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TW-Exklusiv: Aus für Deichmann-Tochter auf dem deutschen Markt

Sport Sperk geht, Intersport-Händler übernehmen

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Bald weht über den Sport Sperk-Filialen die Intersport-Fahne.
Bald weht über den Sport Sperk-Filialen die Intersport-Fahne.

Es war ein Rückzug auf Raten, jetzt ist das Aus für die Ochsner Sport-Tochter Sport Sperk besiegelt. Sechs der aktuell neun Standorte bleiben als Sport-Standorte erhalten. Allerdings unter neuer Flagge: Sie werden von Intersport-Händlern übernommen.

Sechs Sport Sperk-Filialen bekommen einen neuen Eigentümer. Genauer gesagt, fünf neue Eigentümer: Bereits seit dem 1. Juni wird die Sport Sperk-Filiale im Münchner Einkaufszentrum Pep von Intersport Siebzehnrübl betrieben – derzeit noch unter dem Namen Sport Sperk. Fünf weitere Filialen wechseln zum 1. August den Besitzer: Der Standort Weiden geht an Intersport Giessübel, Heidenheim an Intersport Schoell, über der Filiale in Kassel steht künftig Intersport Voswinkel. Hamburg geht an Intersport Knudsen. Ottobrunn ist der zweite Standort, den Siebzehnrübl übernimmt. Der Intersport-Verbund gewinnt in Summe rund 7500m² Verkaufsfläche.

„Damit treiben diese fünf Händler das Wachstum der Intersport Genossenschaft weiter“, kommentiert Intersport-CEO Alexander von Preen. „Das ist ein großartiges Signal und ein klares Zeichen für Wachstum im stationären Handel.“

Sport Sperk war Anfang 2016 von der Deichmann-Tochter Ochsner Sport übernommen worden. Bis 2019 war das Unternehmen sowohl mit Ochsner Sport- als auch mit Sport Sperk-Filialen auf dem deutschen Markt vertreten. Dann verabschiedete sich das Format Ochsner Sport vom deutschen Markt, die drei Filialen wurden auf Sport Sperk umgeflaggt, deren Zahl sich damit wieder auf elf erhöhte.


„Das Profil der neuen Geschäfte passt in das händlerorientierte Expansionskonzept unter der Marke Intersport", sagt Intersport Deutschland-Chef Alexander von Preen.
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„Das Profil der neuen Geschäfte passt in das händlerorientierte Expansionskonzept unter der Marke Intersport", sagt Intersport Deutschland-Chef Alexander von Preen.

Nun zieht sich Ochsner Sport komplett aus dem deutschen Sporthandel zurück. Und Intersport übernimmt. „Im Prinzip macht Ochsner Sport das gleiche wie wir: Sie konzentrieren sich auf ihren Kernmarkt, die Schweiz“, sagt Knud Hansen, Händler und zugleich Vorsitzender des Intersport-Aufsichtsrats. Sein Händlerkollege Udo Siebzehnrübl betont: „Sport Sperk hat einen guten Namen in Deutschland.“

Positives Signal, auch für die eigenen Mitarbeiter

Intersport Siebzehnrübl betreibt bis dato fünf Filialen. Auch die beiden neuen Läden sollen möglichst zügig umgebrandet werden. „Die Firma soll aus einem Guss sein.“ Die Mitarbeiter seien vor allem überrascht gewesen, als sie über die Expansion informiert wurden. „In dieser Zeit, in der wir natürlich alle massive Verluste eingefahren haben. Dass wir das Vertrauen der Intersport haben, dass wir das Vertrauen der Banken haben. Nicht nur wir glauben an den stationären Handel, wir konnten auch die Banken davon überzeugen, dass wir eine Zukunft haben.“ Die neuen früheren Sport Sperk-Mitarbeiter in den Filialen seien begeistert, dass sie in ein familiengeführtes Unternehmen kommen. „Sie genießen die kürzeren Wege und schnelleren Entscheidungen.“


„Das Profil der neuen Geschäfte passt in das händlerorientierte Expansionskonzept unter der Marke Intersport“, so von Preen. „Die sechs Flächen sind mit zum Teil mehr als 1000m² bestens geeignet, um die fokussierten Kategorien Urban Sports mit Running und Training sowie Outdoor kompetent umzusetzen.“

Mit den neuen Standorten in München und Hamburg setzten die Händler auch in den „Key Cities“ ein klares Signal für die Marke Intersport. „Der Standort Im AEZ Einkaufszentrum im Norden Hamburgs passt für uns logistisch sehr gut“, so Hansen. „Und es ist ein klares Signal auch an unsere Mitarbeiter, dass wir zum stationären Handel stehen. Wir freuen uns riesig, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, jetzt auch in einer Metropole tätig zu sein.“ Gleichzeitig sei das Besetzen „weißer Flecken“ mit sechs neuen Anlaufstellen auch ein Push für das Omnichannel-Business, so von Preen. Keine Intersport-Zukunft haben die Sport Sperk-Standorte in Koblenz, Neu-Ulm und Regensburg.

Sport Sperk-Mitarbeiter werden übernommen

„Erste Gespräche haben wir schon vergangenes Jahr geführt, also wirklich mitten in der Pandemie“, berichtet Niko Varwig, Leiter des Business Partnering bei Intersport. „Die Deichmann-Gruppe ist an uns herangetreten und hat uns informiert, dass man sich mit Ochsner Sport, sprich Sport Sperk, aus dem deutschen Markt zurückziehen möchte.“ Einen Kaufvertrag mit der Deichmann-Gruppe haben nun alle fünf Intersport-Unternehmer einzeln abgeschlossen.


Dabei werden die bestehenden Arbeitsverhältnisse der Beschäftigten auf die Intersport-Händler übertragen. Diese übernehmen also nicht nur den Mietvertrag, sondern auch die Mitarbeiter, Teile des Ladenbaus und Ware. „Also alles, was nötig ist, um ein Geschäft schlüsselfertig übernehmen zu können und weiterzuführen.“

„Zukünftiges Wachstum im Retail wird vor allem über Konzepte zur Filialisierung gelingen", ist Niko Varwig, Leiter des Business Partnering bei Intersport, überzeugt.
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„Zukünftiges Wachstum im Retail wird vor allem über Konzepte zur Filialisierung gelingen", ist Niko Varwig, Leiter des Business Partnering bei Intersport, überzeugt.

Für jeden Standort habe die Heilbronner Zentrale mehrere Händler angesprochen, die sich bewerben konnten, berichtet Knud Hansen. Dreh- und Angelpunkt in der Bewertung der Standorte war der Mietvertragsübertrag. „Ganz so einfach, wie man sich das in Pandemiezeiten vorstellt, waren die Gespräche mit den Vermietern nicht. Aber die Gesprächsbereitschaft war da.“


Alle fünf Unternehmen betreiben bereits mehrere Filialen. „Das ist etwas, was uns auszeichnet“, betont Varwig. „Und gerade mit diesem Projekt können wir zeigen, dass es uns möglich ist, bundesweit attraktive Standorte mit unseren Unternehmern zu besetzen, die in ihrem Einzugsgebiet relativ flexibel filialisieren können.“ Intersport habe rund 30 Filialisten im Verbund, die mindestens drei Standorte betreiben. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Aufgrund dieser Filialstruktur haben wir beste Voraussetzungen, das weiter zu skalieren.“

Beste Voraussetzungen durch Filialstruktur

„Für uns als regionalen Filialisten ist der Standort Heidenheim gut machbar von der Logistik“, sagt Andreas Schoell. „Das ist ein sehr gut geführtes Geschäft, mit guter Warenführung, und sehr freundlichen, zugewandten Mitarbeitern. Um Unterschied zum sehr textillastigen Sport Sperk werden wir mehr Kompetenzprodukte in den Laden bringen: Ski, Tennis, Laufen mit Laufanalyse und Teststrecke. Und wir können die Regionalitätskarte spielen, was vielleicht beim Heidenheimer Kunden etwas verloren gegangen ist.“ Auch in Heidenheim wird zunächst unter Sport Sperk weitergemacht, „um zwei Sonderverkäufe und damit Umsatz zu machen“. Intersport Schoell eröffnet dann nach einem kleinen Umbau im März.



Auch Voswinkel-Geschäftsführerin Anna-Lena Schulte-Angels betont, man habe sich den Standort sehr genau angeschaut und auf seine Wirtschaftlichkeit und sein Potenzial abgeklopft. „Wir expandieren nicht um des Expandierens willen. Kassel passt perfekt in unser Portfolio. In der Innenstadt sind wir schon vertreten und können das jetzt mit dem DEZ als Stadtrandcenter perfekt ergänzen. Wir glauben sehr fest daran, dass dieser Standort eine Zukunft hat. Und es ist toll, wie das Filialteam jetzt schon mit uns zusammenarbeitet.“


Varwig ist überzeugt, dass das nicht das letzte Wachstumsprojekt für Intersport in diesem Jahr gewesen ist. „Das ist der Startschuss.“

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