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European Outdoor Group veröffentlicht State of Trade-Bericht 2020

Pandemie bremst Outdoor-Branche aus

Imago/Manfred Segerer
Zu den Mitgliedern der European Outdoor Group gehört unter anderem Mammut aus der Schweiz. Foto: Mammut auf der Ispo in München
Zu den Mitgliedern der European Outdoor Group gehört unter anderem Mammut aus der Schweiz. Foto: Mammut auf der Ispo in München

Die Corona-Krise setzt den Unternehmen der Outdoor-Branche kräftig zu. Dem Branchenverband European Outdoor Group (EOG) zufolge, haben die Anbieter 2020 Waren im Wert von 5,3 Mrd. Euro verkauft. Das sind fast 10% weniger als 2019, schreibt die EOG in ihrem jetzt veröffentlichten Bericht "State of Trade 2020".

"Die Verkaufszahlen verdeutlichen die Auswirkungen der Covid19-Pandemie", teilt der Verband mit. Am härtesten hat es das Segment Rucksäcke und Gepäck mit einem Minus von 17% getroffen. Aber auch die Bereiche Bekleidung und Schuhe haben deutlich schwächer abgeschnitten als im Jahr zuvor. Beide Kategorien verzeichneten einen Rückgang von 10,4%.


Im Gegensatz dazu gab es zum Beispiel bei den Accessoires (minus 0,6%) oder bei den Zelten (minus 1%) nur geringe Einbußen. Mit Verkäufen im Wert von 2,6 Mrd. Euro ist die Kategorie Bekleidung das größte Segment der Branche, gefolgt von Schuhen mit 1,5 Mrd. Euro und den Outdoor-Accessoires mit 414 Mio. Euro.

Der "State of Trade"-Bericht betrachtet die Entwicklung auch nach Regionen. Dabei zeigt sich, dass Deutschland 2020 zwar mit einem Minus von 8,9% kräftige Rückgänge zu verzeichnen hatte – allerdings weniger als andere Regionen. Die größten Einbußen musste Norwegen mit einem Minus von fast 13% verkraften. In Frankreich schrumpften die Umsätze um rund 12%. Am wenigsten gingen die Erlöse in Polen zurück, und zwar um 2,6%.

Anzeichen der Erholung ermutigen

Aufgrund der bekannten Auswirkungen der Pandemie seien die Zahlen für 2020 nicht überraschend, sagt Pauline Shepherd, Head of Market Research bei der EOG. Trotz der Rückschläge im vergangenen Jahr sei das Outdoor-Segment widerstandsfähig. "Ermutigend ist, dass die ersten Anzeichen in diesem Jahr darauf hindeuten, dass sich unsere Branche gut erholt, und zwar besser als viele andere Branchen", erklärt sie.

In der European Outdoor Groupt mit Sitz in Zug in der Schweiz sind internationale Marken und Handelsunternehmen organisiert, darunter Columbia Sportswear, Jack Wolfskin, Mammut, Patagonia, Salewa, Wolverine Worldwide, Berghaus, Schöffel, SportScheck, Globetrotter, die Adidas Group, Vaude, The North Face, Fjäll Räven und Arc'teryx. Hinzu kommen Verbundgruppen wie Intersport und Sport 2000.


Auf den Zahlen dieser Unternehmen basiert der "State of Trade"-Bericht – laut EOC werden die verkauften Produkte von über 100 Firmen einbezogen. Dabei handelt es sich um sämtliche Umsätze – unabhängig von den Verkaufskanälen. Allerdings sind manche Unternehmen nicht enthalten, so zum Beispiel der Sportartikel-Filialist Decathlon. Nach Angaben von Pauline Shepherd werden deshalb auch Schätzungen vorgenommen. "Das übergeordnete Ziel des Berichts ist es, die gesamten Outdoor-Verkäufe auf dem Markt darzustellen", erklärt sie gegenüber der TW.

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