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Adidas legt Quartalszahlen vor

China, Lockdowns und Lieferengpässe kosten 600 Mio. Euro Umsatz

Adidas
Das Wachstum beim zweitgrößten Sportartikelkonzern der Welt kommt vor allem aus den eigenen Kanälen - auch in Nordamerika (im Bild der Store in NY).
Das Wachstum beim zweitgrößten Sportartikelkonzern der Welt kommt vor allem aus den eigenen Kanälen - auch in Nordamerika (im Bild der Store in NY).

Ein Umsatzplus in Europa, Nordamerika und Lateinamerika im dritten Quartal konnte einen zweistelligen Rückgang des Adidas-Geschäfts in China kompensieren.  Die Gesamterlöse des Sportartikel-Konzerns stiegen um 3% auf 5,75 Mrd. Euro. Der Gewinn fiel um 9%.

Mit einem Umsatzminus von 15% in China hat das "herausfordernde Marktumfeld" den zweitgrößten Sportartikelkonzern der Welt im dritten Quartal empfindlich getroffen. China ist mit einem Umsatzanteil von rund 20% der drittgrößte Markt für Adidas nach EMEA (40%) und Nordamerika (25%). Der Umsatz in China ging auf 1,155 Mrd. Euro zurück.

Dieser Rückgang konnte allerdings durch Wachstum in den zwei größten Regionen mehr als kompensiert werden. Sowohl in EMEA als auch in Nordamerika wuchs der Umsatz im dritten Quartal währungsbereinigt um jeweils 9% trotz der negativen Auswirkungen der beträchtlich längeren Vorlaufzeiten aufgrund anhaltender, branchenweiter Liefer- und Bearbeitungsengpässe. Der Umsatz in der Heimatregion stieg auf 2,25 Mrd. Euro, in Nordamerika auf 1,4 Mrd. Euro.

Insgesamt haben das herausfordernde Marktumfeld in China, weitreichende Lockdowns im Zusammenhang mit Covid-19 in der Region Asien-Pazifik sowie branchenweite Beeinträchtigungen der Lieferkette das Umsatzwachstum im dritten Quartal um rund 600 Mio. Euro gedämpft.

Auch die operative Marge haben die Verwerfungen in der Lieferkette geschmälert, allerdings nur um 0,2 Prozentpunkte auf 50,1%. Das Betriebsergebnis des Unternehmens ist um 9% auf 672 Mio. Euro zurückgegangen, der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen um 10% auf 479 Mio. Euro.

Wachstum vor allem im D2C-Geschäft

Insgesamt beträgt das Umsatzplus 3% (währungsbereinigt und in Euro). Dieses Plus ist vor allem auf Zuwächse im D2C-Geschäft zurückzuführen. Der Umsatz stieg hier währungsbereinigt um 5% im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Geschäft trug von Juli bis September 2 Mrd. Euro und damit ein Drittel zum Gesamtumsatz bei. Im Vergleich zu 2019 entspricht das einem Anstieg um fast 20%.

Der Umsatz des Unternehmens im E-Commerce stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8%, vor allem durch mehr Verkäufe zum Vollpreis.

In den ersten neun Monaten 2021 legte der Umsatz auf währungsbereinigter Basis um 24% zu auf 16,096 Mrd. Euro. Die Bruttomarge des Unternehmens, im dritten Quartal leicht rückläufig, stieg in den ersten neun Monaten um 0,9 Prozentpunkte auf 51,2%.

Prognose bestätigt – im unteren Bereich der Spanne

Das Unternehmen erwartet weiterhin einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von bis zu 20%, geht aber inzwischen davon aus, dass das Wachstum im unteren Bereich der Spanne liegen wird. Grund dafür sind die länger als erwartet andauernden Herausforderungen bei der Beschaffung und das herausfordernde Marktumfeld in China.

Folglich geht das Unternehmen auch davon aus, dass sowohl die operative Marge als auch der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen im unteren Bereich der bereits kommunizierten Korridore zwischen 9,5% und 10% (operative Marge) bzw. 1,4 Mrd. Euro und 1,5 Mrd. Euro (Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen) liegen wird.

Gleichzeitig wird erwartet, dass aufgrund erheblich höherer Beschaffungs- und Logistikkosten sowie eines weniger günstigen Marktmix die Bruttomarge im Jahr 2021 auf einen Wert von zwischen 50,5% und 51% steigen wird. Bisher ging der Konzern von rund 52% aus.

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