Wer den Namen Fila hört, der denkt an Tennis und Björn Borg. Doch inzwischen steht die Marke, deren Europa-Lizenz die Deichmann-Gruppe hält, für weit mehr als für den Sport. Fila hat sich zu einer Lifestyle-Marke gewandelt, die mit Luxusanbietern wie Fendi zusammenarbeitet.



Jetzt macht Fila den nächsten Schritt – und lanciert Fila Fjord. Dabei handelt es sich um Premium-Casualwear im skandinavischen Stil. Mit weniger Logo und einem Fokus auf Materialien. Vorgestellt wird die Linie auf der Pitti Uomo im Januar. Verantwortet wird sie von der dänischen Designerin Astrid Andersen, die seit 2010 ihr eigenes Label hat. Die TextilWirtschaft hat vorab mit ihr gesprochen.



TextilWirtschaft: Fila hat sich in den vergangenen Jahren von einer reinen Sport-Marke in eine Lifestyle-Marke gewandelt. Wozu braucht es Fila Fjord?
Astrid Andersen: Genau an diesem Punkt begann meines Erachtens die Konversation zwischen Fila und meinem langjährigen Mitarbeiter Elgar Johnson. Direkt im Anschluss an die Fila-Kapsel mit Fendi schlug Elgar vor, einen Schritt ins Luxussegment zu wagen. Er empfahl mich als die passende Designerin. Zusammen legten wir los. Daraus ist das spannende Projekt Fila Fjord entstanden.


Wie würden Sie Ihre eigene Stilsprache beschreiben? Welche Referenzen haben Sie?
Skandinavien ist wirklich ein Zentrum für Architekten und Künstler, die grundlegend Neues ausprobiert haben. Meine Vorbilder sind Olafur Eliasson, Bjarke Ingels, Ingvar Cronhammer, Tonny Hørning. Dazu kommen Meister wie Arne Jabobsen, Verner Panton und Hans Wegner. Sie alle haben Qualität und Einzigartigkeit zu ihren Prinzipien erhoben.
Welchen Kunden haben Sie im Visier?
Wir richten uns an einen Kunden, der die Qualität der Stoffe und den Fit wertschätzt. Unser Zielkunde kauft nicht nur für eine Saison, sondern bestückt seine Garderobe. Ihm ist die Herkunft und Geschichte einer Brand wie Fila wichtig.
Fila Fjord soll einen „naturbezogenen, nachhaltigen und reduzierten Lebensstil“ wiederspiegeln. Was heißt das konkret? Bedeutet das, dass das Fila-Logo etwas zurückgenommen wird?
Die Logo-Manie war ja zuletzt sehr dominant. Wir gehen Fila Fjord mit Ruhe und Minimalismus an. Das wird in den kommenden Saisons mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Unser Ziel war es, Mode zu schaffen, bei der es um Materialien und Handwerkskunst geht. „Kaufe weniger, dafür besser“ ist die Essenz meiner skandinavischen Herkunft.
Die skandinavischen Kunden gelten als Trendsetter. Hat der Logo-Hype seinen Zenit überschritten?
Ja, das hat er. Ich denke, dass das genau die Chance für Fila darstellt, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen und Herkunft sowie Authentizität herauszustreichen. Das ist die Gelegenheit, um zu zeigen, wie edel die sportliche Ästhetik sein kann.
Wie wichtig ist die Nachhaltigkeit für die Kollektion? Nutzen sie Naturfasern oder recycelte Materialien?
Jede Brand in jeder Branche muss sich meines Erachtens mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Die Artikel, die voraussichtlich in den größten Mengen hergestellt werden, werden in Europa gefertigt. Aus Materialien, die umweltschonend bezogen werden. Wir hegen die Ambition, in der Zukunft Schritt für Schritt eine nachhaltige Linie aufzubauen. Ein geringer, dafür besserer Konsum ist Teil unserer Philosophie.
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