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1 Mrd. Dollar-Gebot für Reebok

ABG und WWW sollen Adidas-Tochter kaufen wollen

Reebok
Am 23. April wurde die "Summertime Fine Collection" aus der Kooperation von Reebok mit Cardi B lanciert.
Am 23. April wurde die "Summertime Fine Collection" aus der Kooperation von Reebok mit Cardi B lanciert.

Laut der New York Post soll das New Yorker Brand Management-Unternehmen Authentic Brands Group (ABG) gemeinsam mit dem US-Schuhspezialisten Wolverine World Wide (WWW) rund 1 Mrd. Dollar (818 Mio. Euro) für Reebok geboten haben.

Adidas hat seine in Boston/Massachussets ansässige Tochter-Gesellschaft Reebok bereits im Februar 2021 offiziell zum Verkauf gestellt, um sich verstärkt auf die Kernmarke zu konzentrieren. Der Herzogenauracher Sportartikel-Konzern hatte 2005 etwa 3,8 Mrd. Dollar für die Marke bezahlt. Zu den aktuellen Interessenten für Reebok gehören laut US-Presseberichten neben ABG und WWW auch die New Yorker Investment-Gesellschaften Apollo Global Management und Cerberus Capital Management sowie die asiatischen Sportmarken Fila, Anta Sports und Li Ning.


Endgültige Angebote würden bis Ende Juni erwartet. Adidas soll sich rund 2,4 Mrd. Dollar für Reebok erhoffen und die Produktion von Reebok-Schuhen nach dem Verkauf komplett einstellen wollen. Unter diesem Vorzeichen wäre eine Kooperation zwischen der Authentic Brands Group, die über 30 Marken wie Aeropostale, Barneys New York, Brooks Brothers, Forever 21 und Volcom hält, und Wolverine World Wide mit zwölf Schuhmarken inklusive Keds, Merrell, Strite Rite und Sperry, ideal.
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Die Weichen sind nun gestellt: Adidas startet den Veräußerungsprozess für Reebok. Mitte Dezember hatte der Konzern offiziell mitgeteilt, strategische Alternativen für Reebok zu prüfen. Eigentlich hätte das Ergebnis dieser Prüfung erst am 10. März kommuniziert werden sollen, wenn neben den Jahreszahlen die neue Fünf-Jahres-Strategie des Konzerns präsentiert wird.

ABG vertritt zudem auch den ehemaligen NBA-Spieler, Schauspieler, Rapper und bekennenden Reebok-Fan Shaquille O'Neal, der 1992 seinen ersten 15 Mio. Dollar-Vertrag mit Reebok unterzeichnet und die Marketing-Rechte an seinem Namen 2015 an ABG verkauft hatte. Im Juni 2019 erklärte O'Neal gegenüber dem US-Sender CNBC, dass er Reebok übernehmen wolle, um das Label zurück zu seinen Basketball- und Fitness-Wurzeln zu führen.

Der aktuelle Zeitpunkt scheint günstig. Erst im März erklärte Reebok, dass seine klassischen Sneaker aus den 1980er und 1990er Jahren momentan ein Comeback bei den Millennials erleben. Ein neuer Fokus auf Archiv-Modelle und die Kooperation mit Mode- und Popkultur-Botschaftern wie aktuell der Rapperin Cardi B hätten die Relevanz von Reebok bereits erhöht.

In den letzten fünf Jahren verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben ein konstantes zweistelliges Wachstum in seinem Classics-Geschäft, das ikonische Sneaker aus der Vergangenheit neu auflegt. Diese Sparte trägt mittlerweile rund 40% zum Gesamtumsatzes von Reebok bei und übertrifft damit bereits das Performance-Segment.

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