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"Das verschlimmert die Ungleichbehandlung"

Intersport und Sport 2000 beklagen Wettbewerbsverzerrung

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Am Montag fällt der Startschuss für das Re-Opening vieler kleiner Sporthändler. Große Händler sind bei der ersten Runde nicht dabei.
Am Montag fällt der Startschuss für das Re-Opening vieler kleiner Sporthändler. Große Händler sind bei der ersten Runde nicht dabei.

Man könnte meinen, die gestrige Entscheidung war eine gute für die zwei großen Sporthandels-Verbundgruppen Intersport und Sport 2000. Schließlich darf der Großteil ihrer Händler ab Montag wieder die Läden öffnen. Bei Intersport fallen rund 85% der Häuser unter die 800m²-Regel, bei Sport 2000 ist dieser Anteil sogar noch etwas höher.

„Wir begrüßen die schrittweise Öffnung der Geschäfte unter Beachtung der Hygienevorgaben ausdrücklich. Aus unserer Sicht ist das eine Chance, zumindest langsam wieder Umsätze zu generieren und so die so wichtige Liquidität in die Unternehmen zu bringen. Sicherlich kann und darf niemand von einer unmittelbaren Rückkehr zur Normalität ausgehen“, sagt Sport 2000-Geschäftsführer Markus Hupach.

Entschädigungen für benachteiligte Händler gefordert

Und auch Intersport Deutschland-Chef Alexander von Preen freut sich natürlich für die Händler, die am Montag wieder öffnen dürfen. „Dass aber alle großen Häuser und vor allem auch die Mehrsortimenter fehlen, die auch Mode führen, ist sehr schmerzhaft. Das ist eine ganz massive Ungleichbehandlung und Wettbewerbsverzerrung – zumal Baumärkte und der LEH seit Wochen schon den Markt mit unterschiedlichen Sport- und Modesortimenten bedienen. Die gestrige Entscheidung verschlimmert diese Ungleichbehandlung sogar noch.“ Es sei erklärtes Ziel der Regierung, die Frequenz in den Innenstädten niedrig zu halten. „Dann muss man aber auch über Entschädigungen für die benachteiligten Händler nachdenken“, fordert von Preen. Er werde weiter massiv versuchen, dieses Thema bei der Politik zu platzieren. „Und wieso dürfen große Autohäuser, Buchläden und Fahrradhändler öffnen?“

Klare Hygieneregeln wichtiger als Größe

Die Grenze von 800m² für Sport- und Modehändler sei schwer vermittelbar. Gerade größere Häuser hätten ganz andere Möglichkeiten, die Frequenz und Laufwege auf der Fläche zu steuern. Vor allem die fehlende Perspektive und die Unsicherheit sorgten momentan für große Frustration. Das sieht Hupach genauso: „Aus der aktuellen Beschränkung ergibt sich aus unserer Sicht eine Wettbewerbsverzerrung, die wir nicht nachvollziehen können. Viel wichtiger als die Größe der Verkaufsfläche ist die klare und vor allem bundesweit einheitliche Vorgabe und Kontrolle der Hygieneregeln. Diese können insbesondere von den großen Geschäften sehr gut umgesetzt werden, daher sollten Sie an dieser Stelle nicht benachteiligt werden.“

Er plädiert für eine Bundesländer übergreifend einheitliche Vorgehensweise. „Bei allen Vorteilen des Föderalismus – an dieser Stelle ist eine regionale Denkweise nicht angebracht. Nur so ist sichergestellt, dass alle Verbraucher an jedem Ort in Deutschland transparent wissen, wie sie sich zu verhalten haben und wo sie einkaufen können.“

Nicht alle werden Montag öffnen können

„Nicht alle, die dürfen, werden es schaffen, am Montag zu eröffnen“, so von Preen. „Wir tun alles, um unsere Händler zu unterstützen. Werden versuchen, sie ausreichend mit Masken, Spucktrennscheiben und Desinfektionsmittel zu versorgen. Und wir werden Ratschläge zum Hygienekonzept geben – warten aber selbst noch auf viele Infos.“ Marketing-Aktionen werden vor allem über die Social Media-Kanäle gespielt werden. „Eine große Kampagne, wie wir sie eigentlich für den 4. Mai angedacht hatten, werden wir auf die Schnelle nicht umsetzen können.“
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