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Mehr Größen, Membership und Mirror

Drei Wachstumstreiber für Lululemon

Lululemon
Mehr Größen für mehr Kunden: Bis Ende 2021 soll der Großteil des gesamten Womenswear-Sortiments auf einen erweiterten Größenlauf umgestellt sein.
Mehr Größen für mehr Kunden: Bis Ende 2021 soll der Großteil des gesamten Womenswear-Sortiments auf einen erweiterten Größenlauf umgestellt sein.

Lululemon ist auf Wachstumskurs. Vor allem drei Faktoren sollen das Tempo des Yogawear-Labels hochhalten.

Inklusiverer Ansatz

Lululemon hat angekündigt, künftig Produkte in weiteren Größen anzubieten, um so neue Zielgruppen zu erschließen. Diesen Schritt gab das Unternehmen im Earnings Call anlässlich der Präsentation der jüngsten Quartalszahlen bekannt. Zunächst soll bereits im laufenden Monat das Angebot an Kernprodukten in den US-Größen 0 bis 20 angeboten werden, wobei eine US-Größe 8 einer europäischen 38 entspricht. Das verkündete CEO Calvin McDonald. Bis Ende 2021 soll dann der Großteil des gesamten Womenswear-Sortiments auf diesen erweiterten Größenlauf umgestellt sein.


Parallel soll die Bekanntheit und Begehrlichkeit der Marke bei männlichen Kunden gesteigert werden. Im jüngsten zweiten Quartal konnten die Menswear-Umsätze nicht so stark wachsen wie die der Womenswear. Auch Unisex-Produkte sollen verstärkt entwickelt und vermarktet werden, so McDonald weiter.

Nur für Mitglieder

Als weitere Säule nennt der CEO das Membership-Programm der Marke, das in Edmonton, Chicago und Denver bereits erfolgreich eingeführt wurde und nun auch nach Toronto kommt. Dazu gehören besondere Sportkurse, die wiederum bestimmte Produkte der Marke in den Mittelpunkt rücken, sowie exklusive Events. Auftritte von Gastrednern in der Community sowie der Zugang zu exklusiven Produkten sollen ebenfalls dafür sorgen, dass diese loyale Zielgruppe noch stärker an die Marke gebunden wird und größere Teile zu den Erlösen beiträgt. Corona-bedingt wurden virtuelle Event-Formate entwickelt, doch die physische Komponente soll künftig keinesfalls vernachlässigt werden. Die Kosten für das Membership-Programm liegen bei 168 Dollar (rund 142 Euro).

Spieglein, Spieglein an der Wand

Mit der jüngsten Akquisition, Mirror, will Lululemon an dem vielversprechenden Markt für Smart Home Gym partizipieren. Das ist den Kanadiern eine halbe Milliarde Dollar wert. Dieser Spiegel, der die virtuelle Teilnahme an Workouts ermöglicht und Feedback wie vom Personal Trainer verspricht, steht im Wettbewerb mit neuen Wohnzimmer-Produkten wie Peloton (Bike), Vaha (Spiegel) und Tonal (Gewichte). Kosten für das Gerät: etwa 1500 Dollar.

Schon vor der Übernahme gab es Kooperationen zwischen beiden Unternehmen, so dass schon im vergangenen Herbst einige Lululemon-Botschafter auf der Mirror-Plattform tätig waren und so erste Erfahrungen gesammelt werden konnten. Einzigartig bei dieser Integration ist nach Einschätzung des Firmenchefs vor allem die Verbindung des – eher – physischen Lululemon-Membership-Programms und der digitalen Mirror-Community.

Integration meint aber auch den Verkauf der Geräte über Lululemon-Kanäle. Forciert werden soll das ab kommendem Jahr, in diesem Jahr soll es einen ersten Testlauf in zehn bis 15 Lululemon-Stores sowie im Lululemon-Online-Shop geben. Die Erlöserwartungen wurden aber schon jetzt deutlich nach oben korrigiert: Das Unternehmen geht davon aus, dass Mirror 2020 Erlöse von über 150 Mio. Dollar generieren wird. Das liegt deutlich über der ursprünglichen Erwartung von über 100 Mio. Dollar.

Um noch stärker von dem Home Workout-Trend profitieren zu können, werden die Marketingausgaben in der zweiten Jahreshälfte erhöht. „Wir gehen davon aus, dass wir die Kraft des Lululemon-Ökosystems noch aggressiver nutzen werden, um das Mirror-Geschäft auszubauen“, so McDonald.
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