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Fokus auf Omnichannel

Columbia Sportswear baut die Führung um

imago images / Manfred Segerer

Die US-Sportswear-Gruppe Columbia Sportswear verkündet parallel zu den Quartals-Ergebnissen eine Neuordnung der Unternehmensleitung. Der COO zieht sich zurück, ein neuer CFO wird ernannt. Im Mittelpunkt soll dabei der Ausbau des Omnichannel-Geschäfts stehen.

Die US-Sportswear-Gruppe aus Oregon verkündet weitreichende Veränderungen im Top-Management. Thomas Cusick, bisher Executive Vice President und Chief Operating Officer, wird sich im Februar auf eine Teilzeitstelle zurückziehen und in neuer Funktion unter anderem zu IT- und Supply-Chain-Themen weiter beratend tätig sein, bevor er in der zweiten Jahreshälfte 2021 das Unternehmen dann endgültig verlassen wird.

Im selben Atemzug wird Lisa Kulok, bisher Vice President of Global Supply Chain Operations and Manufacturing, zur Executive Vice President und Chief Supply Chain Officer befördert. Außerdem wird Jim Swanson Executive Vice President und CFO. Er war zuletzt Senior Vice President, die Rolle des Finanzchefs hatte er bereits inne. Ebenfalls befördert wird Brent Beeson, und zwar von der Position des Vice President of Apparel Manufacturing zum Senior Vice President of Manufacturing. Er berichtet in dieser Funktion an Lisa Kulok. Kulok und Beeson berichten direkt an CEO Timothy Boyle.


"Wir verkünden diese Veränderungen heute, um das Wachstumspotenzial im Omnichannel-Geschäft heben zu können, indem wir unsere Struktur global anpassen, das Tempo der Transformation erhöhen und einen Fokus auf E-Commerce und Digitales setzen", kommentiert CEO Boyle die Personalien in einer Mitteilung. Um das zu unterstreichen wird Franco Fogliato zum Executive Vice President für die weltweiten Omnichannel-Tätigkeiten befördert, er hielt zuvor die Rolle des Executive Vice President und General Manager für den Bereich Americas. In neuer Funktion verantwortet Fogliato künftig sämtliche Vertriebs-Aktivitäten der Marke Columbia. EMEA-Geschäftsführer Matthieu Scheugg berichtet damit jetzt an Fogliato, ebenso Peter Rauch, der Senior Vice President für Asia Direct ist.

Der neue Omnichannel-Chef soll künftig insbesondere das E-Commerce-Geschäft der Marke Columbia vorantreiben, dabei auch Kooperationen mit starken Partner im Digitalgeschäft vorantreiben, heißt es. Unterstützt werden soll er dabei u.a. von Patricia Higgins, die zur Senior Vice President E-Commerce befördert war und zuvor Vice President E-Commerce war und jetzt direkt an Fogliato berichtet. Higgings wird weiterhin den Nordamerika-Markt steuern, die weltweiten Märkte jedoch strategisch beraten und so weiterentwickeln.

Desweiteren hat die Unternehmensgruppe die Rolle des Chief Digital Information Officers neu geschaffen. Dafür wird die Position des Chief Information Officers gestrichen, wenn der bisherige CIO Michael Hirt im April 2021 in Rente geht. Einen Kandidaten für die neue Vorstandsposition gibt das Unternehmen noch nicht bekannt. Außerdem befinde man sich auf der Suche nach einem Chief Marketing Officer, der die Präsenz vor allem digitalen Plattformen und in Social Media-Netzwerken erhöhen soll.


Der Konzern hat die Personalien anlässlich der jüngsten Quartalsbilanz bekanntgegeben. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres sanken die Nettoerlöse der Gruppe um 24% auf 1,59 Mrd. US-Dollar (rund 1,36 Mrd. Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte der Wert noch bei 2,09 Mrd. Dollar gelegen. Der operative Gewinn schrumpfte sogar um 95%, und zwar von 256 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum auf nun 13,4 Mio. Dollar. Für das vierte Quartal rechnet der Konzern mit einem Umsatzminus zwischen 8 und 11% auf 850 Mio. bis 880 Mio. Dollar und einem Betriebsergebnis zwischen 91 Mio. und 112 Mio. Dollar.

Colmbia Sportswear wurde 1938 in Portland, Oregon, gegründet. Zur Gruppe gehören neben der Marke Columbia Sportswear auch Mountain Hardwear, Sorel und Prana. Der Konzern ist nach eigenen Angaben in rund 90 Ländern aktiv.
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