Ranking der reichsten deutschen Fashion-Unternehmer

Zalando-Chefs sind jetzt 1,16 Mrd. Euro schwer

Klar Förster
Robert Gentz (li.) und David Schneider haben 2008 Zalando gegründet. 2010 traf die TW sie zum ersten größeren Interview (Foto). Heute sind die beiden Modemanager 1,16 Mrd. Euro schwer.
Robert Gentz (li.) und David Schneider haben 2008 Zalando gegründet. 2010 traf die TW sie zum ersten größeren Interview (Foto). Heute sind die beiden Modemanager 1,16 Mrd. Euro schwer.

Die beiden Gründer und CEOs des Online-Modehändlers Zalando sind zusammen mindestens 1,16 Mrd. Euro schwer. Das haben Recherchen der TextilWirtschaft ergeben. Damit gehören David Schneider und Robert Gentz zu den 15 reichsten deutschen Mode-Unternehmern.

Die beiden Zalando-Chefs David Schneider und Robert Gentz haben schon vieles gemeinsam gemacht. Sie haben zusammen an der Elite-Uni Otto Beisheim School of Management (WHU) studiert, wo sie im Team ihre Diplomarbeit geschrieben haben. Sie haben zusammen in Mexiko vergeblich versucht, ein Social Network nach dem Vorbild von Facebook aufzubauen. Und sie haben in der gemeinsamen Berliner Wohngemeinschaft Seite an Seite die ersten Bestellungen des Online-Händlers Zalando abgewickelt, den sie zuvor zusammen gegründet hatten - und seitdem gemeinsam führen, seit dem Weggang von Rubin Ritter im Mai dieses Jahres als alleinige CEOs.

Sollte das Digital-Duo nun aufgrund seiner Historie beschließen, seine bei Zalando verdienten Vermögen in einem Fonds oder Depot zu bündeln, würden David Schneider und Robert Gentz auf einen Schlag in den erlesenen Club der deutschen Modemilliardäre aufsteigen.


Das haben Recherchen der TextilWirtschaft ergeben. Demnach waren die Aktienpakete der 39 und 37 Jahre alten E-Fashion-Entrepreneure an diesem Mittwoch rund 1,03 Mrd. Euro wert. Die Zalando-CEOs halten zusammen 5,17% an dem Berliner Konzern, der zurzeit auf eine Marktkapitalisierung von 19,88 Mrd. Euro kommt.

Zusätzlich haben Schneider und Gentz in den vergangenen vier Jahren jeweils 66,45 Mio. Euro durch den Verkauf von Aktien erlöst, die sie zuvor im Rahmen von aktienbasierten Vergütungsprogrammen erworben hatten. Mit den Programmen werden die bescheiden Grundgehälter der Vorstände aufgebessert, die jährlich bei lediglich 65.000 Euro liegen.

Das geht aus den Geschäftsberichten der Jahre 2017 bis 2020 hervor. Nach Auskunft eines Konzernsprechers handelt es sich bei den genannten Verkaufserlösen um Nettogewinne, die die Manager durch den Verkauf von Wertpapiere erwirtschaftet haben. Das heißt: Die Summen für die Käufe der Aktien sind bereits abgezogen. Die Vorstände können die Anteile gemäß des Vergütungsprogramms deutlich unter dem Kurswert kaufen.

In der Folge sind Schneider und Gentz derzeit zusammen mindestens 1,16 Mrd. Euro schwer. Damit belegen sie Platz 15 des Rankings der 22 reichsten deutschen Mode-Unternehmer, das die TextilWirtschaft erstellt hat. Und zwar auf der Basis der Liste der 500 reichsten Deutschen, die das Manager Magazin jetzt veröffentlicht hat.

Demnach ist der Gründer und Eigentümer der Handelsgruppe Schwarz (u.a. Lidl und Kaufland), Dieter Schwarz, mit einem Vermögen von 33,5 Mrd. Euro derzeit der zweitreichste Deutsche, hinter Stefan Quandt und Susanne Klatten (BWM). Das macht den 82-Jährigen zum wohlhabendsten deutschen Modeunternehmer. Seine Schwarz-Gruppe belegt in der TextilWirtschaft-Liste der größten Bekleidungseinzelhändler Deutschlands den sechsten Platz.

Auf Platz zwei der reichsten Mode-Unternehmer schafften es die Familien Albrecht und Heister, denen der Discounter Aldi Süd gehört. Sie kommen laut Manager Magazin zusammen auf 23,5 Mrd. Euro. Es folgen die Eigner von Aldi Nord, die Familien Theo Albrecht Junior und die Familie Babette Albrecht, die 17,7 Mrd. Euro besitzen. Aldi Nord und Süd rangieren in der TW-Größtenliste auf dem 13. Platz.

Die Plätze vier und fünf des Modemacher-Rankings belegen die Familien Otto (Otto Group) und Brenninkmeijer (C&A) mit 15,7 Mrd. Euro und 12,4 Mrd. Euro. Die Top Ten werden komplettiert durch die Familien Michael und Wolfgang Herz (u.a. Tchibo), Christian und Georg Haub (Tengelmann, Kik, Global Fashion Group, Obi), die Familien Werner und Lehmann (dm-Drogeriemärkte), die Familie Heinrich Deichmann (Deichmann) und die Familie Rossmann von der gleichnamigen Drogeriekette.

Aus der Riege der reinen Modeunternehmer finden sich in der TextilWirtschaft-Rangliste neben Schneider und Gentz sowie den Brenninkmeijers unter anderem Alexander und Christian Birkenstock (Platz 12), die Familie des S. Oliver-Gründers und Eigentümers Bernd Freier (13), New Yorker-Chef Friedrich Georg Knapp (16), die Familie hinter dem Modefilialisten P&C Düsseldorf (17) sowie Joachim und Andreas Kohm vom Modeversender-Konzern Klingel.

Über eine weitreichende Mode-Vorgeschichte verfügen auch die drei Samwer-Brüder, deren Inkubator und Online-Investor Rocket Internet Start-Investor von Zalando war. Außerdem hat das Berliner Unternehmen die Global Fashion Group mitgegründet, die vier Zalando-Klone in aller Welt betreibt. Nach Berechnungen des Manager Magazins verfügen Marc, Alexander und Oliver Samwer zusammen über ein Vermögen von rund 2 Mrd. Euro. Das bedeutet Platz 12.

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