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Decathlon Deutschland-Chef zu Rebound, Radsport und Reparaturen

"Wir haben eine Menge in der Pipeline"

Decathlon
André Weinert leitet seit September 2019 das Deutschland-Geschäft von Decathlon.
André Weinert leitet seit September 2019 das Deutschland-Geschäft von Decathlon.

Mit einem Umsatzplus von 26% hat Decathlon im vergangenen Jahr weiter massiv Marktanteile gewinnen können − nicht zuletzt dank eines immer größeren Filial-Netzes. Der neue Deutschland-Chef André Weinert erklärt im TW-Interview, wie Decathlon jetzt auch verstärkt online angreifen will.

    
TextilWirtschaft: Wie läuft das Geschäft seit Ende des Shutdowns wieder an?
André Weinert: Unser Business Rebound lässt sich grob in drei Phasen einordnen, „Re-Start“, „Anpassung“ und „Zurück zum Wachstum“. Der „Re-Start“ war geprägt durch die Limitierung von Bund und Ländern auf eine Verkaufsfläche von 800m² oder in einigen Bundesländern durch eine Beschränkung auf das Radsportsortiment. In dieser Phase konnten wir bei unseren Kunden eine große Nachfrage im Bereich Radsport feststellen. In der zweiten Phase hat sich das Interesse unserer Kunden auf weitere Sportarten ausgebreitet und wir konnten bereits eine „Anpassung“ im Kaufverhalten feststellen. Der Schwerpunkt lag zu diesem Zeitpunkt allerdings immer noch stark im Bereich Material wie z. B. Fitness-Tools für den häuslichen Gebrauch.

Also sehr hartwarenlastig. Sehen Sie mittlerweile eine Erholung des Textil-Geschäfts?
Seit Mitte Mai dürfen wir wieder ein Umsatzplus verzeichnen und befinden uns damit in der dritten Phase „Zurück zum Wachstum“. Textilien sind jetzt wieder mehr gefragt und der Produktmix aus Material- und Textilverkauf kehrt Schritt für Schritt zur Normalität zurück.

Wie entwickelt sich seither das Online-Geschäft?
Bereits vor Covid-19 hat sich unser Online-Geschäft sehr stark entwickelt. Während des Lockdowns haben wir zusätzlich viele Neukunden gewinnen können und dieser sehr positive Trend setzt sich auch nach der Wiedereröffnung der Filialen weiter fort.

Was läuft online bei Decathlon besonders gut?
Allgemein gibt es zwischen den Bestsellern on- und offline keine Unterschiede. Der Online-Shop besticht natürlich durch sein umfangreicheres Sortiment. Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Wochen großes Interesse an Outdoor- und Wassersportprodukten zu erkennen sein wird. Die Menschen möchten in die Natur, sich im Freien bewegen und sportlich betätigen. Auch der Bereich Radsport wird mit aller Voraussicht nach, wie in den vergangen Wochen, eine hohe Nachfrage verzeichnen.

Sie kündigen den Ausbau des Decathlon Öko-Systems an. Was haben Sie in der Pipeline?
Eine ganze Menge. Wir wissen, dass die Erwartungen unserer Kunden und Sportler in der Zukunft über den reinen Produktkauf hinausgehen werden. Unsere Herausforderung wird es sein, die Bedürfnisse und Wünsche unserer Sportler auf ihrer kompletten Customer Journey zu kennen und diese zu bedienen. Dies werden wir mit verschiedenen Service Plattformen, wie beispielsweise das Buchen von Sportkursen und Trainern, das Buchen von Sportplätzen und Trainingsstätten, das Buchen von Home Services, wie beispielsweise Fahrradreparaturen, Verleih usw., in unserem Decathlon Eco-System abrunden. Die Ersten werden noch in diesem Jahr live gehen.

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