Das Digital-Geschäft ist der entscheidende Wachstumstreiber des weltgrößten Sportartikelkonzerns. Das zeigte sich eindrücklich bei Vorlage der jüngsten Quartalszahlen von Nike. Mit einem Plus von 41% ist Nike Digital der am schnellsten wachsende Vertriebskanal. Die Hälfte der Digital-Umsätze werden bereits mobil generiert.

E-Com steht heute für rund 15% des Geschäfts, wenn man das Online-Business der Handelspartner mit berücksichtigt. Vor einem Jahr hatte Nike angekündigt, diesen Anteil bis 2023 auf 30% zu verdoppeln. Nun erklärte Finanzchef Andy Campion, dass dieser Wert allenfalls ein Meilenstein sei auf dem Weg zum mehrheitlich digitalen Business. Viele Konsumgüterindustrien erzielten schon heute 50% ihrer Umsätze online, würden 2030 voraussichtlich zu mehr als 80% digital getrieben sein.



Insgesamt konnte Nike die Erlöse von September bis November um 10% auf 9,4 Mrd. US-Dollar (8,2 Mrd. Euro) steigern. Währungsbereinigt liegt das Plus sogar bei 14%. Besonders erfolgreich war das Geschäft im zweiten Quartal des Geschäftsjahres in der Kategorie Sportswear, die global sowohl mit Sneakern als auch mit Bekleidung zweistellig zulegen konnte. Die Bruttomarge konnte leicht um 0,8 Prozentpunkte auf 43,8% gesteigert werden.

Auch auf dem Heimatmarkt verzeichnet Nike wieder Wachstum (plus 9%), und zwar profitables, auch dank des wieder erstarkenden Wholesale-Geschäfts mit wichtigen strategischen Partnern wie Footlocker und  JD Sports. In China verbuchte Nike das 18. Quartal in Folge zweistelliges Wachstum. Bisher seien keine Auswirkungen der unsicheren Beziehungen zwischen China und den USA zu spüren, so Campion. Allein am Singles Day hat Nike 40% mehr Umsatz gemacht als im Vorjahr. Das EMEA-Geschäft wuchs währungsbereinigt um 14%. Auch hier angetrieben durch das Direktgeschäft.



Mehr Direktgeschäft

Die vergangenen Monate lieferte Nike viele Beispiele für neue, direkte Wege zum Kunden. So wurde zum Beispiel in Paris der SNKRS-Pass eingeführt, mit dem die Kunden „high heat“-Modelle reservieren und im Store abholen können. Über die Nike Run Club- und Nike Training Club-Apps kann jetzt direkt gekauft werden – perfekt zugeschnitten auf das persönliche Trainingsprogramm des Mitglieds. Auf Instagram können User seit diesem Quartal direkt in den Stories bei Nike shoppen. Gleiches gilt für die Apple-Watch, mit der die aktivsten Nike Run Club-Mitglieder erreicht werden. Und für Google, wo die Konsumenten jetzt über die Suche direkt bei Nike kaufen können. In China konnte der Basketball-Schuh Kyrie 5 während eines live gestreamten NBA-Spiels auf WeChat per QR-Code vorab gekauft werden.



Mehr Women’s

Noch stehen Frauen für weniger als ein Viertel des Nike-Umsatzes. Da geht noch einiges. Speziell Sneaker sind aktuell im Höhenflug. Der Sage Air Force 1 stand fünf Wochen lang auf #1 auf Nike.com. Erfolgreich sei auch die Strategie, einige Modelle in größerer Farb- und Materialvielfalt anzubieten. Mittlerweile sind Nike zufolge Air Max 270, VaporMax und Epic React die drei bestverkauften Frauenmodelle über 125 US-Dollar. Die Produkt-Pipeline ist gefüllt: Für die Frauen Fußball-WM werden neue High-Performance Kits gelauncht. Außerdem eine neue Yoga-Kollektion, die wiederum erstmals Styles für Männer enthält, ebenso neue, innovative Tights und eine erweiterte Tech Pack-Kollektion.



Mehr Basketball

Starkes Wachstum verzeichnet Nike durch die NBA-Partnerschaft, auch hier vor allem durch Nike Direct. Die Marke Jordan ist zweistellig gewachsen, die Strategie der Diversifizierung geht auf. Gleichzeitig markiert der Launch des Jordan 11 Concord Nikes erfolgreichsten Sneaker-Launch aller Zeiten. Apparel war extrem stark, nicht zuletzt aufgrund der Kollektion in Kooperation mit dem Fußballverein Paris Saint Germain (PSG). Im Januar geht es damit weiter.



Neue Produkte

Unter dem Stichwort „Better Fit“ arbeitet Nike an Lösungen, die die digitale Transformation ins Produkt bringen soll. Für 2019 kündigt Nike-Chef Mark Parker den Launch eines HyperAdapt-Basketball-Modells an. Kostenpunkt: 350 US-Dollar. Außerdem teasert Parker erneut die Tokyo 2020-Olympia-Kollektion an. „Das Mutigste, was wir je an Performance und Lifestyle zusammengebracht haben – für Schuhe und für Bekleidung.“ Mit der Erweiterung von Modell-Familien wie Nike Air und Nike React wird mit einem Ausbau des Core-Segments auch die Preisrange nach unten erweitert. Vor allem aber steht im Frühjahr der Launch des Air Max 720 an, an den hohe Erwartungen geknüpft sind.



Mehr Nachhaltigkeit

Im Sommer wird Nike eine Millionen Paar Flyleather-Schuhe verkauft haben. Flyknit ist schon heute ein Multi-Milliarden-Business für das Unternehmen und verursacht 60% weniger Abfall. Für mehrere hundert Millionen Nike Air-Paare werden 50% recycelte Materialien verwendet.

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