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Heimlich gefilmtes Treffen von Peter Cowgill und Barry Bown

JD Sports und Footasylum: Neuer Ärger mit dem Wettbewerbshüter

Im Streit des größten britischen Sneaker-Retailers mit der Wettbewerbsbehörde wird jetzt mit neuen Mitteln gefochten: Der britische Sportswear- und Sneaker-Filialist JD Sports Fashion hat eine Untersuchung eines mit verdeckter Kamera aufgenommenen Videos eingeleitet, das ein Treffen von Executive Chairman Peter Cowgill mit Barry Bown, Executive Chairman des 2019 übernommenen Mitbewerbers Footasylum, zeigt.

Die Sunday Times veröffentlichte am Sonntag das Video, auf dem Cowgill und Bown in einem Auto auf einem Parkplatz in Bury, Greater Manchester, zu sehen sind. Das Treffen könnte ein Bruch der Wettbewerbsregeln sein. Die Übernahme von Footasylum durch JD Sports 2019 wird seither von der Kontrollbehörde Competition and Markets Authority (CMA) untersucht. Unter einem Vollstreckungstitel sind Treffen zwischen den beiden Chefs der Unternehmen gestattet, aber der Ausstauch jeglicher vertraulicher oder kommerziell sensitiver Informationen verboten.


JD Sports reagierte auf die Veröffentlichung des Videos mit einem Statement. "Peter Cowgill kennt Barry Bown auf geschäftlicher und persönlicher Basis seit 25 Jahren", heißt es, "daher ist es für sie nicht unüblich oder in irgendeiner Weise verdächtig oder illegitim, sich von Zeit zu Zeit zu treffen, einschl. in Bezug auf den laufenden Review durch die Competition and Markets Authority von JDs Akquisition von Footasylum". Hinzugefügt wird, dass die CMA bereits voll über den Inhalt des Treffens am 5. Juli 2021 benachrichtigt wurde. JD sei fest davon überzeugt, dass die Aktionen bei dem Meeting kein Fehlverhalten waren oder ein Bruch mit der Anordnung (der CMA) und sehe keinen Grund, beschuldigt zu werden.

Erst in der vergangenen Woche hatte die CMA nach der zweiten Untersuchung der Übernahme von Footasylum durch JD Sports die Akquisition wieder verboten. JD Sports hatte Footasylum im Mai 2019 für 90 Mio. Pfund (106 Mio. Euro) übernommen. Die CMA blockierte die Akquisition im Mai 2020. Diese Entscheidung wurde vom Wettbewerbs-Berufungsgericht im November 2020 aufgehoben. Nach der zweiten Prüfung, mit der die CMA den JD Sports Konzern zum Verkauf von Footasylum zwingen will, kann der Retailer Einspruch gegen die endgültige Entscheidung einlegen. Peter Cowgill hatte angekündigt, seine Optionen in Ruhe zu prüfen.


Mit der Veröffentlichung des Videos vom Treffen Cowgills und Bowns ist das Gezerre zwischen JD Sports und der CMA auf einer neuen Stufe angekommen. Laut The Times wird davon ausgegangen, dass JD Sports glaubt, ein Konkurrent habe das Treffen gefilmt, damit die Übernahme von Footasylum von der Kontrollbehörde blockiert wird. Als einer der Hauptgegner der Übernahme wird Sports Direct, der zu Mike Ashleys Konzern Frasers Group gehörende Sportartikel-Filialist, angeführt. Die CMA untersucht, ob mit dem Treffen ein Bruch des Vollstreckungstitels vorliegt. Ein CMA-Sprecher sagte: "Wir nehmen Compliance sehr ernst."
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