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TW-Imageanalyse Damenschuhe 2019

Powerbringer Eigenmarke?


Görtz / Another A
Aus dem Görtz-Lookbook für Frühjahr 2019
Aus dem Görtz-Lookbook für Frühjahr 2019

Private Labels sind im Schuhhandel auf dem Vormarsch. Vor allem ein Grund steht für Retailer beim Aufbau von Eigenmarken überdurchschnittlich oft im Fokus.

Görtz tut es. Sigrun Woehr tut es. Und Werdich auch. Nachvollziehbar, denn die Vorteile rund um das Thema Eigenmarke sind überzeugend: hochattraktive Kalkulation, individuelle Styles und im Zweifelsfall die schnellste Möglichkeit, um kurzfristig auf Trends reagieren zu können. „Wir setzen immer mehr auf Eigenlabels, weil wir partout aus der Vergleichbarkeit raus müssen“, betont Heinrich Zumnorde von Zumnorde in Münster. Aktuell erwirtschaftet das westfälische Familienunternehmen mit gut zwei Dutzend Filialen „bestimmt 30 bis 40%“ seiner Umsätze über Eigenlabels. „Und das soll noch mehr werden.“

Damit ist Zumnorde nicht allein. Mehr Eigenmarke – diese Ambitionen seitens der Händler bestätigt die aktuelle TW-Imageanalyse „Damenschuhe 2019“. 32% der darin Befragten führen Eigenmarken und erwirtschaften damit aktuell ein Fünftel ihrer Umsätze, sehen diesen Part in zwei Jahren aber bei fast einem Viertel (24%). Eine starke Antriebskraft ist dabei auch der Aspekt der Exklusivität, auf den das Gros des Einkaufs (71%) auch beim Sichten neuer Labels Wert legt.

Fast drei Viertel, nämlich 74% der Studienteilnehmer, sagen: „Wir müssen in unserem Sortiment mehr Mode wagen.“ Und auch dafür nutzen die Schuhhändler die Chance, die sich beim Ausarbeiten eigener Linien mit kleinen Betrieben, meist in Italien, Spanien, Portugal, auftut. Garhammer in Waldkirchen – 850m² große Schuhfläche, 500m² davon Damenschuhe – macht 10 bis 15% seiner Schuhumsätze mit Eigenmarken.

„Das Thema ist sehr, sehr wichtig, weil wir damit tatsächlich ein Stück weit die modische Spitze mit sehr hochwertigen Partnern abdecken können, das Sortiment nach oben abrunden“, sagt Geschäftsführer Johannes Huber. „Bei überschaubarer Stückzahl haben wir die Möglichkeit, mit sehr hochwertigen Partnern zusammenzuarbeiten, so dass wir unseren Kunden einen guten Modegrad zu einem guten Preis bieten können, vieles unter 200 Euro, einiges aber auch darüber.“


Darüber hinaus bieten die in Eigenregie konzipierten Programme ein Schlupfloch, um kurzfristig noch auf Trends reagieren zu können, Stichwort Ready-to-wear. Neue Styles lassen sich meist noch innerhalb von vier bis sechs Wochen realisieren. Mehr Spontaneität erwartet der Einkauf auch von seinen Lieferanten: Mit 78% wünschen sich mehr als drei Viertel der Studienteilnehmer mehr Lieferanten, die auch kurzfristig Produkte anbieten.

Lesen Sie die ausführliche Berichterstattung zur TW-Imageanalyse Damenschuhe 2019 ab Mittwoch, 29. Mai, 18 Uhr im E-Paper der TextilWirtschaft sowie am Donnerstag, 30. Mai, in der gedruckten Ausgabe.
Zur Studie
Die TW-Imageanalyse „Damenschuhe 2019“ beleuchtet ein stark umkämpftes Segment und verortet die Schuhanbieter nach Attraktivität und Leistungen. Zwischen Januar und März 2019 wurden in einer personalisierten Online-Erhebung 147 Einkaufsverantwortliche im Schuh- und Bekleidungshandel befragt. 75% der Teilnehmer sind Inhaber/Mitinhaber/Geschäftsführer, 17% sind im Einkauf tätig, 19% sind Filial- oder Abteilungsleiter. Das Gros der Befragten ist im Schuhhandel verortet (69%), die weiteren Teilnehmer verteilen sich auf Bekleidungs- und Kaufhäuser, Womenswear-Stores und andere Geschäftstypen. Feldarbeit und Auswertung verantwortete Marketing Research TextilWirtschaft.
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