Wechsel, Abgänge, Neueinsteiger

Diese Top-Personalien haben Sie 2021 am meisten interessiert

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Wer nimmt auf dem Chefsessel Platz? Zahlreiche Personalmeldungen gab es im Jahr 2021. Diese haben die Leserinnen und Leser der TextilWirtschaft besonders interessiert.
Wer nimmt auf dem Chefsessel Platz? Zahlreiche Personalmeldungen gab es im Jahr 2021. Diese haben die Leserinnen und Leser der TextilWirtschaft besonders interessiert.

Prominente CEO-Wechsel, Ab- und Zugänge auf wichtigen Posten, kräftiges Stühlerücken in machen Chef-Etagen. Das waren die Top-Personalien des Jahres 2021, die das größte Interesse bei den Online-Userinnen und -Usern der TW gefunden haben.

Esprit ohne CEO

Esprit kam 2021 nicht zur Ruhe. Eine Reihen an Top-Personalien bewegten den Konzern.
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Esprit kam 2021 nicht zur Ruhe. Eine Reihen an Top-Personalien bewegten den Konzern.

Eine der Personal-Meldungen, die bei den Leserinnen und Lesern der TextilWirtschaft mit am meisten Aufmerksamkeit bekommen haben, war der Abgang von Esprit-CEO Mark Daley. Zum 26. Oktober verließ der Vorstandsvorsitzende und Executive Director das Unternehmen. Als Grund für Daleys Rückzug wurde eine "persönliche Familienangelegenheit" genannt. Daley betonte, dass es keine Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorstand von Esprit gegeben habe. Neben dieser Top-Meldung schafften es weitere Personalien aus dem Konzern in die Meistgelesen-Liste unter den Personalien: Produktchefin Yung Ting Wan verließ nach dem Abgang des CEO ebenfalls das Unternehmen, neu im Vorstand ist hingegen Wolfgang Schlangmann. Er wurde Executive Director und ist seit Ende Oktober Mitglied im General Committee. Schon davor berief der Konzern einen neuen COO: William Eui Won Pak wurde mit Wirkung zum 23. September ernannt. Er ist gleichzeitig Executive Director des an der Hongkonger Börse notierten Modeunternehmens. Der 42-Jährige ist der Ehemann der Esprit-Chairwoman und Großaktionärin Christin Su Yi Chiu. Ebenfalls viel Aufmerksamkeit bekam eine Verpflichtung zu Jahresbeginn: Damals erfuhr die TW exklusiv, dass Leif Erichson neuer Europa-Chef des Unternehmens wurde.

Erste Frau im Vorstand von Zalando

Astrid Arndt ist als Chief People Officer in den Zalando-Vorstand eingezogen.
Zalando
Astrid Arndt ist als Chief People Officer in den Zalando-Vorstand eingezogen.

Der Berliner E-Commerce-Riese berief 2021 erstmals eine Frau in den Vorstand: Astrid Arndt verantwortet seit April als Chief People Officer Personalmanagement und Organisation. Im Dezember folgte dann die Nachricht über die Neuordnung des Vorstands: Finanzvorstand David Schröder wird Chief Operating Officer (COO). Schröder, seit 2019 Teil des Zalando-Vorstands, soll in der neu geschaffenen Position den Ausbau des europäischen Logistiknetzwerks, die Weiterentwicklung der Zalando-eigenen Bezahllösungen sowie die Erschließung neuer Wachstumschancen durch die Unterstützung des Direct-to-Consumer-Geschäfts vorantreiben. Sandra Dembeck wird neue Chief Financial Officer. Sie kommt von der Compass Group, wo sie zuletzt Corporate Finance Director war.

Maximilian Böck wird alleiniger CEO von Marc O'Polo

So übernahm Maximilian Böck wie geplant und bekannt Mitte des Jahres den alleinigen Chefposten bei Marc O'Polo. Im Interview mit der TW erläuterte der CEO, wie seine Strategie aussieht und er Marc O'Polo zur Milliardenmarke machen will. Nach dem offiziellen Amtsanritt von Böck verkündete das Stephanskirchener Unternehmen unter anderem, die kreative Leitung der Menswear in die Hände einer Doppelspitze zu legen: Verantwortlich für Produkt und Design sind nun Sven Maetzing und Chris Hoffmann. Johannes Fischer, langjähriger Menswear-Macher, hat das Unternehmen indes verlassen.

Hugo Boss: Grieder wird CEO

Daniel Grieder, neuer CEO bei Hugo Boss, hat einige Positionen mit Unternehmen neu besetzt.
Hugo Boss
Daniel Grieder, neuer CEO bei Hugo Boss, hat einige Positionen mit Unternehmen neu besetzt.

Hugo Boss stand im Jahr 2021 ebenfalls oft im Fokus des Interesses. Und das, wegen zahlreicher Neuzugänge. Dass Daniel Grieder im Sommer 2021 als CEO das Ruder übernehmen würde, war schon 2020 bekannt. Jetzt werden erste Zeichen des personellen Umbaus unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden deutlich. Eine der jüngsten − und zugleich aufmerksamkeitsstärksten − Personalien war die Ernennung eines neuen E-Commerce-Chefs: Am 1. September startete Jan Philipp Wintjes als neuer Chef fürs Digital-Geschäft. Er hat genau wie die Vorstände Grieder und Oliver Timm (CSO) vorher bei PVH (u.a. Tommy Hilfiger, Calvin Klein) gearbeitet und ist jetzt Vice President Global E-Commerce. Er folgte auf Matthew Dean, der das Unternehmen verlassen hat. Dass die digitale Vernetzung oben auf der Agenda von Grieder steht, macht die nächste Personalie deutlich, die die TW erst vor wenigen Tagen exklusiv meldete: Jesper Reismann, ehemals Chef der Besteller-Marke Vero Moda, wird Omnichannel-Chef des Metzinger Konzerns und damit wiederum Chef von Wintjes. Reischmann berichtet an CSO Timm. Und auch in den Produkt-Ressorts ist Bewegung: Schon vor offiziellem Amtsantritt von Grieder im Juni hatte der Konzern eine neue Kreativ-Chefin für die Womenswear verpflichtet: Am 1. September hat Kristina Szasz die Position Director Business Unit Womenswear übernommen. Zuvor war sie bei S.Oliver Chief Product und Marketing Officer. Ende September bestätigte der Konzern zudem, dass ein weiterer Tommy-Manager zu Hugo Boss wechselt: Christopher Körber ist per Oktober Managing Director bei Hugo Boss am Standort Coldrerio im Tessin, wo er Schuhe, Lederwaren, Accessoires sowie Bodywear, Hemden und Knitwear verantwortet.

Olymp mit neuem Geschäftsführer

Olymp-Chef Mark Bezner tauschte die Geschäftsführung bei seiner Olymp Bezner KG aus: Vertriebsgeschäftsführer Dirk Heper verließ den Menswear-Spezialisten aus Bietigheim-Bissingen. Stattdessen wurde wenig später die Verpflichtung von Heiko Ihben bekanntgegeben. Der ehemalige Manager von Hugo Boss verantwortet bei Olymp nun die Ressorts Markenmanagement, Design, Marketing sowie Visual Merchandising.

Melody Harris-Jensbach soll Adler weiterbringen

Melody Harris-Jensbach ist in die Geschäftsführung des Adler-Investors Zeitfracht gewechselt.
Zeitfracht
Melody Harris-Jensbach ist in die Geschäftsführung des Adler-Investors Zeitfracht gewechselt.

Seit dem 1. September ist die Berliner Zeitfracht Gruppe alleinige Inhaberin von Adler. Unter der neuen Gesellschafterin wurden zahlreiche Positionen neu besetzt. Für die Integration des Haibacher Modefilialisten holte die neue Eignerin schon früh die ehemalige Jack Wolfskin-CEO Melody Harris-Jensbach als Geschäftsführerin der Zeitfracht Logistik Holding GmbH in Berlin ins Unternehmen. Die Aufgabe der Fashion-Managerin: die Integration der Modekette Adler in die Zeitfracht Gruppe vorantreiben und Adler strategisch weiterentwickeln. Mitte September wurde wiederum bekannt, dass der CEO von Adler, Thomas Freude, die Kette verlässt. In unternehmensnahen Kreisen hieß es damals, es habe Differenzen zwischen Freude und der neuen Gesellschafterin über die künftige Ausrichtung von Adler gegeben. Neu auf die Payroll der Berliner rückte indes Frank Beeck, der gemeinsam mit Harris-Jensbach die Strategieentwicklung des Filialisten vorantreiben soll. Nur wenige Wochen später meldete Adler, dass der Manager in den Vorstand von Adler einzieht. In der Zwischenzeit hatte Carmine Petraglia wiederum den Vorstand überraschend verlassen. Ende November schuf Adler den Posten des Retail Director neu und besetzte ihn mit Martin Schulte im Rodde. Er verantwortet unterhalb der Geschäftsführung das Merchandise-Management und damit unter anderem auch die Einkaufs- und Verkaufsplanung. Neuer Geschäftsführer wurde Thomas Lorenzen.

Wechsel an der Spitze von Brax

Frauke Schelkes übernimmt in der Geschäftsführung von Brax Leineweber die Nachfolge von Michael Horst. Dieser verabschiedet sich Ende Dezember nach knapp 30 Jahren in den geplanten Ruhestand. Schelkes verantwortet damit künftig die Produktentwicklung der Kernmarke sowie die Markenführung von Eurex und Raphaela. Zu ihrem Aufgabenfeld zählt ebenfalls das Lizenz- und Stockmanagement.

Drykorn baut Führungsriege aus

Drykorn-Inhaber Marco Götz erweiterte die Führungsriege des Unternehmens und holte zwei Manager aus dem Unternehmen an die Spitze: Neuer Chief Sales Officer (CSO) wurde Benny Jandl, Daniel Kübler wurde zum Chief Operating Officer (COO) berufen.

Göbel verlässt Sinn − und gründet eigene Kette

Friedrich-Wilhelm Göbel ist nicht mehr bei Sinn. Aber weiterhin im Retail-Geschäft aktiv.
Hagen Seidel
Friedrich-Wilhelm Göbel ist nicht mehr bei Sinn. Aber weiterhin im Retail-Geschäft aktiv.

Viele Personalmeldungen, die das Interesse der TW-Leserschaft weckten, kamen 2021 aus dem Hause und Umfeld des Filialisten Sinn. Im Sommer wurde bekannt, dass Friedrich-Wihelm Göbel, bis dahin das Gesicht des Händlers und Geschäftsführer Torsten Altenscheidt das Unternehmen verlassen haben. Neuer Geschäftsführer wurde Thomas Lorenzen. Er jedoch blieb nur rund zwei Monate. Anfang Oktober zogen Thomas Wanke, früherer CEO von SportScheck und lange Zeit bei Karstadt/Galeria aktiv, als COO und Dieter Noldenn, ebenfalls mit Warenhaus-Erfahrung in Essen, als CFO in der Zentrale in Hagen ein. Inzwischen firmiert Sinn-Eigentümerin Isabella Göbel ebenfalls als Geschäftsführerin. Susanne Straus, in der Branche bestens vernetzte Einkaufschefin, hatte Sinn schon im August nach dem Göbel-Altenscheidt-Rausschmiss verlassen. Friedrich-Wilhelm Göbel gründete schließlich die eigene Modehandelskette Aachener, die 2022 starten will. Zu den künftigen Mitarbeiter sollen einstige Sinn-Gefährten zählen: Straus, Altenscheidt und andere.

Amazon mit neuem Deutschland-Chef

Rocco Bräuniger rückt bei Amazon an die Spitze der DACH-Märkte und beerbt Ralf Kleber zum Januar 2022. Kleber, der 22 Jahr für Amazon tätig war, bleibt noch bis Mitte kommenden Jahres an Bord, "um den Übergang zu begleiten und Amazons Präsenz in weiteren europäischen Märkten zu entwickeln", wie es heißt.

Thomas Rath wechsel von QVC zu HSE

In der Pandemie haben viele Händler das Format des Live Shoppings für sich entdeckt. Ein Designer, der hier schon länger erfolgreich ist, ist Thomas Rath. Nach mehr als sieben Jahren bei QVC wechselte Rath nun zum Konkurrenten HSE − und hatte damit die große Aufmerksamkeit vieler Leserinnen und Leser der TW auf seiner Seite. "Als wir bei QVC angefangen haben, wurde ich von der Branche belächelt", sagte der Designer gegenüber der TW. Längst steht der Macher für Millionenumsätze mit einem loyalen Fernsehpublikum.
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TW-Studie "Working in Fashion 2021"

Das sind die beliebtesten Mode-Arbeitgeber Deutschlands

Nur auf Platz eins gibt es keine Veränderung: Auch in diesem Jahr ist der Sportartikelhersteller Adidas ganz vorn im Ranking der beliebtesten Mode-Arbeitgeber Deutschlands. Auf den weiteren Rängen aber sorgt die Corona-Pandemie für viel Bewegung bei der aktuellen TW-Studie "Working in Fashion 2021". Gleichzeitig zeigt sich, was sich mehr als 4000 Mitarbeiter in dieser Krise am meisten wünschen: Sicherheit und Flexibilität.

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