Ein Berater an der Spitze der Intersport? Auf den ersten Blick irritierend und dem nötigen Maß an Vertrauensaufbau an der viel beschworenen Mitgliederbasis vielleicht nicht unbedingt förderlich. Aber: Alexander von Preen ist nicht einfach irgendein Berater. Sondern quasi Intersport-Berater. Am 1. November wird der 53-Jährige neuer Vorstands-Chef der umsatzstärksten Verbundgruppe im deutschen Sportfachhandel.


Dieser Posten war vakant geworden, nachdem im Juni der bisherige CEO Kim Roether zurückgetreten war – für viele überraschend. „Ich begleite die Intersport punktuell schon seit vielen Jahren“, erzählt von Preen, der sein ganzes bisheriges Berufsleben bei Kienbaum verbracht hat. Eine Fortführung der erklärten Strategie „One Intersport“ ist mit seiner Berufung zum neuen CEO gesetzt. Denn an der Erarbeitung dieser Strategie war Kienbaum maßgeblich beteiligt. Doch auch wenn die Zusammenarbeit von Preens mit Vorstand und Aufsichtsrat in den letzten Jahren und vor allem Monaten deutlich verstärkt worden war, so hat ihn der Anruf, den er im Juli bekam, doch überrascht.

Von Preen spricht viel von Vertrauen. Vom Vertrauen des Aufsichtsrats in seine Leistung, vor allem aber vom Vertrauen, das er sich bei Mitarbeitern und Mitgliedern erarbeiten möchte. Gerade zu letzteren – 900 Handelsunternehmen gehören zur Intersport Deutschland – hatte er bislang noch kaum Kontakt. Doch das will er so schnell wie möglich nachholen, freut sich auf erste Gelegenheiten, die bald anstehen. Er spricht von Partnerschaft auf Augenhöhe mit den Industrie-Partnern und davon, diese Partnerschaften strategisch auszubauen. Auch daran wird er sich messen lassen müssen.

Gleichzeitig hebt er die Vorteile der genossenschaftlichen Struktur der Intersport hervor: „Ich hatte Gelegenheit, viele genossenschaftliche Geschäftsmodelle kennenzulernen. Aus meiner Sicht ist das das Modell der Zukunft. Denn keiner kann Handel besser betreiben als die Eigentümer auf der Fläche. Das sind Vollblutunternehmer.“

„Als Vorstands-Team sind wir sehr gut aufgestellt.“

Alexander von Preen, designierter Intersport-Vorstandschef

Zeitgleich mit der Berufung von Preens zum Vorstands-Chef wurde der Umbau des Gremiums vollzogen: Neben den Funktionen Vorstandsvorsitz und Finanzen gibt es den im Juni etablierten Bereich für die Händler, die unter der Marke „Intersport“ auftreten und der von Mathias Boenke geleitet wird. Ab 1. November gibt es den Bereich für Mitglieder wie Sport Scheck, Engelhorn Sports und Reischmann, die so genannten Kooperationspartner. Diesen Vorstandsbereich übernimmt Frank Geisler (53). Der neue Chef-Stratege von Preen betont die Stärke dieses neuen Teams: „Als Vorstands-Team sind wir sehr gut aufgestellt.“
Alexander von Preen
  • Alter: 53 Jahre
  • ab 1. November 2018: Vorstandsvorsitzender Intersport, Heilbronn
  • seit 2015: Geschäftsführer Kienbaum Consultants International
  • 1997: Einstieg bei Kienbaum Management Consultants
  • Promotionsstudium an der LMU München
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