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Britischer Sportswear-Retailer mit Rekord-Halbjahresergebnis

Online-Nachfrage treibt den Umsatz bei JD Sports an

Imago / ZUMA Wire
Als die JD Sports-Filiale an der Londoner Oxford Street nach dem Lockdown im Frühjahr dieses Jahres wieder öffnen konnte, herrschte dort großer Andrang.
Als die JD Sports-Filiale an der Londoner Oxford Street nach dem Lockdown im Frühjahr dieses Jahres wieder öffnen konnte, herrschte dort großer Andrang.

Eine herausragende Belastbarkeit hat der britische Sportswear- und Sneaker-Filialist JD Sports Fashion während der Turbulenzen in der Corona-Krise demonstriert. Ein Boom bei den Online-Verkäufen während der Lockdowns und eine starke Konsumentennachfrage seit der Wiedereröffnungen hat dem Unternehmen im ersten Geschäftshalbjahr (Stichtag: 31. Juli) ein Rekordergebnis gebracht.

Im Berichtszeitraum ist der Umsatz um 52% auf 3,89 Mrd. Pfund (4,55 Mrd. Euro) gestiegen. Der Gewinn vor Steuern und außerordentlichen Posten ist auf 439,5 Mio. Pfund gewachsen, verglichen mit 61,9 Mio. Pfund in 2020 und 158,6 Mio. Pfund vor der Corona-Krise im Jahr 2019.

Das Ebitda verbesserte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 121% auf 746,4 Mio. Pfund. Für das laufende Geschäftsjahr wird mit einem Vorsteuergewinn von wenigstens 750 Mio. Pfund gerechnet. An der Börse legte die JD Sports-Aktie um 7,9% auf 1132 Pence zu, die Marktkapitalisierung stieg auf 11,67 Mrd. Pfund. Damit ist JD Sports in Großbritannien der an der Börse am höchsten bewertete Non-Food Retailer.

"Angesichts der Herausforderungen während der Covid-19 Pandemie in vielen Märkten, der weitverbreiteten Belastungen bei der internationalen Logistik und den Lieferketten sowie niedriger Frequenz nach dem Restart in vielen Ländern hat die Gruppe eine herausragende Belastbarkeit bewiesen", sagte Executive Chairman Peter Cowgill, "das Rekordergebnis ist extrem ermutigend". Zum guten Ergebnis haben die steigende Online-Nachfrage und der Nachholbedarf in Großbritannien in Kombination mit fiskalischen Anreizen in den USA  beigetragen.

Im vergangenen Jahr hatte JD Sports seine transatlantische Akquisitionstour mit dem Einstieg bei dem US-amerikanischen Sport-Filialisten Shoe Palace und der US-Sportswear-Firma DTRL Villa fortgesetzt. Der Gewinn vor Steuern und außerordentlichen Posten der US-Töchter wird mit 245 Mio. Pfund ausgewiesen, im Vergleich zu 73,4 Mio. Pfund im Vorjahr und 35,7 Mio. Pfund in 2019.

In Großbritannien wurde ein Gewinn von 170,8 Mio. Pfund erzielt, der das Vorkrisen-Niveau übertrifft, nachdem die Kunden auf Online-Käufe umschwenkten und damit die Lockdown-Störungen aufgefangen werden konnten. Cowgill sagte, dass JD Sports "an der Spitze der globalen Sports-Branche sei". Internationale Brands wie Nike und Adidas bezeichneten JD regelmäßig als ersten globalen strategischen Partner, so Cowgill.

Der Brexit habe zu Zöllen und "einer beträchtlich erhöhten administrativen Last" geführt. Ein unerwartet hoher Anteil von LKW werde an der Grenze gestoppt, was sich auf die Lieferzeiten auswirke.

Die JD Sports Gruppe, die weltweit 3066 Shops betreibt, werde weiter Ausschau nach Akquisitionen halten, die entweder die geografische Reichweite ausdehnen oder andere Produkte verkaufen, die relevant für einen stilbewussten Konsumenten sind, wie Cowgill sagte. Erst kürzlich hatte es Spekulationen gegeben, dass JD Sports an einer Übernahme des Fast Fashion-Retailers Missguided interessiert sei.
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