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Aljoscha Kondratiew, General Manager bei Solebox

„Der Markt ist extrem gewachsen”

Kane Holz
General Manager Aljoscha Kondratiew in der Filiale in Brüssel
General Manager Aljoscha Kondratiew in der Filiale in Brüssel

Aljoscha Kondratiew, General Manager bei Solebox, spricht im TW-Interview über relevante Kooperationen, begehrte Modelle und den Sneaker-Nachwuchs.


TextilWirtschaft: Wer hat derzeit die Nase vorn – Nike oder Adidas?
Aljoscha Kondratiew: Umsatzseitig aktuell Nike. Adidas ist aber sehr authentisch im Classics-Bereich und hat mit Yeezy weiterhin ein Franchise, das in der Spitze funktioniert.

Was ist mit Brands wie New Balance, Asics & Co? Wie schlagen sie sich neben den Big Playern?
Als Spezialist sind wir immer darauf bedacht, nicht nur die offensichtlichen Themen der großen Marken zu spielen. Wir sehen unsere Aufgabe auch darin, relevante Themen bei den kleineren Brands zu identifizieren und unserer Community authentisch zu erklären. Converse hat hier gerade mit Collabs, etwa mit Midnight Studios, gut funktioniert, Asics hat hervorragende Partnerschaften mit GmbH oder zuletzt Awake geschlossen, New Balance hat wiederum mit Aimé Leon Dore oder No Vacancy Inn relevante Projekte vorgestellt. Kommerziell gesehen wird der Abstand zu Nike und Adidas aber immer größer.

Gibt es dennoch Aufsteiger-Labels?
Vans entwickelt sich gerade sehr positiv.

Zurück zu den beiden Großen, Adidas und Nike. Mit welchen Modellen punkten sie?
Bei Nike sind’s nach wie vor die Air Max-Silhouetten, zuletzt der A-Side Air Max 90. Jordan 1 funktioniert als Silhouette generell sehr gut. Adidas punktet insbesondere mit den Classics-Modellen wie SC Premier, aber auch der ZX 10000 war recht stark.
Solebox – das Konzept

Der erste Laden des Sneaker-Spezialisten wurde 2002 von Hikmet Sugoer in Berlin eröffnet. Mittlerweile gibt es vier weitere Filialen in München, Wien, Amsterdam und Brüssel. Seit rund fünf Jahren stecken die Snipes-Macher Sven Voth und Tim Spickenbom hinter dem Konzept, Sugoer ist seit 2015 nicht mehr an Bord. Voth und Spickenbom sind laut Firmen-Impressum außerdem Geschäftsführer der Buffalo Boots GmbH und der Onygo SE.

Da ist ja kein ausgesprochener Chunky Sneaker dabei. Hält der Hype um Schuhe à la Triple S von Balenciaga noch an?
In diesem Bereich entwickeln sich die Umsätze aktuell rückläufig.

Welche Looks und Farben sind stattdessen gefragt?
Die bereits angesprochenen Classics-Modelle laufen am besten in Weiß. Technische oder dekonstruierte Modelle – zum Beispiel Nike Air Force 1 Type oder Nike Drop Type LX – funktionieren hingegen auch in Farbe gut. Die Silhouetten sind eher Low-Top, nur im Fall von Jordan 1 ist natürlich auch Hi begehrt.

Kaufen Frauen anders ein als Männer?
Unsere Kundinnen fragen tatsächlich oft nach den gleichen Sneakern wie die Männer. Informierte Farbwege und Kollaborationen mit Künstlern kommen auch bei den Frauen gut an. Shrink it und pink it funktioniert bei uns also eher nicht.

„Sneaker bis 450 Euro können funktionieren.“
Aljoscha Kondratiew, General Manager bei Solebox
Apropos Künstler-Kooperationen – wo liegt das Preislimit der Kunden?
Das kommt tatsächlich auf den Schuh sowie die Story und ihre Umsetzung an. Sneaker bis 450 Euro können funktionieren. Das hat zuletzt der Arsham 4D Runner von Adidas bewiesen. Kommerziell betrachtet sehe ich Preispunkte ab 200 Euro aufwärts jedoch eher als schwierig an.

Wie steht’s in der Sneaker-Branche um das Top-Thema Nachhaltigkeit. Ist das auch für die Sneakerheads zunehmend essenziell?
Nachhaltigkeit wird meiner Meinung nach in allen Bereichen wichtiger für die Konsumenten. Adidas war hier mit Parley sehr früh dran. Nike arbeitet ebenfalls lange an dem Thema – zuletzt auf dem Zoom Vista Grind mit einer recycelten Midsole. Converse hat ebenfalls Produkte in dieser Richtung in der Pipeline. Eine sehr positive Entwicklung.

Nach rasantem Wachstum konsolidiert sich auch das Sneaker-Business. Wie wollen Sie Ihre Umsätze noch steigern?
Es stimmt, der Markt ist in den letzten Jahren extrem gewachsen. Gerade in unserem Bereich sind aber enorm viele junge Kunden dazugekommen. Unsere Aufgabe ist es, sie abzuholen und die DNA der Sneaker-Kultur weiterzugeben. Wir sehen auf jeden Fall noch jede Menge Potenzial darin, die Community weiterzuentwickeln.

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