Im Blickpunkt: Christian Wegner

Der Secondhand-Spezialist

Reverse Retail
Secondhand-Profil: Christian Wegner hat die Re-commerce-Unternehmen Momox und Wisemarkt gegründet. In den vergangenen Monaten ist er bei der Secondhand-Plattform Mädchenflohmarkt und ganz aktuell bei dem Multichannel-Gebrauchtmode-Händler Reverse Retail eingestiegen.
Secondhand-Profil: Christian Wegner hat die Re-commerce-Unternehmen Momox und Wisemarkt gegründet. In den vergangenen Monaten ist er bei der Secondhand-Plattform Mädchenflohmarkt und ganz aktuell bei dem Multichannel-Gebrauchtmode-Händler Reverse Retail eingestiegen.

Der Momox-Gründer Christian Wegner steigt bei einem weiteren Re-Commerce-Anbieter ein – und verfolgt dabei eine große Vision.

"Ich habe nicht viel gelernt im Leben. Aber wenn ich etwas kann, dann mit überschaubaren Mitteln etwas Erfolgreiches im Re-Commerce aufzubauen", sagt Christian Wegner. Und hat damit nicht ganz unrecht. Schließlich ist der gebürtige Brandenburger seit etwa 18 Jahren im Online-Handel mit gebrauchten Produkten tätig.

Nachdem er eine Zeit lang Flohmarktbücher auf Ebay verkauft hatte, gründete der ausgebildete Groß- und Einzelhandelskaufmann 2004 die Re-Commerce-Plattform Momox, die er 15 Jahre später mit dem Verkauf seiner letzten Anteile verließ. Ein Jahr danach war er an der Gründung des Secondhand-Anbieters Wisemarkt beteiligt.

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"Ich will mich nicht aufdrängen"

Oops, he did it again! Nur vier Monate nach seinem Einstieg bei der Re-Commerce-Plattform Mädchenflohmarkt hat der Momox-Gründer Christian Wegner in den Multichannel-Secondhand-Händler Reverse Retail investiert. Im Interview mit der TextilWirtschaft erklärt der 42-Jährige, was er mit seinem kleinen Re-Commerce-Reich vorhat, wie er den Ausstieg bei Momox im Nachhinein bewertet und welche große Vision er mit seinem Gebrauchtwaren-Engagement verfolgt.

Es folgten millionenschwere Investments in die Gebrauchtmode-Plattform Mädchenflohmarkt im September vergangenen Jahres und – ganz aktuell – in den Secondhand-Anbieter Reverse Retail. Letzterer kauft und verkauft gebrauchte Modeteile mithilfe stationärer Modehändler und betreibt den Secondhand-Online-Shop Vite En Vogue.

Was soll das werden? Ein Secondhand-Imperium mit Christian Wegner als Herr der Online-Flohmärkte an der Spitze? Eine Antwort bleibt der Wahl-Berliner schuldig. Er gibt aber zu, weitere Investitionen in andere Secondhand-Anbieter zu prüfen. Dabei verfolge er die Vision, dass "eines Tages mehr gebrauchte als neue Dinge verkauft werden".

Eine reine Re-Commerce-Karriere - Der Lebenslauf von Christian Wegner
  • Seit Januar 2022: Investor bei Reverse Retail
  • Seit September 2021: Investor bei Mädchenflohmarkt
  • 2020: Gründung von Wisemarkt
  • 2019: Ausstieg bei Momox und Einstieg bei CW Apps (Notizen-App Flowgress) und AS Apps (Stadtführungs-App Lialo)
  • Seit Januar 2010: Gesellschafter des Family Office F4, das in Start-ups investiert
  • Januar 2004: Gründung von Momox
  • 5. Februar 1979: Geburt in Fürstenwalde
  • Hobbys: Wandern, Tischtennis mit der Virtual Reality-Brille Oculus, Tanzen in Clubs
  • Familienstand: Christian Wegner ist verheiratet und hat zwei Kinder
Das entspräche einer Verzehnfachung des derzeitigen Marktvolumens. Ein weiter Weg also für den Hobby-Wanderer, der einmal die Woche bis zu zehn Stunden lang stramm durch die Brandenburger Landschaft marschiert.

Der aktuelle Fokus dürfte aber auf seiner Plattform Wisemarkt und seinen jüngsten Investments Mädchenflohmarkt und Reverse Retail liegen. Diese will der 42-Jährige "bestmöglich mit Know-how und Ideen unterstützen – und so deutlich zur Ergebnisverbesserung beitragen".


Dabei will sich Wegner aber nicht aufdrängen: "Ich will helfen, wo ich gebraucht werde", sagt der Online-Unternehmer und Investor im Interview mit der TextilWirtschaft. Mädchenflohmarkt hat im August vergangenen Jahres den Break-even geschafft. Reverse Retail schreibt seit 2016 rote Zahlen, ist aber eigenen Angaben zufolge zuversichtlich, 2022 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren, nachdem sich der Umsatz 2021 trotz des langen Lockdown um 20% erhöht habe und die Kosten durch die Verlagerung der Logistik und Content-Produktion deutlich gesunken seien.

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