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Gütliche Einigung soll die Erfahrung des erfolgreichen Ex-Chefs für drei Jahre sichern

JD Sports Fashion: Millionen-Deal mit Peter Cowgill

Imago / Michael Gstettenbauer
Peter Cowgill habe JD Sports zu dem Unternehmen gemacht, das es heute ist. Daher lässt sich das Unternehmen die Erfahrung des einstigen CEO einiges kosten. (Foto: JD Sports-Filiale in Düsseldorf)
Peter Cowgill habe JD Sports zu dem Unternehmen gemacht, das es heute ist. Daher lässt sich das Unternehmen die Erfahrung des einstigen CEO einiges kosten. (Foto: JD Sports-Filiale in Düsseldorf)

Der britische Sportswear- und Sneaker-Filialist JD Sports Fashion hat eine Vereinbarung mit seinem langjährigen Chief Executive und Chairman Peter Cowgill getroffen, der am 25. Mai von seinem Posten mit sofortiger Wirkung zurückgetreten ist. Wie das Unternehmen mitteilt, wird Cowgill in den nächsten drei Jahren insgesamt 5,5 Mio. Pfund (6,33 Mio. Euro) erhalten.

Der erste Teil umfasst eine vertragliche Beschränkung, wonach Cowgill daran gehindert wird, für ein Konkurrenzunternehmen zu arbeiten oder es zu beraten und Mitarbeiter von JD Sports Fashion abzuwerben. Cowgill erhält 3,5 Mio. Pfund über einen Zeitraum von zwei Jahren für diese Werteinschränkung.

Teil zwei ist eine Consultancy-Vereinbarung für einen voraussichtlichen Zeitraum von drei Jahren, in dessen Verlauf Cowgill 2 Mio. Pfund gezahlt werden. Damit wird sichergestellt, dass sowohl Andy Higginson, Chair von JD Sports, und Regis Schultz, CEO des Sportartikel Retailers, in ihren neuen Positionen Unterstützung und Hilfestellung in der Übergangsphase bekommen. Noch wichtiger sei es, beiden laufenden Zugriff auf Cowgills unvergleichliche Kenntnisse und Erfahrung zu geben, die JD Sports zu dem erfolgreichen Unternehmen gemacht hätten, das es heute ist, heißt es.

Zum Wechsel an der Spitze des erfolgreichsten britischen Sports-Retailers war es gekommen, als Peter Cowgill (69) im Mai das Unternehmen nach einer Reihe von Ausrutschern und als Folge einer laufenden Prüfung der internen Unternehmensführung verlassen musste. Er kam zunächst 1996 als Finanzdirektor zu JD Sports und kehrte 2004 als Executive Chair zurück, als die Marktkapitalisierung von JD Sports rund 100 Mio. Pfund betrug.

Im Geschäftsjahr 2021/22 (Stichtag: 29. Januar) erzielte JD Sports bei einem Umsatz von 8,6 Mrd. Pfund einen Gewinn vor Steuern und außerordentlichen Posten von 947 Mio. Pfund. Im Berichtszeitraum wurde das Unternehmen mit über 12 Mrd. Pfund bewertet. Im November 2021 notierte die JD Sports-Aktie mit 235,10 Pence auf einem 10-Jahreshoch. Seither fiel der Kurs und an diesem Mittwochvormittag notierte die Aktie mit 123,20 Pence, womit das Unternehmen an der Börse mit 6,4 Mrd. Pfund bewertet wird.

Der Verwaltungsrat von JD Sports betont in der Börsenmitteilung die enorme Rolle, die Cowgill seit 2004 in der Transformation des Unternehmens zu einem der weltweit führenden Retailer von Sports-, Fashion- und Outdoor-Brands gespielt hat. "Ich freue mich, dass wir diesen gütlichen und konstruktiven Weg mit Peter für die kommenden drei Jahre gefunden haben", sagte Andy Higginson, "er hat enorm wertvolle Erfahrung über 18 Jahre aufgebaut, die wir nicht verlieren wollen."

Im August wurde mit Schultz ein erfahrener Retail-Manager aus Frankreich zum neuen CEO ernannt. Zugleich wurden die Rollen von Chair und CEO getrennt, die über Jahre hinweg Peter Cowgill innehatte.
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