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Britischer Sportswear-Händler peilt Gewinn über Vor-Pandemie-Niveau an

JD Sports trotzt der Corona-Krise

Imago / ZUMA Wirr
Warten auf die Ladenöffnung: Menschenmenge vor einem JD Store London nach dem Lockdown
Warten auf die Ladenöffnung: Menschenmenge vor einem JD Store London nach dem Lockdown

Der britische Sportartikel-Händler JD Sports Fashion konnte in einer beispiellosen Periode globaler Unsicherheit und Corona-bedingter Store-Schließungen den Umsatz halten und profitabel bleiben.

Der Gruppenumsatz stieg im Geschäftsjahr 2020/21 (Stichtag: 30. Januar) um 0,9 % auf 6,17 Mrd. Pfund (7,1 Mrd. Euro), während der Vorsteuergewinn um 7% auf 324 Mio. Pfund zurückging.


Dass das Unternehmen relativ gut durch die Krise gekommen ist, führt Executive Chairman Peter Cowgill auf die Stärke und die gute Positionierung von JD sowie die Verbraucher-Affinität zur Marke zurück. „Dazu trug die Relevanz der Produktpalette für stilbewusste Konsumenten, das über Jahre hinweg aufgebaute agile Multichannel-System und die Flexibilität der Infrastruktur bei“, sagte Cowgill.

Trotz der Herausforderungen in dem schwierigen Jahr, in dem auch der Brexit für Unruhe sorgte, ist Cowgill für das laufende Geschäftsjahr positiv gestimmt. Die Prognose für den Vorsteuergewinn liegt jetzt zwischen 475 Mio. und 500 Mio. Pfund. Sie stützt sich laut Cowgill auf die Tatsache, dass die Gruppe trotz der widrigen Umstände mit langen Storeschließungen den Umsatz halten konnte. Der Kurs der JD Sports-Aktie legte an der Börse um 4,38% auf 953,60 Pence zu. Die Marktkapitalisierung des Retailers von Sportswear, Fashion und Outdoor-Brands beträgt damit 9,8 Mrd. Pfund.

Über 2600 Stores

Zur guten Performance trugen vor allem The Finish Line und das US-Geschäft von JD bei, das bei einem Umsatz von 1,7 Mrd. Pfund einen Gewinn von 156 Mio. Pfund erwirtschaftete. Während in Großbritannien ein Umsatz von 2,5 Mrd. Pfund erzielt wurde, waren es im restlichen Europa 1,6 Mrd. Pfund und im Rest der Welt 280 Mio. Pfund. Die Gruppe betreibt mit insgesamt 54.000 Beschäftigten in der Sparte Sports Fashion weltweit 2396 Stores, hinzu kommen in der Sparte Outdoor mit Brands wie Blacks, Millets, Ultimate Outdoors, Go Outdoors, Go Fishing und Naylors 240 Stores.

JD Sports hatte im vergangenen Jahr seine transatlantische Einkaufstour fortgesetzt und mit Übernahmen des US-amerikanischen Sportartikel-Filialisten Shoe Palace und der US-Sportswear-Firma DTRL Villa die Expansion beschleunigt. Das stationäre Geschäft in den USA sei im neuen Geschäftsjahr bis jetzt größtenteils nicht von Corona-Restriktionen betroffen. Die internationale Entwicklung mache Fortschritte. Auf dem europäischen Kontinent seien 31 neue JD Stores hinzugekommen, in der Region Asien/Pazifik waren es fünf Stores.

Der Andrang der Kunden vor den JD Stores in Großbritannien beim Restart nach dem gut dreimonatigen Lockdown unterstreicht laut Cowgill die Bedeutung des stationären Handels trotz des Online-Booms im vergangenen Jahr.


JD konnte seine Logistikzentren während der Pandemie durch neue Betriebsabläufe und Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen weiter betreiben. Da die Online-Käufe auf hohem Niveau bleiben und die Center mit Social Distancing-Restriktionen betrieben werden müssen, sind neue Lager-Kapazitäten für das Fulfillment von Online-Aufträgen erforderlich.

Nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union ist laut Cowgill zollfreier, reibungsloser Handel mit den früheren europäischen Partnern nicht mehr möglich. Um diese Brexit-Konsequenz zu umgehen, wurde im Herbst 2020 ein 7500m² großes Logistikzentrum in Belgien eröffnet, das einen großen Anteil der Kern-Produktgruppen und der sich am schnellsten drehenden Linien für Stores auf dem Kontinent ausliefert. Das Center funktioniere gut, biete aber keine Lösung für Online-Aufträge oder Produkte, die für die Republik Irland bestimmt seien. Deshalb wird nun ein gut 6000m² großes Logistikzentrum in der Nähe von Dublin errichtet, das in der zweiten Jahreshälfte den Betrieb aufnehmen wird.

„Wir suchen weiter nach Möglichkeiten für eine größere permanente Anlage in Europa, die im Wesentlichen das gesamte Volumen für Stores und Online-Aufträge auf dem europäischen Festland abwickeln kann“, so Cowgill. Ein solches größeres Center werde aber wohl kaum vor Herbst 2022 zur Verfügung stehen.

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