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Trotz Shutdown: Intersport Siebzehnrübl will am 11. Januar seine Läden öffnen

„Wir sind nicht auf Krawall gebürstet“

Sport Siebzehnrübl
Udo Siebzehnrübl hofft auf zahlreiche Nachahmer.
Udo Siebzehnrübl hofft auf zahlreiche Nachahmer.

Sporthändler Udo Siebzehnrübl hat mit einem offenen Brief an die bayrischen Handelsverbände für Aufsehen gesorgt. Er werde am Montag seine fünf Intersport-Läden in Altötting, Pasing, Passau, Riem und Rosenheim aufsperren – komme was wolle. Im TW-Gespräch erklärt er, was ihn bewegt und was er von der Aktion erwartet.

++ Update: Am Dienstagabend kündigte Udo Siebzehnrübl an, seine Läden am kommenden Montag doch nicht zu öffnen. Warum, lesen Sie hier.++

TW: Was fordern Sie?
Udo Siebzehnrübl: Wir wollen möglichst bald aufsperren. Darum geht es. Und ich hätte mir nicht zu träumen gewagt, auf welches Medienecho mein offener Brief stoßen würde. Und genau das war mein Wunsch. Denn ich darf ja keine anderen Händler aktiv auffordern, es mir gleichzutun. Ich habe jedenfalls alle Medienvertreter direkt eingeladen, auch am Montag zu uns zu kommen und darüber zu berichten, was dann passieren wird.

Was denken Sie, was passieren wird?
Zunächst einmal hoffe ich nach wie vor, dass wir am Montag alle aufsperren dürfen. Wenn man sieht, welche Wellen unsere Aktion jetzt schon schlägt, würde ich mir wünschen, dass auch die Politik schnell reagiert. Wir wollen einfach nur wieder öffnen – unter Einhaltung aller Sicherheits- und Hygiene-Konzepte. Wir sind nicht auf Krawall gebürstet und benehmen uns vernünftig.

Also eine symbolische Aktion?
Na ja, es gibt ja keine Blaupause. Wir werden sehen.

Im Frühjahr sind die Behörden eingeschritten, wenn es zu Verstößen kam.
Die Strafe, die wir wahrscheinlich werden zahlen müssen, schmeckt mir natürlich nicht. Aber wir haben jetzt schon einen siebenstelligen Betrag in den Sand gesetzt – da ist es uns das wert. Ich hoffe einfach, dass ich möglichst viele Nachahmer finde. Wenn ich nämlich gerade jetzt wieder den Aldi-Prospekt für diese Woche sehe, mit ganzen acht Seiten mit Sportartikeln, dann ist das einfach eine Mega-Ungerechtigkeit, dass die das verkaufen dürfen und wir nicht. Die Situation für uns ist wirklich prekär und wir laufen Gefahr, unsere Kunden an Amazon & Co. zu verlieren und dann auch unsere Mitarbeiter nicht halten zu können.

Wie viel verkaufen Sie online über die Intersport-Plattform?
Wir haben im vergangenen Jahr unseren Online-Umsatz verdoppelt auf 10% vom Gesamtumsatz. Aber 90% fallen mit der Schließung weg. Und wir verdienen kein Geld.

Mit Ihrer Aktion laufen Sie Gefahr, in eine Ecke mit Pandemie-Leugnern gestellt zu werden.
Ich bin weder ein Pandemie-Leugner noch bin ich rechtsradikal – ich will einfach nur aufsperren, um unsere Kunden und unsere Mitarbeiter halten zu können.
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