Für die neue TW-Studie "Store Manager at work" erzählen Filialleiter von ihrem Berufsalltag, ihren Herausforderungen und Wünschen. Tanja Dittrich ist Store Managerin der Takko-Filiale Nummer 1780 in Essen.
Zurzeit liegt sie mit ihrem Team auf Platz drei. Umsatzsteigerung durch Zusatzverkäufe, heißt die Challenge, die noch bis Ende des Jahres bei Takko läuft. Und Tanja Dittrich checkt regelmäßig auf welchem Rang sie unter den 19 Filialen ihrer Region liegt und spornt ihr zwölfköpfiges Team an. Als Preisgeld winken 150 Euro, die sie für ein Teamevent ausgeben kann. Oder für ein noch netteres Essen zur Weihnachtsfeier, die traditionell im Januar stattfindet. Weil es dann weniger stressig ist, erklärt die 50-Jährige, die 2004 zu Takko kam.

Dittrich hat eine klassische Einzelhandelskarriere hinter sich: Ausbildung in einem kleinen regionalen Kaufhaus, das es heute nicht mehr gibt. Danach 16 Jahre bei einem mittelständischen Modehändler im Ruhrgebiet. Eine Damen-Boutique, fest in Familienhand. Bald managte sie als einzige Vollzeitkraft vom Einkauf bis zur Buchhaltung alles weitgehend selbst, aber ohne Aussicht auf Beförderung.

Mit 35 Jahren stellte sie sich die Frage: War das jetzt alles? Und sie ließ sich von einer Bekannten, einer Filialleiterin bei Takko, überzeugen, sich auf eine Stellenanzeige zu bewerben. Dann ging es ruckzuck, sagt sie. Immer größere Filialen, immer größere Städte. Jetzt leitet sie den Takko-Store Nummer 1780 in Essen mit einer Fläche von 1200m² und bildet selbst aus. Einzelhandelskaufleute, Handelsfachwirte, aber auch andere angehende Store Manager. Ihr Laden ist eine der 20 Trainer-Filialen in Deutschland. "Das ist natürlich eine Ehre und besondere Motivation, dass ich gefragt wurde, ob ich ausbilden will", erzählt Dittrich.

Damals stand sie vor der Wahl – kurz vor dem Assessment-Center zur Area-Managerin. Aber sie habe sich kurzfristig umentschieden. "Ich bin kein Außendienst, ich gehöre auf die Fläche, in die Filialwelt." Obwohl bei Takko sehr viele Prozesse standardisiert laufen, weil alle Filialen gleich aussehen und die gleichen Aktionen zur gleichen Zeit laufen sollen, schwärmt sie von Vielseitigkeit und Selbstständigkeit. "Irgendeine Aktion läuft jeden Tag. Da muss ich sehr eigenständig planen, organisieren, delegieren und auch mein Team motivieren." Seitdem die Kunden verstärkt den Click & Collect-Service nutzen, kennt sie auch deren Namen und kann gezielter beraten.

Denn auch das werde bei Takko immer wichtiger – bei aller Preisfokussierung. "Auch wir wollen unsere Outfits verkaufen. Und auch wenn die Kunden bei uns nicht unbedingt eine Beratung wie in einer Boutique erwarten, fragen sie häufig nach und lassen sich gern inspirieren." Und seien es nur technische Hilfestellungen, wenn sie erklären muss, wie die aktuelle Rabatt-Aktion über das Smartphone läuft.

Die komplette Studie "Store Manager at work" finden Sie in der TW-Ausgabe 50 vom 13. Dezember 2018, die Sie als E-Paper lesen können. Jetzt im E-Paper lesen 
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