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Auf den Fersen von Nike und Adidas

Rekord-Halbjahr für Amer Sports-Mutter


Salomon
Die Übernahme der Amer Gruppe ist für Anta ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum globalen Konzern.
Die Übernahme der Amer Gruppe ist für Anta ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum globalen Konzern.

Der chinesische Sportartikelkonzern Anta Sports hat in den ersten sechs Monaten 2019 ein Umsatzplus von 40% erzielt. Das Ergebnis konnte um 29% gesteigert werden – trotz des Verlusts bei Amer Sports.  Die Übernahme des finnischen Sportartikelunternehmens (u.a. Salomon, Peak Performance, Arc’teryx, Atomic) ist mittlerweile abgeschlossen, seit Montag wird die Aktie nicht mehr an der Börse Helsinki gehandelt. Daher bilanziert Anta – als indirekter Aktionär des Übernahmekonsortiums namens Mascot Bidco Oy – erstmals seine Beteiligung an dem Joint Venture.


Amer Sports legte beim Umsatz im zweiten Quartal um 14% auf 518,9 Mio. Euro zu. Der Verlust erhöhte sich um 77% auf 51,2 Mio. Euro. Mit diesem Verlust habe man gerechnet, erklärt Anta.

Anta setzt die beiden Weltmarktführer in China unter Druck

Die Muttergesellschaft Anta Sports setzte in den ersten sechs Monaten 14,81 Mrd. Yuan um (1,86 Mrd. Euro). Damit ist Anta Sports ein ernstzunehmender Konkurrent für die beiden Weltmarktführer Nike und Adidas, die sich auf Antas Heimatmarkt ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Nike erlöste von Dezember 2018 bis Mai 2019 rund 3 Mrd. Dollar (2,7 Mrd. Euro) in der Region Greater China. Die Adidas-Umsätze für das erste Halbjahr belaufen sich für die gesamte Region Asien-Pazifik auf 4 Mrd. Euro, ein Großteil davon entfällt auf China – bei beiden Konkurrenten eine Region mit nach wie vor hohen Wachstumsraten.

Nächster Meilenstein, nicht nur für Anta, sondern für die gesamte Sportartikelbranche in China, werden die Olympischen Winterspiele 2022. Erklärte Staats-Vision ist es, bis dahin 300 Millionen Chinesen die Teilnahme am Wintersport zu ermöglichen.

Wenngleich Anta Sports nach wie vor die Hälfte seines Umsatzes mit seiner eigenen Brand Anta macht, so zeigt sich die Beliebtheit internationaler Marken bei den chinesischen Kunden auch an dem rasanten Wachstum, das die Gruppe mit der italienischen Sportswear-Brand Fila erzielt. Deren Anteil am Gesamtumsatz der Gruppe schnellte in den letzten zwölf Monaten von 34% auf 44%.

Auf dem Weg zum globalen Konzern

Die Übernahme von Amer Sports gemeinsam mit anderen Investoren war für Anta ein zentraler Schritt auf dem Weg zu einem globalen Konzern, der schon seit vielen Jahren an der Diversifizierung seines Portfolios arbeitet. Neben der Sports-Fashion Brand Fila, deren China-Geschäft die Gruppe im Jahr 2009 übernommen hat, vertreibt Anta auch die japanische Sport-Brand Descente, den Outdoor-Spezialisten Kolon Sport, die Sneaker-Brand Sprandi sowie den Kidswear-Anbieter Kingkow in China.



Bislang betreibt die Gruppe allein mehr als 10.200 Anta- und Anta Kids-Stores landesweit, außerdem rund 1800 Fila-Läden. Die übrigen Brands kommen auf jeweils rund 100 Stores: Kolon Sport ist mit 173 Läden vertreten, Descente mit 115, Sprandi mit 110, Kingkow mit 70 Stores.

2019 hat die Gruppe zum „Jahr der Synergien und Werte“ erklärt. Im Zuge dessen wurden die Brands in drei Segmente geclustert. Zu den Professional Sports Brands gehören Anta, Anta Kids, Sprandi und Antaplus. Trend Sports Brands sind Fila, Fila Fusion, Fila Kids und Kingkow. Zur Outdoor Brands Group gehören neben den Brands der Amer-Gruppe noch Descente und Kolon Sport.

Jede dieser Gruppen hat ein eigenes Design-, Branding- und Vertriebsteam.  Für Retail, Sourcing und E-Commerce werden übergreifende Teams aufgebaut. Gleiches gilt für das Thema Produktion – immerhin wird jeder dritte Schuh, den die Gruppe verkauft, in Anta-eigenen Produktionsbetrieben hergestellt.

Handelskrieg mit USA birgt Chancen und Risiken

Das Produzieren in Partner-Betrieben wird allerdings künftig wohl günstiger werden. Aufgrund des Handelskonflikts mit den USA haben US-Konzerne ihre Aufträge an chinesische Produktionsbetriebe bereits heruntergeschraubt. Doch auch Anta fürchtet durchaus negative Folgen des Handelskriegs – schließlich sollen gerade die Amer-Brands auch international weiterentwickelt werden. Als immer stärker global agierender Konzern rechne Anta mit massiven Auswirkungen des Handelskriegs an allen Fronten, wie Antas Finanzchef Lai Shixian Bloomberg gegenüber erklärt.

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