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25% Plus im Gesamtjahr

Columbia Sportswear übertrifft Prognose

Columbia Sportswear
Im hiesigen Handel fällt der Name Columbia häufiger, wenn es um die Verjüngung von Outdoor-Sortimenten geht.
Im hiesigen Handel fällt der Name Columbia häufiger, wenn es um die Verjüngung von Outdoor-Sortimenten geht.

Mit einem Umsatzplus von 23% im Schlussquartal hat Columbia Sportswear (Columbia, Sorel, Prana, Mountain Hardwear) seine eigene Prognose übertroffen. Im Gesamtjahr erlöste der Milliarden-Outdoor-Player 3% mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019. Für die Schuh-Marke Sorel haben die US-Amerikaner sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt.

Der Umsatz im vierten Quartal erreichte einen Rekordwert von 1,2 Mrd. US-Dollar (1 Mrd. Euro). Das operative Ergebnis konnte um 71% auf 211,6 Mio. Dollar gesteigert werden, das Nettoergebnis um 64% auf 157 Mio. Dollar.


Im Gesamtjahr beträgt das Umsatzplus sogar 25%, die Erlöse kletterten auf 3,1 Mrd. Dollar. Damit wurde im zweiten Jahr der Pandemie das Vor-Corona-Niveau um 3% übertroffen. Nettoergebnis und operatives Ergebnis konnten im Vergleich zum Vorjahr jeweils mehr als verdreifacht werden. Der Nettogewinn beläuft sich auf 354,1 Mio. Dollar (plus 228%), das operative Ergebnis auf 450,5 Mio. Dollar (plus 229%). Die Bruttomarge liegt bei 51,6%.

Der Ausblick für 2022 ist positiv: Das Unternehmen geht von einem Umsatzwachstum von 16 bis 18% aus. Nicht nur befeuert durch das weitere D2C-Wachstum, sondern auch durch "robuste" Ordereingänge für Frühjahr und Herbst 22 aufgrund niedriger Lagerbestände und guter Abverkäufe.

Der mit großem Abstand wichtigste Markt ist der US-Heimatmarkt, in dem rund zwei Drittel der Erlöse erzielt werden. Doch die Region EMEA steht dieser Region zumindest beim Wachstum in nichts nach: Der Umsatz legte um 28% auf 382,1 Mio. Dollar zu. Das Wachstum im vierten Quartal wurde durch spätere Auslieferungen und ein Orderplus für Frühjahr 22 angetrieben.

Sorel auf dem Weg zur nächsten Milliardenbrand?

Der Löwenanteil der Umsätze entfällt mit 2,6 Mrd. Dollar auf die Hauptmarke Columbia (plus 28%). Doch spannend ist vor allem der Ausblick, den Firmenchef Tim Boyle für die Schuh-Marke Sorel gibt. Nach einem Plus von 9% auf 320,9 Mio. Dollar im vergangenen Jahr geht er für 2022 von einem Wachstum von 30% aus.

Erfolgversprechend sei die Eröffnung eines exklusiven Sneaker-Pop-up-Shops mit Zappos im letzten Quartal gelaufen, der direkt zu einem Anstieg der Verkaufszahlen geführt habe. Boyle berichtet im Earnings Call von der erfolgreichen Diversifizierung des Produktportfolios: 2021 entfielen nur noch 15% des Umsatzes in Nordamerika auf gefütterte Winterstiefel, früher das Kernprodukt von Sorel. Der erste Youtube-Spot der Marke über die Kollektion für Frühjahr 2022 zeige mit einer rein weiblichen Besetzung und einem von Frauen geführten Produktionsteam unter dem Titel "Keep Moving" den "Geist der Marke". "Dies ist eine erstaunliche Transformation für eine Marke, für die wir vor über 20 Jahren weniger als 10 Millionen Dollar bezahlt haben", so Boyle. "Heute sehen wir einen klaren Weg für Sorel, eine 1-Milliarde-Dollar-Marke zu werden."

Starkes D2C-Geschäft – starker Wholesale in Europa

Mit einem D2C-Anteil von 47% ist Columbia heute weiter als die beiden größten Sportbrands der Welt mit entsprechenden Ambitionen: Adidas will bis 2025 einen Anteil von 50% erreichen. 2020 lag er bei 41%. Bei Nike trug das Direktgeschäft im Geschäftsjahr 2020/21 (31. Mai) 37% zu den Konzernerlösen bei.

In Europa wächst Columbia allerdings schneller mit den Handelspartnern als mit den Kunden direkt: Sowohl im Quartal als auch im Gesamtjahr legte das Wholesale-Geschäft um 30% zu, das Direktgeschäft um 20%.

Mondlandung, Star Wars und Olympia

Die Star Wars-Kollektionen sorgten auch 2021 für reichlich Aufmerksamkeit – und die Boba Fett-Kollektion im Dezember für Rekordverkaufszahlen auf Columbia.com. Columbia macht sich auch tatsächlich auf den Weg Richtung Sterne: Über eine Kooperation mit dem US-Unternehmen Intuitive Machines soll Columbias Omni-Heat-Infinity-Technologie Teil der ersten kommerziellen Mondmission im Laufe des Jahres werden. Als Ausstatter des Curling-Teams der USA greift Columbia 2022 nicht nur nach den Sternen, sondern auch nach olympischem Gold.

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