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Pilot für neues Retail-Konzept

Absolute Run: Inspiration statt Bedarfskauf

Verdoppelte Fläche, exklusivere Produkte, zentrale Lage in der Bonner Innenstadt. Was sich ein lokaler Spezialist vom neuen Retail-Format der Sport 2000 verspricht.

Absolute Run: Laufladen Bonn




"Mehr als nur ein Ladenbaukonzept", beschreibt Hans-Hermann Deters, Sport 2000 Deutschland-Chef, das 2018 gestartete Retail-Format Absolute des Verbunds. Im Fokus steht dabei eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Händlern, Verbund und Lieferanten. Deters Ziel ist ein "zukunftsfähiges Handelskonzept".

Absolute richtet sich an Spezialisten. Im vergangenen Herbst startete Sport 2000 das Projekt mit einem Teamsport-Laden in Ruppach-Goldhausen, am 5. April eröffnete das erste Lauf-Format. So wurde aus dem Laufladen Bonn, den Inhaber Silvio Suderow fünf Jahren betrieben hatte, nun der Absolute Run Laufladen Bonn.


Die Idee: Absolute-Händler sollen sich auf Service und Beratung fokussieren können, während Sport 2000 einen großen Anteil an der Sortimentsplanung und den Marketing-Maßnahmen für sie übernimmt. Vorgegeben sind beispielsweise Ladenbaukonzept sowie das Absolute-Namenslabel. Auch die verbindliche Zusammenarbeit mit bestimmten Lieferanten ist vorgeschrieben. Die Läden müssen außerdem über eine entsprechende Größe verfügen, um den Erlebnis-Charakter von Absolute darstellen zu können.

Letztere Anforderung erfüllte der Laufladen Bonn nicht, weshalb Silvio Suderow umzog. Etwa 300m trennen den alten Laufladen von dem neuen Absolute Run-Store. Und doch ist der Unterschied enorm: Aus der Seitenstraße in eine Top-Lage in der Bonner Innenstadt. Einen deutlichen Sprung gab es auch bei der Größe des Ladens, denn die Fläche hat sich mit 210m² fast verdoppelt.

Lauf-Gemeinschaft

Im Vordergrund steht in dem neuen Absolute Run-Store vor allem der Community-Gedanke. Inhaber Suderow veranstaltet bereits seit längerem Community-Runs und hat das Angebot nun um zusätzliche Events erweitert. Im Store sollen künftig Workshops oder Vorträge, beispielsweise von Sportlern und Medizinern, abgehalten werden. Daher ist der Ladenbau flexibel gestaltet, die meisten Elemente nicht fest integriert. Eine Leinwand kann ebenfalls ausgefahren werden.

Der Community-Run bleibt weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Angebots. Daher wurde die neue Fläche diesbezüglich optimiert und verfügt nun über Spinde sowie eine von dem Verkaufsraum separierte Dusche. Und in den Kabinen sollen Konsumenten nicht nur Waren anprobieren, sondern sich auch auf den Lauf vorbereiten können.

Der Laden ist in zwei Ebenen unterteilt. Vorne befindet sich die Verkaufsfläche, die auch zu einem Veranstaltungsraum umgestaltet werden kann. Der hintere Bereich dient der Beratung sowie der Kommunikation mit dem Kunden. Eine Kreidetafel informiert über kommende Events, zudem gibt es ein kleines Getränkeangebot bei der sogenannten "Verpflegungsstelle". Aus dem alten Laufladen mit umgezogen sind die Sitzböcke, umfunktioniert zu Sitzmöglichkeiten.Das Sortiment umfasst Schuhe, Laufbekleidung, Accessoires und Sportlernahrung. Vorgeschriebene Marken sind Asics, Brooks, Nike, New Balance, Karhu, Saucony, On sowie Hoka One One. Händler haben jedoch die Möglichkeit, das Sortiment um weitere Namen zu ergänzen. So setzt Silvio Suderow auch auf das Label Diadora, einen Sponsor des Bonn Marathons.

Technologie als Beratungsgrundlage

Absolute-Händler werben vor allem mit Beratung. Dabei spielt nicht nur die Expertise der Mitarbeiter, die allesamt selber Läufer sind, sondern auch der Einsatz von Technik eine Rolle. "Die digtalen Elemente sind nicht nur ein Gimmick, sondern bieten einen Mehrwert", merkt Hans-Hermann Deters an. So nimmt eine kleine, in einer Treppe versteckte High Speed-Kamera die Testläufe von Konsumenten auf einer 14 Meter langen Tartanbahn auf. Zudem gibt es eine Druckmessplatte, die Fußbewegungen analysiert und Kunden automatisch passende Schuhe vorschlägt.

Was wünschen sich Konsumenten von einem Spezialisten?

Im Vorfeld der Eröffnung führte die Spezialisteneinheit Laufprofis von Sport 2000 eine Konsumentenumfrage in Berlin und Düsseldorf durch. "Ich habe mich darüber gefreut, dass sowohl ein 17-Jähriger als auch ein 60-Jähriger oft genau das gleiche gesagt haben", so Laufprofis-Geschäftsführer Jörg Seifert. Für ihn eines der wichtigsten Learnings: Der Wunsch nach einer klaren Zielgruppenansprache. Daher wird in dem neuen Laufladen klar zwischen Männer- und Frauenseite getrennt.

Wichtig sei den Laufbegeisterten zudem eine große Auswahl an Textilien gewesen – auch hier haben die Bonner nun deutlich aufgestockt. "In dem alten Laden konnten sich Kunden kaum inspirieren lassen, es gab zu wenig Raum zum Stöbern", so Seifert. Das habe sich grundlegend geändert. Inspiration anstatt Bedarfskauf.

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