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Britischer Sportswear-Retailer warnt vor Inflationsrisiken und Lieferketten-Störungen

JD Sports Fashion: Umsatz steigt, Gewinn sinkt

Imago / Dean Pictures
Eine JD Sports-Filiale in Kopenhagen. Insgesamt gehören 3402 Stores zur Gruppe JD Sports Fashion.
Eine JD Sports-Filiale in Kopenhagen. Insgesamt gehören 3402 Stores zur Gruppe JD Sports Fashion.

Der britische Sportswear- und Sneaker-Filialist JD Sports Fashion hat im ersten Geschäftshalbjahr (Stichtag: 30. Juli) den Umsatz um 13,7% auf 4,42 Mrd. Pfund (5,1 Mrd. Euro) im Vergleich zur Vorjahresperiode gesteigert. Der Vorsteuergewinn ging jedoch um 18% auf 298,3 Mio. Pfund zurück. Der Gewinn vor Steuern und außerordentlichen Posten lag bei 383 Mio. Pfund und damit 13% niedriger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Er übertraf aber die Prognosen vieler Analysten. Die Bruttomarge betrug 48,5% und blieb damit auf Vorjahres-Niveau.

Die Verkäufe in den ersten sechs Wochen des zweiten Geschäftshalbjahres legten laut Chair Andrew Higginson vor dem Einfluss von kürzlichen Akquisitionen um rund 8% zu. "Während die Performance insgesamt ermutigend ist und ein Ergebnis am oberen Ende der Erwartungen erzielt wurde, bleiben wir zwangsläufig vorsichtig im Hinblick auf das Geschäft im verbleibenden Halbjahr", sagte Higginson mit Verweis auf die wirtschaftliche Unsicherheit, Inflationsrisiken und das Potenzial für weitere Lieferketten-Störungen. Die Börse reagierte mit einem Abschlag von 6,05% auf den Kurs der JD Sports-Aktie, die am Mittag mit 117,90 Pence notierte. Damit beträgt die Marktkapitalisierung des Unternehmens 6,08 Mrd. Pfund.

Das Ergebnis war vor allem vom Nordamerika-Geschäft beeinflusst, das 1,3 Mrd. Pfund zum Gruppenumsatz beitrug. Chief Executive Regis Schultz sagte, dass die Performance in Nordamerika nicht direkt mit der Vorjahresperiode zu vergleichen sei. Denn damals habe sich das temporäre finanzpolitische Stimulierungspaket, das die US-Regierung im Zuge der Covid-19-Pandemie aufgelegt hatte, günstig auf die Performance des Unternehmens ausgewirkt. Im Berichtszeitraum reduzierte sich der Gewinn vor Steuern und außerordentlichen Posten quer durch die kombinierten Businesses in Nordamerika um 115,1 Mio. Pfund. Nach den Akquisitionen von Finish Line im Jahr 2018 und Shoe Palace sowie DTLR wird inzwischen fast ein Drittel des Umsatzes in den USA generiert.

Erholung in den europäischen Märkten

Eine robuste Performance mit einem Umsatzzuwachs von gut 30% auf 1,75 Mrd. Pfund verzeichnete das Geschäft in Großbritannien und der Republik Irland, die einen Gewinn vor Steuern und außerordentlichen Posten von 153 Mio. Pfund zum Ergebnis beitrugen.

Ermutigt zeigt sich Schultz  von der Erholung in den europäischen Märkten, wo der Umsatz von 908 Mio. Pfund auf 1,15 Mrd. Pfund stieg. Nach einem Verlust von 7,2 Mio. Pfund in der Vorjahresperiode trug die Region einen Gewinn vor Steuern und außerordentlichen Posten von 57,1 Mio. Pfund zum Ergebnis bei. Im Sports-Segment stiegen die Einnahmen um mehr als 30%.

"Die Performance profitierte von Maßnahmen zur Verbesserung unseres Service-Angebots", so Schultz, "das schließt Investitionen in lokale Logistikfähigkeiten ein, sodass rund 90% der Produkte für JD Stores in West-Europa jetzt von unseren Lägern in Süd-Belgien und Nord-Frankreich geliefert werden. In Heerlen im Südosten der Niederlande ist der Bau einer größeren Anlage im Gange. Wir erwarten, mit dem Fulfillment von dort in der ersten Hälfte 2024 beginnen zu können."

Trotz der betrieblichen Herausforderungen, mit denen sich JD Sports temporär während der Pandemie-Periode konfrontiert sah, hat sich der Blick auf die langfristigen Möglichkeiten für JD auf dem europäischen Kontinent nicht geändert. Das Unternehmen hält unverändert daran fest, in Europa zügig mit netto 51 neuen JD Stores  zu expandieren, darunter neun neue in Ost-Europa eröffnete Filialen sowie 22 Stores, die bislang unter dem Namen Chausport in Frankreich betrieben wurden und nun umgewandelt werden.

Fortschritte in der Region Asien/Pazifik

Im Rest der Welt steigerte JD Sports den Umsatz von 161,6 Mio. Pfund auf 217,2 Mio. Pfund. In der Region Asien/Pazifik macht die Gruppe Fortschritte. Der Umsatzanteil der Region konnte von 9,6% auf 15,5% gesteigert werden, während sich der Gewinn vor Steuern und außerordentlichen Posten von 13,6 Mio. Pfund auf 29,3 Mio. Pfund verbesserte. Australien bleibt der bedeutendste Markt in der Region, wo weitere drei neue Stores im Berichtszeitraum eröffnet wurden. Insgesamt ist das Filialnetz in Australien im ersten Halbjahr von 35 auf 43 Stores gewachsen. Nach einem ermutigenden Start des Stores in Auckland sollen im zweiten Halbjahr zwei neue Stores in Neuseeland eröffnet werden.

Über alle Märkte hinweg hatte die Gruppe am Ende des Berichtszeitraums 3402 Stores, davon 3154 Sports Fashion-Läden und 248 im Segment Outdoor. Zudem betreibt JD Sports Fashion 77 Gyms in Großbritannien, wovon sich 66 an JD-Standorten befinden und weitere 11 nach wie vor unter X4L laufen. Das GymNation Business in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit sieben Gyms ist gut angelaufen, sodass weitere Eröffnungen, etwa in Dubai und Sharjah, geplant sind.

Für das zweite Geschäftshalbjahr wird eine ähnliche Entwicklung wie im Berichtszeitraum erwartet. Die Gruppe trifft Maßnahmen, um den gegenwärtigen Kostendruck zu mildern. So sind Initiativen im Gange, um die Produktivität in den Stores und Lägern zu steigern sowie die Energie-Effizienz zu verbessern. Angesichts der makro-ökonomischen Unsicherheit, des Inflationsdrucks und möglichen weiteren Lieferketten-Störungen bleibt das Management vorsichtig für das zweite Halbjahr. Dennoch wird für das laufende Geschäftsjahr, das am 28. Januar 2023 endet, ein ähnliches Rekordergebnis wie im Vorjahr erwartet. Da wurde bei einem Umsatz von 8,6 Mrd. Pfund ein Gewinn vor Steuern und außerordentlichen Posten in Höhe von 947 Mio. Pfund erwirtschaftet.
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