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Peloton und Adidas präsentieren erste gemeinsame Kollektion

"Toll, wenn man sieht, dass jemand zur Peloton-Community gehört"

Adidas x Peloton
Lifestyle ist der große Wachstumstreiber der Sport-Branche. Dem trägt auch die neue Kollektion Rechnung, die Adidas gemeinsam mit Peloton auf den Markt bringt.
Lifestyle ist der große Wachstumstreiber der Sport-Branche. Dem trägt auch die neue Kollektion Rechnung, die Adidas gemeinsam mit Peloton auf den Markt bringt.

Seit Adidas-Chef Kasper Rorsted die Kooperation mit Peloton vergangene Woche angeteasert hat, wurden weitere Details mit Spannung erwartet. Heute wurde nun die erste gemeinsame Kollektion der beiden Big Brands vorgestellt. Pelotons Apparel-Chefin Jill Foley erklärt im TW-Gespräch, warum Adidas genau der richtige Partner ist und welche Rolle das Lifestyle-Business spielt.

Die Kollektion, die ab 25. März erhältlich ist, umfasst nicht nur Teile fürs Workout, sondern auch Lifestyle-Pieces wie Hoodies, Sweats und Jogger. Die Preisrange der elf Teile reicht von 30 bis 85 Dollar (25 bis 70 Euro) Verkauft wird sie online, sowohl bei Adidas als auch bei Peloton, sowie bei ausgewählten Adidas-Händlern und Peloton-Showrooms.

Adidas & Peloton: So sieht die erste gemeinsame Kollektion der beiden Big Brands aus

Die Kollektion selbst ist allerdings nur eine Facette der Kooperation. Es geht auch um Erlebnisse für die Mitglieder – sowohl die von Peloton als auch die von Adidas. Bei Peloton stehen diese Mitglieder qua Geschäftsmodell seit jeher im Fokus, mittlerweile gehören mehr als 4 Millionen Kunden zu dieser Community. Adidas macht sich gerade auf den Weg, eine Member first-Brand zu werden. Rorsted kündigte an, die Zahl der Adidas-Mitglieder von derzeit 150 Millionen innerhalb der kommenden fünf Jahre auf 500 Millionen mehr als zu verdreifachen.

Den Startschuss für diese exklusiven Erlebnisse macht ein Raffle für Adidas‘ Creators Club-Mitglieder. Zu gewinnen gibt es unter anderem eine 1:1 virtuelle Styling-Session mit Ally Love oder Cody Rigsby – zwei der Peloton-Trainer, die an der Entwicklung der neuen Kollektion beteiligt waren.

"Ich liebe den Gedanken, die Welt durch Fitness zu einen", sagt Jill Foley, die das Bekleidungs-Business von Peloton leitet.
Peloton
"Ich liebe den Gedanken, die Welt durch Fitness zu einen", sagt Jill Foley, die das Bekleidungs-Business von Peloton leitet.
Jill Foley leitet das Apparel-Business von Peloton. Zum Launch der ersten Kollektion, die Peloton gemeinsam mit Adidas auf den Markt bringt, erklärt die Ehefrau von CEO und Co-Founder John Foley, warum die Deutschen ein perfekter Match sind und welche Rolle das Lifestyle-Business spielt.

TextilWirtschaft: Wie kam es zu dieser Kooperation?
Jill Foley: Adidas hat uns angesprochen. Das muss Ende 2018 gewesen sein. Wir waren uns schnell einig, denn wir teilen viele Werte wie die Bedeutung von Fitness, den Community-Gedanken und das Bekenntnis zu Inklusivität und Diversität. Von daher  ist Adidas ein natürlicher Partner für uns. Dann kam die Idee auf, unsere drei Instructor Ally, Robin und Cody für eine Kapsel-Kollektion ins Boot zu holen und gemeinsam mit dem Design-Team von Adidas exklusive Produkte zu entwickeln.

Hat Corona Sie dabei gebremst?
Nein. Und obwohl die Arbeit am Design in diese Zeit fiel, haben die Meetings großen Spaß gemacht – eben virtuell. Wir hatten vier bis fünf Meetings in großer Runde mit Ally, Robin, Cody, dem Adidas-Design-Team und meinem Design-Team und haben gemeinsam erarbeitet, was wir unseren Mitgliedern bieten wollen. Samples haben wir per UPS hin und hergeschickt, haben telefoniert, gemailt. Getroffen haben wir uns in dieser Runde tatsächlich nie. Das war herausfordernd – aber wir haben es geschafft.

Es gibt nicht nur Teile für das Workout, sondern auch Hoodies, Sweats und Jogginghosen für den Alltag. War dieser Lifestyle-Part vor allem Ihnen wichtig oder Adidas?
Definitiv uns beiden. Ich liebe den Originals-Look. Und ich wollte unbedingt diese Ästhetik mit einbringen, das hat das Adidas Design-Team dann auch umgesetzt. Verbunden mit einigen coolen Graphics, die die Adidas-Designer speziell für Cody, Ally und Robin entworfen haben und einem  90ies-Vibe. Mit leuchtenden Farben, das war allen dreien wichtig. Pink für Ally, Orange für Robin, Unisex-Styles für Cody. Die meisten Styles sind unisex. Das Performance-Shirt zum Beispiel ist eigentlich ein Männer-Shirt, aber das werden auch Frauen tragen wollen. Inklusivität ist sowohl Adidas als auch Peloton wichtig. Alle Styles gehen bis XXL. Damit wirklich jedes unserer Mitglieder und auch jedes Adidas-Mitglied teilhaben kann.

Noch ist das Bekleidungs-Business für Peloton recht klein. Wo wollen Sie hin?
Apparel ist bei Peloton eine sehr Mitglieder-getriebene Initiative. Wir hätten nicht damit gerechnet, dass es so groß werden würde, wie es heute ist. Wir wachsen jedes Jahr um das Zwei- bis Dreifache. Nicht, weil wir das geplant hätten, sondern weil die Mitglieder danach fragen. 2015 haben wir Bekleidung nur in unseren Stores verkauft, heute verkaufen wir sie auch online  –  weil die Nachfrage da war. Das gilt für das ganze Unternehmen. Wir machen jeden Wachstumsschritt nur, um auf die Wünsche unserer Mitglieder einzugehen. Und ja: Wir wollen wachsen. Wir gewinnen immer mehr Mitglieder und ich will Bekleidung machen, die sie gerne tragen möchten, die sie motiviert und dabei anspornt, auf sich achtzugeben.

Welche Bedeutung hat das Lifestyle-Business für die Peloton-Bekleidung bisher?
Das macht sicher die Hälfte aus. Denn wir möchten gerne, dass unsere Mitglieder sie auch im Alltag tragen und auch bei der Arbeit. Wir machen zum Beispiel Westen für Männer, weil man die gut zum Hemd tragen kann. Denn es ist toll, wenn man andere trifft und sieht, dass sie auch zur Peloton-Community gehören. Und ich liebe diesen Gedanken, die Welt durch Fitness zu einen. Dazu gibt es eine schöne Geschichte: Zwei Autos sind in einen Unfall verwickelt. Eine der Frauen steigt wütend aus ihrem Auto aus. Als sie aber bei der Unfallgegnerin einen Peloton-Becher im Auto sieht, fragt sie stattdessen: Ah, Sie haben auch ein Peloton? Ja, Sie auch? Und so beruhigen sich die beiden, kommen ins Gespräch, der Ärger verraucht. Ich liebe diese Geschichte.

Was machen Sie, wenn Sie jemanden mit einem Peloton-Teil sehen?
Ich frage, ob ich ein Bild machen darf und teile es mit meinem Team (lacht). Ich freue mich. Mein Mann winkt sogar aus dem Auto heraus, wenn er jemanden sieht. Ich muss ihn da manchmal etwas bremsen.

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