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Quartalsbilanz

Adidas: Lieferengpässe kosten 200 Mio. Euro

Imago / ITAR-TASS
Geschlossener Adidas-Store in Moskau: Das auf Eis gelegte Russland-Geschäft schlägt im zweiten Quartal mit rund 100 Mio. Euro Umsatz weniger zu Buche.
Geschlossener Adidas-Store in Moskau: Das auf Eis gelegte Russland-Geschäft schlägt im zweiten Quartal mit rund 100 Mio. Euro Umsatz weniger zu Buche.

Kürzlich erst musste Adidas die Prognose für das Gesamtjahr nach unten korrigieren. Jetzt hat der Konzern seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Probleme in der Supply Chain aufgrund von Lockdowns in Vietnam kosten hunderte Millionen Euro. Auch der Wegfall des Russland-Geschäfts zeigt sich in den Zahlen.

Im zweiten Quartal haben sich "negative externe Kosten" in Höhe von 300 Mio. Euro in der Bilanz niedergeschlagen. Konkret kosteten die Gruppe Lieferengpässe, die durch Lockdowns in Vietnam im vergangenen Jahr ausgelöst worden seien, rund 200 Mio. Euro. Vor allem in der Region EMEA hätten man diese Lieferkettenprobleme zu spüren bekommen. Hinzu kommen über 100 Mio. Euro Umsatz, die durch das ausgesetzte Russland-Geschäft weggefallen sind. Darüber hinaus belasteten Lockdowns in China die Umsatzentwicklung im zweiten Quartal 2022.


In den Monaten von April bis Juni konnte Adidas die Umsätze währungsbereinigt um 4% auf 5,596 Mrd. Euro steigern (Vorjahr: 5,077 Mrd. Euro). Wachstumstreiber seien sowohl das Direktkunden- als auch das Wholesale-Geschäft. Im D2C-Business habe man vor allem digital wachsen können. Der E-Commerce steht aktuell für rund 20% der Umsätze. Die Kategorien mit den stärksten Wachstumsraten (jeweils "stark zweistellig") seien Fußball, Running und Outdoor gewesen.

Massiver Umsatzeinbruch in China

In China musste die Gruppe starke Rückgänge verzeichnen. Um währungsbereinigt 35,1% schrumpften die Erlöse hier und rutschten damit unter die Milliardenschwelle. Wurden im zweiten Quartal 2021 noch 1,001 Mrd. Euro in China umgesetzt, waren es jetzt nur noch 719 Mio. Euro. Diese Entwicklung begründet der Konzern mit "umfangreichen Covid-19-bedingten Restriktionen".

Bereingt um diesen China-Effekt konnte Adidas im zweiten Quartal um 14% beim Umsatz zulegen. Die Region EMEA inklusive Heimatmarkt Deutschland trug ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 6,8% bei (auf 2,079 Mrd. Euro), Nordamerika wuchs besonders dynamisch um 21,3% auf 1,706 Mrd. Euro.

Entsprechend ging die Bruttomarge von Adidas um 1,5 Prozentpunkte auf 50,3% zurück (2021: 51,8%). "Deutlich höhere Kosten der Lieferkette und ein weniger günstiger Marktmix aufgrund des erheblichen Umsatzrückgangs in China belasteten die Entwicklung der Bruttomarge", meldet der Konzern. Das Betriebsergebnis des Unternehmens liegt bei 392 Mio. Euro (2021: 543 Mio. Euro), die operative Marge liegt bei 7,0% (2021: 10,7%).

Halbjahr auf Vorjahresniveau

Aufs Halbjahr gerechnet lagen die Umsätze währungsbereinigt auf dem Niveau von 2021. In Euro wuchs der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 um 5% auf 10,897 Mrd. Euro (2021: 10,345 Mrd. Euro). Die Bruttomarge ging im ersten Halbjahr um 1,7 Prozentpunkte auf 50,1% zurück (2021: 51,8%).

Das Betriebsergebnis beläuft sich im Halbjahr auf 828 Mio. Euro (2021: 1,248 Mrd. Euro), das entspricht einer operativen Marge von 7,6% (2021: 12,1 %).

Der Ausblick für das Gesamtjahr ist vom schwachen China-Geschäft beeinflusst. Am 26. Juli hatte der Konzern seinen Ausblick angepasst und erwartet nun für das Gesamtunternehmen im Geschäftsjahr 2022 "ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich". Das spiegelt einen Rückgang im zweistelligen Prozentbereich in China wider. Die davor getätigte Prognose hatte noch eine Entwicklung im unteren Bereich der Spanne zwischen 11% und 13% beinhaltet.
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