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Die Intersport-Spitze im TW-Gespräch

"Wir haben den Markt outperformt"


Intersport Deutschland
Der Intersport Deutschland-Vorstand: Frank Geisler (COO), Alexander von Preen (CEO) und Thomas Storck (CFO)
Der Intersport Deutschland-Vorstand: Frank Geisler (COO), Alexander von Preen (CEO) und Thomas Storck (CFO)

Umsatzentwicklung positiv, Prognose noch besser: Intersport Deutschland sieht sich gut gerüstet, um weiter stärker zu wachsen als der Markt. Bis 2025 will der Verbund jedes Jahr mehr als 5% zulegen. Wichtiger Baustein: der neue CI-Vertrag. Er soll sicherstellen, dass überall dort, wo Intersport draufsteht, auch Intersport drin ist. Der Intersport-Vorstand über Kundenkarten, Shop-Formate und das Verhältnis zu den beiden Big Brands.


TextilWirtschaft: Ihre Händler hatten ein wahnsinnig starkes Schlussquartal – das liegt natürlich auch daran, dass der letzte Dezember fast ein Totalausfall war. Sind Sie denn schon wieder auf Vor-Corona-Niveau?
Thomas Storck: Im letzten Quartal, ja. Im Einzelhandel war das Weihnachtsquartal das beste seit langem und auch im Großhandel konnten wir die sehr hohe Nachfrage befriedigen und liegen auch hier leicht über Corona-Niveau. Was die Retail-Entwicklung angeht, schauen wir uns sehr genau die Entwicklung im Vergleich zum Markt an, und den haben wir sowohl im Geschäftsjahr als auch im Kalenderjahr mit einem Plus von 14% zum Vorjahr outperformt.

Der neue CI-Vertrag ist ein ganz wichtiger Baustein Ihrer Best in Sports-Strategie. 463 Händler haben ihn unterschrieben. Wie viele nicht? Und warum nicht?
Alexander von Preen: Wir sind 2019 mit unserer Best in Sports-Strategie gestartet und haben schon viel erreicht. Das Unternehmen steht finanziell stabil da, die Organisation ist neu ausgerichtet und wir sind klar auf Wachstumskurs. Wir wollen über Erweiterungen unserer Verbundgruppe wachsen, über neue Geschäftsmodelle, unter anderem im Rahmen der Omnichannel-Strategie, aber natürlich auch im Kerngeschäft Retail und Wholesale. Im Retail-Bereich ist die Präsenz in der Fläche mit unseren Konzepten bedeutend und hier sind die CI-Verträge die Richtschnur. Insofern freuen wir uns sehr, dass 463 Flächen in ganz Deutschland dabei sind. Etwa 250 Flächen sind bislang nicht dabei. Und zwar aus ganz unterschiedlichen Gründen. Einige wollen oder können nicht so viel investieren. Manch einer hat noch fünf Jahre vor sich und keinen Nachfolger. Andere wollen es als Local Hero ohne die Marke Intersport versuchen. Und manche erfüllen die geforderten Qualitätsstandards nicht. Mehr als 90% der Händler, die unterschrieben haben, werden diese Standards bis Ende des Jahres umgesetzt haben, bis spätestens 2024 dann ausnahmslos alle.

Ihre Händler haben sich committed, jetzt müssen Sie liefern. Wie geht es jetzt weiter?
Alexander von Preen: Der erste Schritt ist die Kampagnenfähigkeit über ganz Deutschland für die 463 Läden. Das bedeutet, dass wir mit den Kollegen vom Marketing und der Industrie attraktive Sortimente, attraktive Angebote an den Endverbraucher über vier Kampagnen im Jahr aussteuern können. Menschen machen Unternehmen erfolgreich: Das zweite ist natürlich die Schulung, Rekrutierung, Weiterentwicklung von Mitarbeitern, was wir zentral über die Intersport in Deutschland realisieren können.

Thomas Storck: Außerdem werden die Kundendaten der Händler angebunden, sprich in unseren nationalen Intersport-Kundenclub überführt. Und jetzt geht es darum, die mal alle wieder mit Leben zu erwecken. Der Kundenclub ist der Kern unserer Transformation, um die Kunden zu Stammkunden zu machen und somit deren Kauffrequenz und den damit verbundenen durchschnittlichen Einkaufswert positiv zu beeinflussen. Das ist eine der größten Zielsetzungen. Beim Thema Omnichannel, sprich der Anbindung an die Intersport-Plattform, sind natürlich alle Händler dabei. Bei Drive-to-Store-Services wie Sortimentsverfügbarkeit, Click & Collect, Return anywhere und Reservierung sind aber nur die angeschlossenen CI-Händler dabei. Wir haben klare Wachstumsziele: bis 2025 wollen wir den Umsatz im Omnichannel-Bereich um 300% steigern.

Der Omnichannel-Umsatz betrug im letzten Geschäftsjahr mehr als 1 Mrd. Euro - das ist schon heute mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes in Höhe von 2,65 Mrd. Euro. Dieser Umsatz wurde allerdings nicht allein auf intersport.de gemacht. Denn dabei sind auch die Umsätze der starken Online-Spezialisten im Intersport-Verbund eingerechnet, zu nennen sind da vor allem 11teamsports, Tennis-Point und Bike24.
Das Angebot auf intersport.de soll bis 2025 massiv ausgebaut werden: Es soll jedes Jahr um vier Sportarten erweitert werden, die Zahl der Artikel um 300% gesteigert werden. Auch die Besucherzahl soll vervierfacht werden.

Wie weit sind Sie beim Thema Shop-Formate?
Frank Geisler: Diese Königsdisziplin des Category Management bieten wir exklusiv den CI-Händlern an. Mit sehr viel Service, von Marketing über Mitarbeiterausbildung, Flächenplanung und so weiter. In den vergangenen sechs Monaten haben wir 78 Händler dafür gewinnen können. Bis nächstes Jahr sollen es 275 sein.

Die Services für die Shopformat-Systeme für Urban und Outdoor Sports im Einzelnen:
- Shopformat-Analysen mit Standort- und Sortimentsplanung
- Sortiments-Module zu besten Konditionen
- 360 Grad-Marketingplan
- Flächen- und Warenträger-Planungen
- Präsentationsvorlagen für die einzelnen Module
- Schulungsprogramme für die Mitarbeiter

Die kriegen dann auch mehr Produkte von Adidas und Nike?
Frank Geisler: Nicht alle Händler mit Shopformaten sind bei Nike jetzt automatisch Tier 1-Händler. Aber es gibt schon Angebote mit exklusiven Produkten oder exklusiven Kampagnen. Oder auch Themen wie Risikoverteilung, sprich Warenrücknahmen. Die Unterstützung durch die Marken ist groß.

Aber dennoch muss Ihnen doch daran gelegen sein, die Abhängigkeit gerade von den beiden großen Playern zu reduzieren, oder?
Frank Geisler: Grundsätzlich muss das Sortiment ausgewogen sein. Das hat allerdings nicht nur etwas mit Adidas und Nike und deren Politik zu tun. Aber es ist schon so, dass etwa Nike – bei all den schwierigen Entscheidungen, die sie treffen – dafür sorgt, dass der Markt klar distribuiert ist. Und wir sind klarer Partner.

Und Sie sind sicher, dass auch 2025 diese beiden Marken noch zu Ihren Partnern zählen?
Frank Geisler: Sehr sicher. Natürlich könnte Nike sagen, wir verzichten weltweit auf Intersport. Aber auch Nike hat strategische Ziele, wie etwa den Zugriff zu einer Sport-Zielgruppe. Da gibt es nicht viele Händler, die in Europa relevant sind.

Wichtiger Baustein für die Differenzierung der Händler und auch für das Erreichen der Renditeziele sind die Exklusivmarken McKinley, Energetics, Pro Touch, Firefly, Tecnopro, Nakamura und Genesis. Deren Anteil soll in den wichtigen Kategorien bis 2025 auf 25% steigen. Insgesamt soll der Retail-Umsatz mit McKinley & Co auf über 250 Mio. Euro steigen. Das Versprechen: Eine erzielte Nettospanne von 55% mit diesen Brands – diese liegt über alle Marken im Schnitt bei 46%.

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