Schließen
The Spin
What you need to know in global fashion. Sign up now!
 
TW-Imageanalyse Fashion Bags 2019

Zwei gewinnt


Zwei Bags
Florian Craciun ist Gründer und Geschäftsführer von Zwei Bags
Florian Craciun ist Gründer und Geschäftsführer von Zwei Bags

„Toller Partner.“ „Nicht meganeu, jedoch am Puls der Zeit.“ „Gute Preis/Leistung.“ Mit derlei Sätzen wird die Arbeit von Zwei, Taschenlabel aus Darmstadt, 2008 gegründet, vom Einkauf immer wieder honoriert. Das spiegelt denn auch das Gesamtranking der aktuellen TW-Imageanalyse „Fashion Bags 2019“ wider, in der Zwei den ersten Platz belegt und damit Picard, Spitzenreiter der Vorgängerstudie (2015), auf Platz zwei verweist.

Aktuell arbeiten etwa 1300 stationäre Händler mit dem inhabergeführten und investorenunabhängigen Unternehmen, das rund 600 Produkte im Portfolio hat und als 100%-iger NOS-Lieferant täglichen Next Day-Versand bietet. Produktseitig ist „Mademoiselle.M“, die Tasche mit dem charakteristischen Kragen, die größte Triebfeder. 2018 erlöste Zwei 10 Mio. Euro, ein sattes Plus von 20% zum Vorjahr. Gründer und Firmenchef Florian Craciun erklärt, was Zwei richtig macht.


TextilWirtschaft: Was hat das Erfolgsmodell Mademoiselle.M, was andere vergleichbare Taschen nicht haben?
Florian Craciun: Der Erfolg der Mademoiselle M.-Taschen beruht auf dem klaren und funktionalen Design. Als wir vor gut zehn Jahren die erste Mademoiselle.M auf den Markt brachten, war dieses Design neuartig. Ein besonderes optisches Merkmal ist dabei bis heute der sogenannte Kragen. Über die Jahre haben wir die Tasche kontinuierlich weiterentwickelt. Das bekannteste Modell, die M12, wird gerne als der „Golf der Taschen“ bezeichnet. Eine Tasche, die auf klares Design und auf einen fairen Preis setzt und bis heute über 1,5 Mio. Mal verkauft wurde.


Gibt es neben der Mademoiselle.M eine zweite Icon-Bag in Ihrer Kollektion?
Wir merken, dass die Nachfrage an Rucksäcken stark zunimmt. Der Rucksack MR13 aus der Mademoiselle M.-Kollektion sticht dabei besonders hervor. Im Design ist dieser Rucksack an die funktionale und reduzierte Erscheinung der M12-Tasche angelehnt.


Ihrem Portfolio ist zu entnehmen, dass es über 600 unterschiedliche Artikel gibt – warum so viele Produkte?
Aktuell haben wir 15 verschiedene Kollektionen, wobei die meisten Taschen und Rucksäcke umfassen. Hinzu kommt, dass wir eine sehr breite Auswahl an Farben und Oberflächenstrukturen haben. Nicht ohne Grund werben wir mit dem Slogan „Die bunte Welt von Zwei“. Die M12 gibt es beispielsweise in 45 Farben. Wichtig bei diesem breiten Portfolio ist, dass die Produkte für den Handel auch längerfristig und somit planbar verfügbar sind.


Wie wichtig ist die Tatsache, dass Zwei-Produkte aus Nichtleder-Materialien sind?
Es gibt zwei wesentliche Gründe, die für Kunstleder sprechen. Zum einen der Preis, zum anderen die Gestaltungsmöglichkeiten. Die angesprochene Vielfalt an Farben und Strukturen wäre mit echtem Leder nicht möglich. Dass Kunstleder durch den Trend zu veganen Produkten in ein ganz neues Licht rückt, wirkt sich sicherlich positiv aus. Letztlich geht es uns aber darum, schöne und qualitative Produkte in einem Preissegment unterhalb von Echtleder – wir bewegen uns im Kern bei 60 bis 80 Euro VK – zu designen.


Sind Leder-Styles dennoch eine Option? Wo sehen Sie generell noch Potenzial? Stilistisch?
Großes Potenzial haben sicherlich unsere Rucksäcke. Neben Kunstleder und Polyester wird es ab nächster Saison auch Modelle aus Baumwolle geben. Mit unseren Produkten laufen wir keinen Trends hinterher, sondern verfolgen eher ein bodenständiges und klares Design.


Wie kann/muss sich der Lederwaren-Fachhandel aufstellen, um zukunftsfähig zu sein? Bzw. welche Perspektiven hat er, um sich gegenüber anderen dynamischen Vertriebskanälen zu behaupten?
Die Frage, die wir uns stellen, ist vielmehr, was wir aus unserer Position heraus für den stationären Handel tun können. Ein Aspekt ist sicherlich die Bindung von Kapital in Lagerware. Durch unser NOS-System und den täglichen Versand übernehmen wir das finanzielle Risiko für die Händler. Hinzu kommt, dass wir unseren Partnern digitalen Support bieten, angefangen bei Social Media Services bis hin zur Anbindung ihrer Bestellsysteme an unseren B2B-Online-Shop. Zukunftsfähig zu bleiben, ist letztlich keine Frage, die sich nur auf den Fachhandel bezieht, sondern mit der jeder konfrontiert ist. Hier wird es darauf ankommen, wer am besten mit Veränderungen umgehen kann, sich offen für Neues zeigt und den Kunden das beste Einkaufserlebnis und Beratung bietet.

Lesen Sie die komplette Analyse zur TW-Studie Fashion Bags 2019 in der kommenden Ausgabe der TextilWirtschaft, ab Mittwoch, 13. November, 17 Uhr im E-Paper und ab Donnerstag, 14. November in der gedruckten Ausgabe.
Zur Studie
Die TW-Imageanalyse „Fashion-Bags 2019“ beleuchtet die Taschenanbieter im Mainstream-Markt und verortet sie nach Attraktivität und Leistungen. Im August und September 2019 wurden in einer personalisierten Online-Erhebung 151 Einkaufsverantwortliche aus dem Lederwaren- und Bekleidungshandel befragt sowie aus anderen Großformen des Einzelhandels. Feldarbeit und Auswertung verantwortete das Ressort Marketing Research der TextilWirtschaft. Mehr dazu gibt es unter TextilWirtschaft.de/research.
stats