich Großes für Burberry gelingen. Er bringt Verbindungen zur Popkultur und Musikszene mit. Kim Kardashian hat in einem von ihm kreierten Hochzeitskleid geheiratet. Mit ihr und ihrem Gatten Kanye West ist er sowieso auf Du und Du. Madonna hat er ebenfalls schon ausgestattet. Er hat eine Affinität zu digitalen Medien. Er könnte also wie ein Jungbrunnen und Energiekick für das britische Modehaus wirken. Die Millennials für Burberry gewinnen und das Online-Marketing mit entsprechenden viralen Hypes weiter vorantreiben. Die Ausbildung, den Background, entsprechende Auszeichnungen und schließlich auch das Vertrauen des CEO, der ihn ja lange kennt, bringt er mit. Vielleicht trägt Kanye ja demnächst Burberry zum Yeezy – dann läuft das schon mal. 

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