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„Gute Chancen für eine erfolgreiche Sanierung“

Ski-Ausrüster Indigo ist insolvent

Indigo
Jetzt heißt es: Volle Kraft auf Indigo und Bogner
Jetzt heißt es: Volle Kraft auf Indigo und Bogner

Die deutlich verkürzte Ski-Saison und die damit verbundenen Absatzeinbrüche waren letztendlich der Auslöser: Die Unterföhringer Schwabe & Baer Entwicklungsgesellschaft hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen fertigt hochwertige Ski und Ski-Ausrüstung, unter anderem unter der eigenen Marke Indigo, aber auch für Bogner.

Das Insolvenzgericht hat den Sanierungsexperten Rolf Pohlmann von der Münchner Kanzlei Pohlmann Hofmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Unter seiner Aufsicht wird der Betrieb fortgeführt und das Unternehmen soll auf Sanierungskurs gebracht werden. Hierfür sieht Pohlmann gute Chancen. Gemeinsam mit der Geschäftsleitung sucht er nach einem Investor, wobei es bereits erste Interessenten gebe.


„Wir haben uns direkt nach dem Insolvenzantrag ein Bild von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens machen können. Hierbei wurden bereits intensive Gespräche mit der Geschäftsleitung zu aktuell anstehenden Maßnahmen geführt. Auch wenn wir erst am Anfang des Insolvenzverfahrens stehen, so sehe ich gute Chancen für eine erfolgreiche Sanierung des Unternehmens“, erklärt Pohlmann. Dabei sei es „erfreulich“, dass Indigo frühzeitig einen Insolvenzantrag gestellt habe. „Durch den frühzeitigen Insolvenzantrag blieben alle wesentlichen Unternehmenswerte erhalten, was die Aussichten für eine stabile Fortführungslösung mit einem neuen Investor deutlich verbessert.“

Verfehlte Umsatzziele mit mittelpreisigen Lizenzprodukten

Eine der Ursachen für die Insolvenz waren nach Einschätzungen der Geschäftsführung die unzureichenden Einnahmen aus dem Geschäft mit lizensierten Produkten im sogenannten Mittelpreissegment. Den hohen Investitionskosten standen entgegen der ersten Erwartungen letztlich keine entsprechenden Umsätze gegenüber. In diesem Winter kamen die Auswirkungen der Corona-Krise mit der deutlich verkürzten Ski-Saison hinzu, die den Absatz weiter einbrechen ließen. In den vergangenen Jahren habe Indigo mit Nachordern noch erhebliches Geschäft realisiert.


Die Sanierungsaussichten des Unternehmens sieht Pohlmann derzeit „optimistisch“. Der Betrieb wird nach einem gemeinsamen Entschluss der Geschäftsführung und des vorläufigen Insolvenzverwalters bis auf weiteres mit der vorhandenen Mannschaft fortgesetzt. „Jetzt gilt es neben der Aufrechterhaltung des Betriebs auch die langjährigen Lizenzgeber und Lieferanten und vor allem auch die Kunden davon zu überzeugen, der Marke Indigo weiter die Treue zu halten“, sagt Pohlmann. Zugleich appelliert er an die Kunden: „Jede Neu-Order ist ein wichtiger Mosaikstein zur Rettung des Unternehmens“. Auch der Werksverkauf in Unterföhring soll nach Ende der behördlich angeordneten Corona-Beschränkungen wieder geöffnet werden.

Konzentration auf Indigo und Bogner-Lizenz

„Indigo wird sich im Rahmen des Sanierungskonzeptes vorrangig wieder auf die Kooperation mit Bogner und die Stärkung der eigenen Marke konzentrieren“, erklären die beiden Geschäftsführer Schwabe und Baer. Im Rahmen entsprechender Lizenzverträge fertigte und vertrieb das Unternehmen auch Ski- und Fahrrad-Helme sowie Sport-Brillen für die Mode- und Sportmarken O’Neill, St. Moritz sowie zuletzt noch für den FC Bayern München. Die Entwicklungs-Gesellschaft wurde 2003 gegründet und hat ihren Sitz in Unterföhring bei München.

Bei der diesjährigen Ispo Munich hat das Unternehmen unter anderem ein neues Helm-Konzept vorgestellt. „Diese Eigenentwicklung werden wir mit Nachdruck weiter vorantreiben. Der neue Helm könnte in einer abgewandelten Form auch als E-Bike- und Bikehelm vertrieben werden.“
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