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Internationale Expansionsstrategie

Darum nimmt Sweaty Betty den deutschen Markt jetzt ins Visier

Sweaty Betty
Mit Patricia Ricken hat das britische Activewear-Label Sweaty Betty erstmals eine Head of Germany ernannt.
Mit Patricia Ricken hat das britische Activewear-Label Sweaty Betty erstmals eine Head of Germany ernannt.

Das britische Fitness-Label Sweaty Betty ist auf rasantem Wachstumskurs. Allein 2020 konnte der Umsatz um mehr als 50% auf knapp 150 Mio. Euro gesteigert werden. Mittlerweile macht das 1998 gegründete Unternehmen 40% des Umsatzes außerhalb Großbritanniens. Mit Deutschland nimmt Sweaty Betty nun den ersten Markt auf dem europäischen Festland ins Visier. Head of Germany Patricia Ricken erklärt, wie.

 

TextilWirtschaft: Warum investiert Sweaty Betty in ein eigenes Team für den deutschen Markt?
Patricia Ricken:
Deutschland ist ein wichtiger Markt für Sweaty Betty. Bisher haben wir in Deutschland über unsere englische Website verkauft, seit diesem Jahr über eine eigene deutsche Länderseite. Dafür brauchen wir ein Team, das den Markt kennt, die Kunden versteht und weiß, wie wir am besten verschiedene Kanäle strategisch angehen, um das Geschäft hierzulande auszubauen.

Warum der Fokus auf Deutschland gerade jetzt?
Unser Launch mit Zalando im letzten Jahr verlief phänomenal. Daher schien uns der Zeitpunkt richtig, diesen Schwung zu nutzen und eine Website in Deutschland zu starten. Wir hatten in den letzten Jahren einen wachsenden Kundenstamm in Deutschland und haben von der Community positives Feedback zu unserer Marke und unserem Produkt erhalten. Aufgrund der steigenden Nachfrage war es ein logischer Schritt, in Deutschland als unserem ersten Markt auf dem europäischen Festland zu starten.

Alle 60 Sekunden wird irgendwo auf der Welt eine Sweaty Betty Power Leggings gekauft.
Sweaty Betty
Alle 60 Sekunden wird irgendwo auf der Welt eine Sweaty Betty Power Leggings gekauft.

Welches Potenzial sehen Sie für Sweaty Betty auf dem deutschen Markt?
In Deutschland haben Frauen schon immer einen Drang gehabt, aktiv zu sein, und es scheint kein Ende in Sicht zu sein, besonders jetzt, wo Gesundheit und Wellness mehr denn je im Vordergrund stehen. Die meisten Sportbekleidungsmarken wurden 2019 von Decathlon und Amazon verkauft. Das bedeutet eine riesige Chance für eine Marke, die etwas anderes bietet. Die großen Konkurrenten auf dem deutschen Markt haben alle ihre Wurzeln in der Herrenmode, während unsere Produkte von Frauen für Frauen entworfen werden. Community und Inklusivität stehen bei uns im Mittelpunkt - wir denken, dass uns das von anderen im Markt unterscheidet und Werte sind, die bei den Konsumenten in Deutschland ankommen werden.

Wann wird der erste Sweaty Betty-Store in Deutschland eröffnen?
Unsere Priorität in Deutschland liegt im Moment auf unserem digitalen Geschäft. Aber wir glauben an ein Omnichannel-Modell und werden in Zukunft auch Läden in Betracht ziehen. Nach unserem Start mit Zalando werden wir auch neue Großhandelsmöglichkeiten ausloten, noch in diesem Jahr starten wir im KaDeWe in Berlin.

Welche Rolle spielt das Wholesale-Business mittlerweile für Ihr Unternehmen?
Uns mit etablierten Marken zusammenzuschließen bietet eine großartige Möglichkeit, unsere Markenbekanntheit in neuen Märkten zu steigern. Wir haben das in Nordamerika, wo wir mit Nordstrom gestartet sind, aus erster Hand erfahren. In den vergangenen zwei Jahren ist unser Wholesale-Geschäft weltweit im dreistelligen Bereich gewachsen.

Stilfrage: Mögen Frauen wirklich den ganzen Tag Leggings tragen?
Ja! Warum denn nicht?! Leggings sind praktisch, sie schränken nicht ein und sie geben der Trägerin das Gefühl, stark und selbstbewusst zu sein. Unsere Kleidung ist so konzipiert, dass sie multifunktional und stylisch ist und die Frauen vom morgendlichen Workout, zum Brunch mit Freunden, zu einem Arbeitstreffen und zum Abholen der Kinder von der Schule begleitet. Frauen sollen tragen, was sie wollen und wann sie wollen.

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