Der Performance-Gedanke pusht die Mode: Die Jacke, die atmet. Der Sweater, der Nässe nicht durchlässt. Die Socke, die stützt. Doch damit nicht genug. Die Anforderungen an Funktionsmaterialien wachsen durch die zunehmende Vielfalt an Möglichkeiten, sie urban einzusetzen. Mira Hofmann, verantwortlich für Design und Development beim Spezialisten für Performance-Stoffe Schoeller Textil AG, wagt einen Blick in die Zukunft.


TextilWirtschaft: Welche Herausforderungen sehen Sie für Performance-Stoffe im Markt?
Mira Hofmann: Es kommen zwei Philosophien zusammen: Auf der einen Seite sind dies Performance-Stoffe, die auf Funktionen wie Langlebigkeit, Dauerhaftigkeit, Wasserabweisung usw. perfektioniert sind. Dazu braucht es Zeit für Entwicklung und Optimierung. Auf der anderen Seite: die schnelllebige Modeindustrie mit ihren Zyklen, immer auf der Suche nach trendige Styles. Das benötigt kürzere Entwicklungszeiten. Die Kombination aus beidem stellt eine große Herausforderung dar. Hinzu kommt, dass Funktionstextilien oft einen technischeren Look, technischere Optik und Haptik haben. Sicherlich ist der modische Bereich auch preissensibler. Hier bräuchte es mehr Verständnis, dass schöne Styles kombiniert mit Technologien auch ihren Preis haben dürfen, dafür aber auch Mehrwert bieten wie Langlebigkeit oder Pflegeleichtigkeit. Und das wiederum ist gleichzeitig ein Gewinn für die Umwelt.




Wie beeinflusst das die Mode heute und in Zukunft?
Performance Textiles werden zurzeit stärker in der Männermode eingesetzt, da dort der schnelllebige Rhythmus weniger ausgeprägt ist bei  Womenswear. Verstärkt gesucht sind multifunktionelle Stoffe, in denen sich der moderne, mobile Weltbürger überall wohlfühlt und  perfekt geschützt ist, die aber Individualität zulassen. Darauf hat Schoeller bereits vor einigen Jahren reagiert: Die Cosmopolitan Kollektion ist die Antwort auf diesen globalen Urban-Trend, sie vereint Design und Funktion. Wir sprechen von Stoffen, die in der Freizeit wie zur Arbeit gleichermaßen funktionieren.


Mit welchen Ideen und Ansprüchen kommen Designer und Produktleute aus Womens- und Menswear auf Sie zu?
Es wird zunehmend auf nachhaltige Rohstoffe und Herkunft geachtet, auf Umwelt-Labels und nachhaltige Produktion. Im Trend liegen Naturfasern, kombiniert mit entsprechenden Technologien für wasserdichte und wasserabweisende, aber zeitgleich urbane Jacken.  Elastizität ist sehr wichtig für den Komfort der Bekleidung und für die Vielseitigkeit in der Anwendung. Mit biobasierten Ausrüstungstechnologien und den Know-how bei der Produktion nachhaltiger Textilien bietet Schoeller entsprechende Lösungen an.


Welche Modelabels gelten als Vorreiter?
Aus unserer Sicht weit vorne sind Modelabels, die den Spagat zwischen Sport und Lifestyle hinbekommen und dies auch in Ihrer Kollektions-Aussage entsprechend vermitteln.  Die auch im Vertrieb neue Wege gehen mit direkter Konsumenten-Ansprache und einem glaubwürdigen Storytelling über Materialien und die Gründe, warum man sich genau für dieses Teil entscheiden sollte. Hier gibt es noch viel Potenzial und super Ideen.


Wie wird sich das Performance-Segment entwickeln? Welche Innovationen erwarten uns in naher Zukunft?
Immer mehr Unternehmen aus dem Active-Bereich werden den urbanen Bekleidungsbereich für sich erschließen. Das zeigt alleine schon der Athleisure-Trend. Mit Sicherheit werden aber auch Ereignisse wie klimatische Veränderungen Auswirkungen auf die Mode haben. Das Segment wird sich weiter entwickeln und viele spannende Entwicklungen zeigen. Wearable Textiles wie heizbare Bekleidungsstücke  werden ganz neue Perspektiven eröffnen.
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