Sport groß machen. Diesen Wunsch hatten Harald Lampp und Andreas Strauch seit vielen Jahren. 1000m² standen dem Geschäftsleiter und dem Sport-Abteilungsleiter von Sauer in Bad Hersfeld früher in der dritten Etage vom Mode Centrum Sauer für den Sport zur Verfügung. Seit vergangener Woche sind es 1500m². In einem neuen, modernen Sporthaus, das gleichzeitig Pilot-Charakter hat.

Denn es ist das erste Haus der so genannten „roten” Intersport-Welt, in der die regionalen und individuellen Stärken der jeweiligen Partner ausgespielt werden sollen. Und so war auch Intersport-Vorstandschef Kim Roether bei der Eröffnung persönlich anwesend, um sich davon zu überzeugen, wie das von Intersport entwickelte Konzept individuell umgesetzt werden kann. Bisher kommt es nur in den ersten von der Intersport selbst gesteuerten, systemorientierten „blauen” Läden zum Einsatz.





In Bad Hersfeld, dem „roten Piloten”, werden etwa 30 bis 35% des Sortiments vertikal eingesteuert. „Ohne das geht es heute nicht mehr”, ist Norbert Wittenberg überzeugt. Er leitet gemeinsam mit seiner Frau Martina Wittenberg die Moses-Sauer-Gruppe, zu der Sauer seit 2015 gehört. Für Sport-Abteilungsleiter Andreas Strauch ist dieser Anteil „vollkommen ok”. Sein Chef Harald Lampp, mit entsprechenden Erfahrungen aus dem Modehaus, meint hingegen: „Das könnte ruhig ein Schluck mehr aus der Pulle sein.” Aber er schiebt sofort hinterher: „Wenn die Strukturen bei der Intersport dafür geschaffen sind.”

„Die Ware hatten wir ja im Prinzip vorher auch schon, aber sie kommt jetzt viel besser zur Geltung.“

Harald Lampp, Intersport Sauer, Bad Hersfeld
Am Sortiment hat sich relativ wenig verändert, im Gegensatz zur Art und Weise, wie dieses jetzt präsentiert werden kann. „Mit dem Ladenbau sind wir wirklich sehr zufrieden”, so Strauch. „Die Ware hatten wir ja im Prinzip vorher auch schon, aber sie kommt jetzt viel besser zur Geltung”, ergänzt Lampp. Beispiel Schuhe. Die Präsentation der einzelnen Modelle an der Rückwand werte die Ware extrem auf. Oder auch Bekleidung. „Für das, was wir heute an einer Rückwand zeigen können, haben wir früher sechs Warenträger gebraucht.” Durch die vergrößerte Fläche können jetzt auch die einzelnen Marken sehr viel großzügiger präsentiert werden. Wie etwa Venice Beach, direkt im Eingangsbereich. „Mit einem Angebot bis Größe 50.” Strauch betont: „Das wird immer wichtiger.”

Neu aufgenommen wurden unter anderem Icepeak als Merino-Anbau in der Outdoor und Chiemsee für mehr Lifestyle. „Das können wir hier in einem separaten Haus sehr viel konsequenter und schlüssiger präsentieren als das noch unter einem Dach mit der Mode möglich war.”

„Eigentlich sollten die ersten roten Intersport-Läden ja erst im Herbst eröffnen”, erzählt Norbert Wittenberg. Aber als sich durch die Neuentwicklung der Nachbarimmobilie die Möglichkeit ergab, das Sporthaus zu erweitern, habe man sich entschieden, gleich auf den neuen Ladenbau umzusteigen. Gebaut wurde zwölf Monate, die Einrichtung wurde gemeinsam mit der Intersport in weniger als vier Wochen umgesetzt. Highlights sind digitale Elemente wie der Magic Mirror in den Umkleiden, eine LED-Wand im Schaufenster und der 3D-Fußscanner. „Mit diesem Tool können mehr Mitarbeiter arbeiten als bisher mit der Laufband-Analyse.”

Empfangen werden die Kunden vom so genannten Action Place im Eingangsbereich mit Screen und Präsentationsflächen, der alle 14 Tage mit einem neuen Thema bespielt werden wird, das selbst entwickelt oder von der Intersport vorgegeben wird. Dafür wird es künftig einen Redaktionsplan aus Heilbronn geben, aus dem acht oder mehr Themen ausgewählt werden können und nach dem dann auch eingekauft wird.

„Überall, wo wir einen besonderen Service bieten können, machen wir das.“

Andreas Strauch, Intersport Sauer, Bad Hersfeld
Am meisten an Fläche gewonnen hat die Bademoden-Abteilung, auch der wichtige Outdoor-Bereich wurde aufgestockt. Traditionell eine große Rolle spielt der Wintersport, mit „einer der besten Ski-Schleifmaschinen” hat das Haus in der Region ein Alleinstellungsmerkmal. „Wir schleifen 1500 bis 1600 Paar Ski – mehr als so manch Münchner Kollege”, so Lampp.

„Überall, wo wir einen besonderen Service bieten können, machen wir das”, ergänzt Strauch. Ski schleifen, Tennisschläger bespannen, Trikots bedrucken, Füße ausmessen. Oder auch Ware, die nicht vorrätig ist, bei einem anderen Intersport-Partner bestellen. Stichwort Regalverlängerung. „Auch dieser neue Service wird von den Kunden vom Start weg gut angenommen, die ersten Pakete wurden schon in die Filiale geliefert.”

Die nächsten Eröffnungen in der „roten Welt” stehen bereits fest, unter anderem von Intersport Klose in Velbert auf rund 1000m² und von Intersport Borgmann in Solingen auf rund 1200m². Die nächsten zwei neugestalteten „blauen” Stores eröffnen in Kürze in Berlin: der erste in diesem Monat im Gesundbrunnen-Center, im Juni dann im Schultheiss Quartier. Weitere Projekte sind in Planung.
Mehr News zu Intersport
Retail-Verstärkung

Intersport ernennt Retail-Chef

Tim Bauer
Nachgefragt bei Intersport Austria-Chef Mathias Boenke

„Unseren Händlern ist nicht bange”

Boenke Pressebild_onlinejpg
Halbjahresbilanz

Intersport Austria: „Der Knüller ist das E-Bike"

E-Bike