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Wachstumsstrategie

New Era ist bereit für die nächste Liga

New Era
Paul Gils, Vice President EMEA
Paul Gils, Vice President EMEA

Mehr Produkte, mehr Fußball: New Era will in Europa wachsen.

 „In Deutschland entwickelt sich der Kappen-Trend ein wenig atypisch“, verrät Paul Gils, Vice President für die EMEA-Region beim US-Label New Era, einem der führenden Anbieter in diesem Segment. Dass in den vergangenen Saisons bei modisch Informierteneher Kappen mit gebogenem Visor, die sogenannten Dad’s Caps, angesagt waren, habe sich bei New Era am ehesten in den Abverkäufen in Südeuropa niedergeschlagen. Hierzulande sei der gerade Sonnenschutz noch immer am erfolgreichsten, meint Gils. Ein Look, für den das Label vor allem mit dem ikonischen Modell 59Fifty auch in erster Linie steht.

Die 9Fifty von New Era
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Die 9Fifty von New Era
Und Deutschland ist immerhin der stärkste Markt in Europa, trägt in der Region 20% zum Umsatz bei, den Gils nicht näher beziffert. Es folgen Großbritannien und Frankreich.

Hierzulande gibt es seit 2008 einen Laden in Berlin, der im Spätsommer 2018 umgezogen ist. Vom Hackeschen Markt in die Münzstraße. Von zwei Etagen auf eine. Ein Vorteil, wie Gils meint. In den neuen Räumlichkeiten könne das Markenerlebnis besser transportiert werden, etwa mit Auftritten bekannter NBA-Spieler. Eine Filiale in Frankfurt hat hingegen nicht die Erwartung erfüllt – sie wurde vor wenigen Monaten geschlossen.

Die Strategie von New Era in der EMEA-Region sei aber ohnehin Wholesale-getrieben, zu den Handelspartnern zählen Konzepte von Foot Locker über Snipes bis hin zu Karstadt Sports. Insgesamt zählt New Era in Europa 8500 Türen, aber nur zwei eigene Läden. Neben Berlin befindet sich ein weiterer in London. „Mit den Läden sorgen wir nur für ein wenig zusätzliche Würze“, sagt Gils. Anders sieht es in China oder Südkorea aus, wo das Label auf eine Direct-to-Consumer-Strategie setzt. Nichtsdestotrotz sollen auch in Europa weitere Stores eröffnet werden. Ganz oben auf der Wunschliste stehen derzeit Paris und Barcelona.

Großes Potenzial sehen die Macher zudem in Russland und Indien, wo der Sports- und Lifestyle-Handel laut Gils gerade erst so richtig anläuft. Außerdem verspricht er sich viel von der eigenen Linie New Era Cap Brand, die aktuell bescheidene 5% zum Umsatz beiträgt, in den kommenden drei bis vier Jahren aber gepusht werden soll. Den Großteil des Geschäfts macht das Unternehmen mit Lizenzen von US-amerikanischen Sportligen wie der NBA, der MLB und der NFL. Kommendes Jahr startet das Unternehmen auch mit NFL-Accessoires wie Rucksäcken und Waist Bags in Europa. Bislang seien diese nur in Japan und Brasilien erhältlich, wie Gils sagt.

Um die Umsätze mit New Era Cap Brand zu steigern, wird auch bei dieser Linie sukzessive das Produktangebot erweitert. Seit 2012 bietet das Eigenlabel Bekleidung für Männer – seitdem habe sich das Apparel-Business verdoppelt und trage mittlerweile 15% zu dem Umsatz der Linie bei. Wann Bekleidung für Frauen und Kinder folgt, lässt Gils noch offen. Er erklärt: „Wir müssen erstmal mit dem Apparel-Business bei Männern weiter wachsen, um den Einstieg in Womens- und Kidswear zu rechtfertigen.“

Darüber hinaus griffen die Kundinnen schon jetzt ohne Scheu zu den Produkten für Männer. Denn obwohl es Kappen- und Mützen-Styles für Frauen gibt, stünden diese nur für 8% des Geschäfts – während die Frauen eigentlich rund ein Viertel zum Umsatz beitrügen. Kinder stehen für 5%.

Mehr erreichen wollen die Macher auch in Sportdisziplinen, die hierzulande besonders populär sind. Künftig möchte New Era mit weiteren Vereinen der 1. und 2. Fußball-Bundesliga zusammenarbeiten. Aktuell gibt es etwa Kappen für Hertha BSC. Gleiche Bemühungen gelten für England, wo Manchester United und Tottenham Hotspur zu den Partnern zählen.
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