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Die neue Sport 2000-Führung im TW-Gespräch

Verbindlich erfolgreich

Sport 2000
Die Entwicklung zukunftsfähiger Formate ist zentraler Bestandteil der Sport 2000-Strategie. Nach dem erfolgreichen Start mit dem Absolute-Format für Spezialisten steht nun auch eines für die Generalisten in den Startlöchern.
Die Entwicklung zukunftsfähiger Formate ist zentraler Bestandteil der Sport 2000-Strategie. Nach dem erfolgreichen Start mit dem Absolute-Format für Spezialisten steht nun auch eines für die Generalisten in den Startlöchern.

Das Jahr 2019 war für Sport 2000 ein gutes Jahr. Sowohl der Außenumsatz der Händler hat sich positiv entwickelt, als auch der Zentralregulierungs-Umsatz: Die deutschen Sport 2000-Mitglieder haben im vergangenen Jahr insgesamt 2,26 Mrd. Euro Umsatz erzielt, das sind 12% mehr als im Vorjahr. Der ZR-Umsatz konnte nach einem Plus von 11% im Vorjahr erneut um 12% gesteigert werden.

„Das ist ein wahnsinniger Meilenstein“, sagt Markus Hupach, der seit Oktober neu in der Geschäftsführung der Händlerorganisation ist. Gemeinsam mit seinen Geschäftsführungskollegen Hans-Hermann Deters und Margit Gosau will der langjährige Asics-Manager nun Sport 2000 international weiterentwickeln.


Sport 2000-Neuzugang Markus Hupach hat mit seinen jetzigen Kollegen schon in der Vergangenheit intensive Diskussionen geführt - damals allerdings noch auf Industrie-Seite. "Ganz wichtig: Im Zentrum unseres Tuns steht immer der Konsument."
Sport 2000
Sport 2000-Neuzugang Markus Hupach hat mit seinen jetzigen Kollegen schon in der Vergangenheit intensive Diskussionen geführt - damals allerdings noch auf Industrie-Seite. "Ganz wichtig: Im Zentrum unseres Tuns steht immer der Konsument."

Welche Anforderungen die Industrie an den Verbund hat, weiß Markus Hupach aus eigener Erfahrung, Sport 2000 war viele Jahre lang sein Kunde. „Ich habe auf Markenseite oft und intensiv mit meinen jetzigen Kollegen in der Geschäftsführung darüber diskutiert, dass sie Komplexität herausnehmen müssen, die Strukturen verschlanken. Und vor allem zu einer verbindlicheren, nahtlosen und gewinnbringenden Zusammenarbeit mit den Marken kommen müssen.“

Margit Gosau soll die Verzahnung der Länder noch weiter vorantreiben. Viele Themen werden schon heute international bearbeitet. "Strategische Brand-Partnerschaften für die international strategisch wichtigen Kategorien werden auf internationaler Ebene geschlossen." Das Team von Sport 2000 International definiert in diesem Zusammenhang die Waren- und Marketingpakete, "allerdings immer in enger Zusammenarbeit mit den Ländergesellschaften".
Sport 2000
Margit Gosau soll die Verzahnung der Länder noch weiter vorantreiben. Viele Themen werden schon heute international bearbeitet. "Strategische Brand-Partnerschaften für die international strategisch wichtigen Kategorien werden auf internationaler Ebene geschlossen." Das Team von Sport 2000 International definiert in diesem Zusammenhang die Waren- und Marketingpakete, "allerdings immer in enger Zusammenarbeit mit den Ländergesellschaften".

Komplexität soll nun in einem ersten Schritt durch den neuen Fünf-Länder-Verbund reduziert werden: Die deutsche Länderorganisation der Sport 2000 führt seit Oktober auch die Länderteams der Schweiz, der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs. Damit sollen einerseits Strukturen verschlankt werden und ein einheitlicher Auftritt den Lieferanten gegenüber gewährleistet, aber auch das Ausrollen erfolgreicher Tools und Konzepte in alle fünf Länder vereinfacht werden. Zum Beispiel wird auch das Category Management-Team, an dessen Aufbau momentan mit Hochdruck gearbeitet wird, direkt für alle fünf Länder zuständig sein. Das Thema Category Management, also die konsequent auf Kundenbedürfnisse ausgerichtete Zusammenstellung des Sortiments, ist eines von Hupachs Kernthemen. Und einer der zentralen Services, mit dem Sport 2000 seine Händler fit für die Zukunft machen will.


„Wir werden Verbindlichkeit in Richtung Industrie und Mehrwert für unsere Händler schaffen, wenn wir Category-Pläne erstellen, die formatspezifisch aufgestellt sind“, so Hupach. „Und da werden wir noch viel enger mit den Marken zusammenarbeiten. Die warten nur darauf, dass wir das nächste Level angehen. Wir erwarten von der Industrie, dass wir durch die detaillierte und abgestimmte Planung Zugriff bekommen auf exklusive und margenträchtigere Produkte, Marketing-Inhalte und weiter gehende Kooperationen, die dann wiederum unseren Mitgliedern Mehrwert bieten.“

„Was wir nicht wollen, ist: One fits all. Wir müssen Lokalisierung zulassen.“
Sport 2000-Geschäftsführer Markus Hupach

Noch ist die Abteilung im Aufbau, in spätestens zwei bis drei Monaten soll das Category Management-Team loslegen. Ein Team, das nicht nur die Category Captains für die jeweiligen Kategorien, ob Running, ob Outdoor oder Wintersport bestimmt, sondern auch weiß: Was sind die wichtigsten Trends des kommenden Jahres? Ein Team, das die Kategorie Wintersport beim Generalisten auf 10m² genauso erfolgreich spielen kann wie beim Ski-Spezialisten im Süden Deutschlands.


„Der Händler soll nicht das Gefühl haben, dass er das Steuerrad aus der Hand gibt, das wollen wir auf keinen Fall. Aber wir können den Markt screenen, Einkaufsvolumina bündeln, Synergien nutzen und Effizienzen steigern. Was wir nicht wollen, ist: One fits all. Wir müssen Lokalisierung zulassen.“ Viele Fragen stellen, zuhören, intensive Gespräche führen und daraus entsprechende Schlüsse ziehen, das sieht Hupach als zentrale Aufgabe der Teams. „Wir sprechen Empfehlungen aus. Und es ist unsere Aufgabe, diese Empfehlungen so überzeugend auszusprechen, dass sie angenommen werden.“
Das Einkaufsverhalten der Händler auf den Ordermessen gleiche sich schon heute in großem Maße. „Und genau das kenne ich aus meinem alten Job: Auch wenn wir den Bestseller in fünf Farben hingestellt haben – auf zwei haben sich die meisten geeinigt.“

Erfolgsbeispiele im Verbund

Wer bereit sei zu einer engeren Zusammenarbeit, der sei auch heute schon erfolgreicher. Beispiel Laufprofis. Bei den Running-Spezialisten, die in dieser Einheit zusammengefasst sind, habe man in Zusammenarbeit mit den Marken und den Partnern viel geschafft: „Vor allem aufgrund der differenten Sortimente werden bei den Laufprofis heute hohe Durchschnittsbons bei geringen Abschriften erzielt.“

Hans-Hermann Deters ist seit 2014 als Geschäftsführer für die Spezialisteneinheiten und die Top-Account Gruppe verantwortlich. Das Spezialisten-Format Absolute ist eine Erfolgsstory: "Die Ergebnisse übertreffen sogar unsere Erwartungen."
Sport 2000
Hans-Hermann Deters ist seit 2014 als Geschäftsführer für die Spezialisteneinheiten und die Top-Account Gruppe verantwortlich. Das Spezialisten-Format Absolute ist eine Erfolgsstory: "Die Ergebnisse übertreffen sogar unsere Erwartungen."

Vertikaler aufgestellt ist das Absolute-Format, mit dem Sport 2000 im Herbst 2018 gestartet ist. Vor wenigen Wochen eröffnete der fünfte Absolute Teamsport-Store, die ersten zwei Absolute Running-Stores gibt es in Bonn und in Siegen. Für Hans-Hermann Deters, der schon seit 2014 als Geschäftsführer unter anderem für die Spezialisteneinheiten der Sport 2000 verantwortlich ist, eine Erfolgsstory. Wenngleich die Bereitschaft der Händler, sich deutlich enger mit der Sport 2000 zu verbinden, von Kategorie zu Kategorie unterschiedlich sei.

„Mit Absolute Teamsport bieten wir Teamsport-Spezialisten einen konzeptionellen vertikalen Ansatz, der Lösungen für die Themen Vereinsrabatte und Warenverfügbarkeit bietet. Bei Running sieht die Welt anders aus. Hier haben wir nicht die Dominanz von zwei oder drei Marken, und die Not, sich derart vertikal mit der Sport 2000 zu verbinden, ist nicht so groß. Wer hier mitmacht, ist davon überzeugt, dass er so dem Kunden mehr bieten kann als alleine.“ Hier gibt es Drei-Jahres-Pläne mit der Industrie, dafür aber auch Committments seitens der Marken, was Risikoteilung angeht, Marketingunterstützung und Investition in die Fläche.




„Die Ergebnisse übertreffen sogar unsere Erwartungen. Hier sorgen wir durch Konzentration auf die strategisch relevanten Marken und der noch engeren und verbindlichen Zusammenarbeit mit den Handelspartnern für noch bessere Margen, was am Ende die wesentliche Kennzahl ist.“ Auf der Agenda steht für die Zukunft auch Absolute Outdoor. Ein Format für eine Kategorie, die noch weniger geprägt ist von einzelnen dominanten Marken und von starken Spezialisten im Handel. „Da werden wir vielleicht auch nicht in Deutschland starten, sondern in ein oder zwei Nachbarländern. Wenn wir dann ein solches Format haben, die Leistungen definiert haben, dann gehen wir in die Akquise“, kündigt Deters an.


Denn wenn auch die meisten der Outdoor-Spezialisten im Sport 2000-Verbund sehr gut aufgestellt seien, stünden viele vor der Herausforderung einer Überalterung ihrer Zielgruppe. „Und neue Konzepte können dabei helfen, neue Konsumenten in den Laden zu bekommen. So wie wir es auch bei Running geschafft haben“, so Margit Gosau. In den Startlöchern befindet sich nach dem erfolgreichen Start mit dem Spezialisten-Konzept Absolute nun auch ein Format für die Generalisten unter der Sport 2000-Partnern.

Sport-Plattform geht am 1. März an den Start

Auch die Sport-Plattform steht nun unmittelbar vor ihrem Launch. Bisher hatten Sport 2000-Mitglieder schon die Möglichkeit der Teilnahme an einer anderen Plattform der ANWR Group, zu der die Händlerorganisation gehört, nämlich schuhe.de. Schon heute nutzen rund 250 der Sport 2000-Händler dieses Angebot und bieten zumindest einen Teil ihres Sortimentes auf schuhe.de an. Diese werden nun auch auf der Sport-Plattform präsent sein, an der lange gearbeitet wurde. Am 1. März soll sie live gehen.

Mehr noch als bei schuhe.de soll es hier nicht nur um den effizienten Verkauf gehen. „Wir wollen vielmehr eine Experience-Plattform werden.“ Mit neuen Services, Dienstleistungen, Einbindung der lokalen Aktivitäten der Händler vor Ort und, und, und. „All das wird am 1. März noch nicht komplett sein“, so Gosau. „Aber wir werden an diesem Tag mit einer sehr guten E-Com-Plattform starten.“

Sport 2000 und Sport 2000 International
Die Händlerorganisation Sport 2000 gehört zur ANWR Group mit Sitz im hessischen Mainhausen. Von hier aus werden die Länderteams Deutschland, Schweiz und Benelux im Fünf-Länder-Verbund geführt. Diese Organisation wiederum ist Teil der Sport 2000 International, zu der europaweit über 2200 selbstständige Fachhändler mit mehr als 3500 Sportfachgeschäften gehören. Teil der ANWR Group ist allerdings nur besagter Fünf-Länder-Verbund.
Deutschland ist die größte Länderorganisation in diesem Verbund. 1025 Partner-Unternehmen erzielten mit ihren mehr als 1400 Sportfachgeschäften im Jahr 2018 einen Außenumsatz von rund 2,02 Mrd. Euro. 2019 lag der Außenumsatz der Partner bei 2,26 Mrd. Euro. Mehr als die Hälfte (57%) der Sport 2000-Partner in Deutschland sind Spezialisten mit Fokus auf Kategorien wie Outdoor, Running oder Teamsport.
Margit Gosau ist seit Oktober 2019 nicht nur Geschäftsführerin der Sport 2000, sondern auch der Sport 2000 International – eine Position, die sie bereits seit 2017 innehat. In ihrer neuen Doppelfunktion soll sie die Verzahnung der Länder vorantreiben.
Die Handlungsfelder der Sport 2000 gelten national wie international: Neben der Schärfung der Marke Sport 2000, Sortimentsstrategie und NOS sowie Entwicklung von Retail-Formaten gehören dazu auch Themen wie Supply Chain, Daten-Austausch und Online-Unterstützung der Händler. Händlerbetreuung, Beratung und Unterstützung mit Leistungen, die individuell abgerufen werden können, sollen es dem Händler ermöglichen, sich auf seine Kernkompetenz zu konzentrieren.



 

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