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Intersport Austria-Geschäftsführer Thorsten Schmitz zum Lockdown in Österreich

"Nach zwölf Monaten wieder in den Überlebensmodus"

Intersport Austria
"Die Erwartungshaltung an die Politik war und ist es, die Rahmenbedingungen für eine Wintersaison zu schaffen. Die Unternehmen haben investiert und sind motiviert. Dies ist aktuell ein massiver emotionaler Rückschlag", sagt Intersport Austria-Geschäftsführer Thorsten Schmitz.
"Die Erwartungshaltung an die Politik war und ist es, die Rahmenbedingungen für eine Wintersaison zu schaffen. Die Unternehmen haben investiert und sind motiviert. Dies ist aktuell ein massiver emotionaler Rückschlag", sagt Intersport Austria-Geschäftsführer Thorsten Schmitz.

Österreich steht seit heute wieder still. Die wirtschaftlichen Folgen für den Handel sind noch nicht abzusehen, doch der erneute Lockdown ist auch ein emotionaler Tiefpunkt, wie Intersport Austria-Geschäftsführer Thorsten Schmitz betont. Eine Öffnung zum 13. Dezember würde immerhin dem Weihnachtsgeschäft noch eine Chance geben − allerdings mit dem großen Fragezeichen 2G.

TextilWirtschaft: Was bedeutet dieser erneute harte Lockdown für Ihre Händler?
Thorsten Schmitz: Für uns als Händler ist das ein emotionaler Tiefpunkt und erneute wirtschaftliche Unsicherheit. Nach 12 Monaten kehren wir nun wieder zurück in den Überlebensmodus!

Wie waren die Frequenzen, wie war die Kundenstimmung zuletzt?
Der Teillockdown ist vergleichbar mit dem Lockdown Light im November 2020. Die Auswirkungen sind schwerwiegender als bei einem Total-Lockdown. Unsere Geschäfte sind geöffnet, aber es kommen aufgrund der allgemeinen Unsicherheit viel weniger Kunden, die Konsumlust ist zurück gegangen und es werden nur mehr die notwendigsten Erledigungen getätigt. Was wir aber dennoch tragen müssen, sind die kompletten Personalkosten, die Miete, die Betriebskosten. Hinzu kommt noch die Unsicherheit, ob staatliche Unterstützung kommen wird und wenn ja in welcher Höhe und wann. Seit Verkündung des vierten Lockdowns am Freitag haben wir enorm hohe Frequenzen und auch Umsätze.

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Wie hart hat den Handel der Lockdown für Ungeimpfte getroffen?
Zusammengefasst haben wir hier Frequenzrückgange um 30% und mehr. Ein zu dieser Jahreszeit beginnendes Winter- und Weihnachtsgeschäft hat nicht stattgefunden. Die Situation ist auch eine starke emotionale Belastung für Unternehmer und Mitarbeiter.

Auf welche Szenarien stellen Sie sich jetzt ein?
Wir haben sämtliche Maßnahmen modular gestaltet, um je nach Lage reagieren zu können. Dies gilt für Marketinginhalte, Online, Click & Collect und für Services. Wir sind jederzeit bereit, wieder voll in das Weihnachtsgeschäft und den Tourismusbetrieb einzusteigen. Alle Händler sind perfekt vorbereitet und haben investiert – in Ware, Geschäfte und Mitarbeiter.

Gehen Sie davon aus, dass die Läden am 13.12. für Geimpfte und Genesene wieder geöffnet sind?
Es gibt aus meiner Sicht keine fundierte Grundlage für diesen Termin. Es ist wieder ein Fahren auf Sicht. Eine Öffnung zu diesem Termin würde zumindest dem Weihnachtsgeschäft noch eine Chance geben, allerdings bedeutet offen eben nicht offen, wenn es 2G weiterhin gibt.

Was bedeutet der Lockdown zum jetzigen Zeitpunkt für die Order?
Einflüsse auf die Order sehe ich aktuell noch nicht. Wir erwarten in jedem Fall eine Wintersaison deutlich über dem Niveau von 2020.

Und was bedeutet er für die Wintersport-Saison?
Erneut massive Ungewissheit. Im Jahr 2020 bestand noch viel Unsicherheit. Hier gewinnt jetzt das Unverständnis die Oberhand. Die Erwartungshaltung an die Politik war und ist es, die Rahmenbedingungen für eine Wintersaison zu schaffen. Die Unternehmen haben investiert und sind motiviert. Dies ist aktuell ein massiver emotionaler Rückschlag.

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