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"Ein Investor, der die Marke im Kern versteht"

Mammut-Verkauf: Das sagt CEO Oliver Pabst

Mammut
Die Mammut-Geschäftsleitung wurde im vergangenen Jahr umgebaut: Matthias Hanny (Chief Brand & Consumer Officer), Maximilian Lenk (Chief Product Officer), Oliver Pabst (CEO), Oliver Arndt (CCO) und Martin Dörig (CFO).
Die Mammut-Geschäftsleitung wurde im vergangenen Jahr umgebaut: Matthias Hanny (Chief Brand & Consumer Officer), Maximilian Lenk (Chief Product Officer), Oliver Pabst (CEO), Oliver Arndt (CCO) und Martin Dörig (CFO).

Mit dem Finanzinvestor Telemos bekommt der Schweizer Bergsport-Spezialist Mammut einen neuen Eigentümer. Warum CEO Oliver Pabst daran glaubt, dass der Neue der Richtige ist.

Dass Mammut zum Verkauf steht, war seit Ende 2019 bekannt. Ursprünglich hätte der Verkauf bis Ende 2020 abgeschlossen sein sollen. Corona-bedingt gab sich der Mutterkonzern Conzzeta, der sich nun auf den lukrativeren Geschäftsbereich Blechbearbeitung konzentriert, mit dem Mammut-Verkauf doch etwas Zeit. Nun ist die Entscheidung gefallen: Der Bergsport-Spezialist geht an Telemos Capital, einen Finanzinvestor mit Sitz in London und Wurzeln in der Schweiz.


Das Unternehmen wurde gegründet und wird geleitet von Philippe Jacobs, der auch Co-Chairman der Züricher Jacobs Holding ist. Telemos konzentriert sich auf Eigenkapitalinvestitionen in eine begrenzte Anzahl privater Unternehmen in Europa aus den Bereichen Konsumgüter, Gesundheits- und Unternehmensdienstleistungen. Vorbehaltlich aller erforderlichen behördlichen Genehmigungen wird das Closing gegen Mitte 2021 erwartet.

Mammut-Chef Oliver Pabst freut sich auf die Zusammenarbeit. „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit Telemos einen Investor ausgewählt haben, der die Marke im Kern versteht und mit uns aus diesem Kern heraus weiterentwickeln wird, nicht zuletzt aufgrund der Schweizer Wurzeln der Familie Jacobs. Darüber hinaus investiert Telemos in unser Team und unsere Strategie. Erklärtes Ziel ist es, in die weitere Digitalisierung des Unternehmens, unser Programm zur Reduzierung unseres CO2-Footprints und die stärkere Internationalisierung zu investieren, hier insbesondere einen stärkeren Footprint in Asien.“ Mammut benötige keinen chinesischen Investor, um in China groß zu werden − sondern die richtige Markenstrategie.



Gespräche habe es mit einer Handvoll Interessenten gegeben, auch mit strategischen Investoren. „Ich glaube jedoch, für unser Unternehmen ist es besser, nicht bei einem Strategen zu sein. Denn dort hat natürlich jedes Unternehmen auch einen gewissen Portfolio-Auftrag. Es gibt de facto nur wenig Beispiele für übernommene Unternehmen, die ein bestehendes Portfolio wirklich sinnvoll ergänzt haben.“ Bleibt der CEO an Bord? „Ich bin und bleibe dabei. Ich liebe das, was ich hier mache.“

Pabst kam 2016 mit dem Start des auf fünf Jahre angelegten Strategie-Programms zu Mammut mit Sitz in Seon. Die Neu-Ausrichtung des Bergsport-Spezialisten stieß – wenig überraschend – nicht überall auf Zustimmung. Manch einem war sie zu mutig. „Mit dem Start unserer urbanen Linie Delta X haben wir für Aufruhr gesorgt“, sagte im Dezember 2019 der damalige Kreativ-Chef Adrian Margelist im TW-Gespräch. „Mancher Händler war besorgt, ob ‚der Mann mit dem Hut‘ jetzt nur noch Jacken in Silber macht.“ Diese Sorge bestätigte sich nicht, mittlerweile wurde Delta X in die Kollektion integriert, für die insgesamt eine zeitgemäße Handschrift entwickelt wurde.

Mit seiner „mutigen Neu-Ausrichtung“ habe Mammut mit dafür gesorgt, dass ein Ruck durch die Outdoor-Branche ging, wie Engelhorn-COO Armin Weger erst kürzlich im TW-Gespräch betont hat.

Doch die Corona-Krise hinterlässt natürlich auch bei Mammut Spuren: Der Nettoumsatz ging 2020 um 19% auf 218,4 Schweizer Franken (CHF) zurück (197 Mio. Euro). Nach einem positiven Betriebsergebnis (Ebit) in Höhe von 7,5 Mio. CHF verbuchte Mammut 2021 ein negatives Ebit von 24,5 Mio. Euro.

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