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Die Corona-Krise und ihre Folgen für den Modehandel

Intersport Eisert meldet Insolvenz an

Intersport Eisert
Sowohl das Stammhaus als auch der Online-Shop von Intershop Eisert bleiben trotz des Insolvenzantrages geöffnet.
Sowohl das Stammhaus als auch der Online-Shop von Intershop Eisert bleiben trotz des Insolvenzantrages geöffnet.

Die Corona-Krise hat einen weiteren großen Textilhändler in existenzielle Schwierigkeiten gebracht. Dabei handelt es sich um das Erlanger Sporthaus Intersport Eisert, das kürzlich in Fürth die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt hat.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Nürnberger Rechtsanwalt Volker Böhm bestellt. Dieser macht sich derzeit in Gesprächen mit der Geschäftsführung ein Bild von der Lage, heißt in einer Pressemitteilung der Kanzlei Schultze & Braun.

Demnach wird Böhm in den kommenden Wochen die „zur Verfügung stehenden Sanierungswege prüfen und anschließend geeignete Maßnahmen ergreifen“. Der Insolvenzverwalter ist offenbar zuversichtlich, dass die Rettungsversuche gelingen: „Intersport Eisert ist ein gut geführtes Fachgeschäft in erster Lage und mit hohem Bekanntheitsgrad.“ Zudem verfolge das 100 Jahre alte Unternehmen, das über eine Verkaufsfläche von rund 2700m² verfüge, mit seinem Online-Shop bereits „einen modernen Multichannel-Ansatz“.

Geschäftsführer Christian Bier erklärt die finanzielle Schieflage mit der coronabedingten Zwangsschließung im März und April. „Die hohen Verluste konnten wir nicht länger tragen.“

Das Geschäft bleibe weiterhin geöffnet, ebenso der Online-Shop Intersport-Eisert.de. Die Löhne und Gehälter der rund 80 Mitarbeiter seien durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.

Laut Bundesanzeiger drückten den Sporthändler bereits zum Ende des Geschäftsjahres 2017/18 (28. Februar) Verbindlichkeiten in Höhe von 2,4 Mio. Euro. Diese Probleme scheinen auch in der aktuellen Pressemitteilung durch: Intersport Eisert sei es zwar mit einem eigenen Online-Angebot und „individueller Kundenorientierung“ gelungen, dem harten Preiskampf mit der Online-Konkurrenz zu bestehen. Dennoch sei das Marktumfeld „zunehmend schwierig“ geworden. Zu den aktuellen Umsatzzahlen möchte der Insolvenzverwalter keine Angaben machen.
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