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Gründer Timo Perschke über die Kooperation mit Tchibo

„Die Marke Pyua wird nicht verramscht”

Anja Probe
Sandra Coy von Tchibo und Timo Perschke von Pyua kündigten ihre Zusammenarbeit auf der Neonyt an.
Sandra Coy von Tchibo und Timo Perschke von Pyua kündigten ihre Zusammenarbeit auf der Neonyt an.

Der angekündigte Verkauf von Pyua-Produkten bei Tchibo sorgt bei Handelspartnern des Eco-Sport-Labels für Unruhe. Gründer Timo Perschke erklärt, was er sich von diesem Schritt erhofft.

TextilWirtschaft: Pyua verkauft bei Tchibo. Das sorgt bei Ihren Handelspartnern für Unruhe.
Timo Perschke: Natürlich sieht das der eine oder andere skeptisch. Aber grundsätzlich gibt es ja durchaus einen Unterschied von Tchibo zu Aldi oder Real. Und es findet generell ein Umdenken statt. Früher wäre es undenkbar gewesen, dass Econyl, eine recycelte Nylon-Faser, mit der auch wir arbeiten, bei Vertikalen zum Einsatz kommt. Heute tut sie das. Wir stellen auf jeden Fall fest, dass es unseren Handelspartnern vor allem darum geht, dass die Marke Pyua nicht verramscht wird. Und diese Preisstabilität haben wir in der Hand.


Haben Sie?
Ja. Bevor Ware nach Ablauf der Aktion zu Rotpreisen rausgehauen wird, ziehen wir sie raus. Natürlich werden wir von Händlern darauf angesprochen, ob wir da jetzt Tausende Stück abladen.


Was sagen Sie denen?
Nein, leider (lacht). Wir gehen ja nicht in die Filialen, das wird das ein reines Online-Geschäft. Und es ist beschränkt auf Deutschland und Österreich. Wir machen keine Special Make Ups für Tchibo, sondern bieten unsere ganz normale Kollektion zu Pyua-Preisen an, haben nicht einmal eine Nachproduktion angefordert. Das wird also bei uns in Summe nicht mehr als einen einstelligen Prozentsatz vom Umsatz ausmachen. Wir haben Händler in der Alpenregion, mit denen wir deutlich mehr machen. Wir bleiben also unserer Marschrichtung treu, uns nicht von einzelnen Kunden abhängig zu machen. Und ganz ehrlich: Skijacken für 400 Euro findet man ja ohnehin nur in homöopathischen Dosen am Markt.

Warum machen Sie das dann überhaupt?
Uns geht es um die mediale Wirkung, um Reichweite. Es gibt Handelspartner, vor allem Online-Spezialisten, die uns dazu geraten haben, die sagen: ‚Ihr müsst schauen, dass Ihr Reichweite generiert.‘ Die kriegen wir in der KW45. Mit einem anderen Partner zusammen belegen wir in der Woche die Startseite des Tchibo-Shops – immerhin einem der reichweitenstärksten deutschen Online-Shops. Außerdem werden die Produkte im Tchibo-Magazin gezeigt und erklärt.


Ihrer Kooperation sollen, so hört man, weitere Sportanbieter folgen. Wird es denn weitere Pyua-Aktionen bei Tchibo geben?
Wir wollen unsere Markenbekanntheit steigern, wollen den Recycling-Kreislauf in Schwung bringen. Da würde es ja wenig Sinn machen, unsere Kooperation von vornherein auf eine einmalige Aktion zu beschränken. Man muss aber sagen, dass Tchibo ganz anders arbeitet als wir in der Sportbranche, viel schneller ist und in anderen Kategorien denkt. Und auch wir müssen jetzt erst einmal schauen, ob die Resonanz, die uns Tchibo angekündigt hat, tatsächlich für eine höhere Marktdurchdringung sorgt. Bislang kennt uns ja nördlich von Freising kaum jemand.
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