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Jährliches Umsatzwachstum von 25% geplant

So groß will Signa Sports United werden

Screenshot von CenterCourt.de
Screenshot von CenterCourt.de - die Adresse gehört auch zu Signa Sports.
Screenshot von CenterCourt.de - die Adresse gehört auch zu Signa Sports.

Zu den Zahlen hat sich die Sport-Tochter der Signa-Gruppe immer bedeckt gehalten. Anlässlich des bevorstehenden Börsengangs gewährt Signa Sports jetzt spannende Einblicke in die Bücher. Die Gruppe will schneller wachsen als der Markt. Dabei baut sie darauf, dass der E-Bike-Boom anhält, und hofft auf ein florierendes Plattformgeschäft.

„The hidden champion of Sports E-Commerce & Tech“ – so bezeichnet sich die Sport-Tochter der Signa-Gruppe selbst. Innerhalb des Signa-Imperiums ist sie sicherlich die Tochter, die René Benko derzeit am wenigsten Kopfzerbrechen bereitet. Die gesamte Sport-Branche zeigte sich in der Krise sehr viel resilienter als die Gesamtwirtschaft, Online boomt – und die Perspektiven sind rosig.
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Signa Sports United geht an die Börse

Ein Börsengang stand lange im Raum, nun ist er offiziell: Signa Sports United, eigenen Angaben zufolge größte Sport-E-Commerce- und Technologie-Plattform der Welt, geht an die Börse. Allerdings nicht über einen IPO, sondern über einen anderen Weg. Mit der gleichzeitigen Übernahme des Bike-Händlers Wiggle CRC entstehe das weltweit größte Sport-E-Commerce- und Technologie-Plattform-Unternehmen mit rund 1,6 Mrd. Dollar Netto-Umsatz.

1,6 Mrd. Dollar Netto-Umsatz prognostiziert Signa Sports United für das laufende Geschäftsjahr 20/21 (30.9.) – dabei sind die beiden jüngsten Neuzugänge bereits eingerechnet, deren Akquisition noch nicht abgeschlossen ist. Neben dem britischen Bike-Händler Wiggle, dessen Übernahme im Zuge des bevorstehenden Börsengangs verkündet wurde, handelt es sich dabei um den jüngsten Tennis-Zugang Tennis Express. Das Closing dieses Deals soll im letzten Quartal dieses Jahres erfolgen. Ohne diese Neuzugänge liegt der Umsatz bei 1 Mrd. Dollar – nach 849 Mio. Dollar im Vorjahr.

Die größten Shops unter dem Dach von Signa Sports United
Bike
Probikeshop, Bikester, fahrrad.de, Wiggle
Tennis
Tennis-Point
Outdoor
Addnature, Campz
Teamsport
Outfitter

Das prognostizierte jährliche Wachstum der Gruppe soll das globale Sports-E-Com-Wachstum, das mit 13% beziffert wird, deutlich übertreffen. Signa Sports United geht bis 2025 von einem jährlichen Umsatzwachstum von 25% aus. 2025 soll die Gruppe also bereits 3,9 Mrd. Dollar erlösen.
Zum Vergleich: Die beiden größten Sporthändler der Welt machten 2020 Umsätze in knapp zweistelliger Milliardenhöhe. Decathlon führt die Rangliste mit 11,4 Mrd, Euro mittlerweile an, Intersport-Händler setzten weltweit insgesamt 10,6 Mrd. Euro um.


Und es gibt auch Zahlen zum Ergebnis: Im laufenden Geschäftsjahr soll ein Ebitda von über 70 Mio. Dollar erzielt werden – ebenfalls unter Einbeziehung genannter Neuzugänge. Ohne die neuen Töchter käme Signa Sports United auf 37 Mio. Dollar – doppelt so viel wie im Vorjahr (19 Mio. Dollar).

Aufteilung nach Regionen und Sportarten

Signa Sports United erreicht weltweit 2,7 Mrd. Menschen, die mindestens einmal im Monat Sport betreiben. Noch ist Europa die mit Abstand wichtigste Region. Zwei Drittel des Umsatzes (67%) sollen im laufenden Jahr auf die Heimatregion entfallen. Auf UK entfallen 19% - nicht zuletzt durch die Wiggle-Übernahme. In den USA macht Signa Sports United bislang 9% seines Umsatzes.

Will mit Signa Sports hoch hinaus: CEO Stephan Zoll
Signa Sports
Will mit Signa Sports hoch hinaus: CEO Stephan Zoll

Bike ist mit einem Umsatzanteil von 63% das mit Abstand wichtigste Feld. Hier kommt vor allem dem Wachstumsfeld E-Bike eine besondere Bedeutung zu. Signa Sports United bezeichnet sich mit mehr als 300.000 verkauften E-Bikes im Jahr als größten E-Tailor in diesem Segment. 30% der verkauften Bikes sind Räder der Eigenmarken. Tennis kommt aufgrund der jüngsten internationalen Übernahmen auf 17%. Auf Outdoor entfallen 13%, auf Teamsport 7%.

Überproportionales Wachstum mit Plattform-Services geplant

Das Geschäftsmodell von Signa Sports United basiert längst nicht nur auf dem Einsammeln von immer mehr Online-Shops, bei denen es ein hohes Synergie-Potenzial gibt. Vielmehr es um den Aufbau einer integrierten Plattform mit Services für die unterschiedlichste Partner.

Das sind unter anderem Industrie-Partner, die auf den Webshops der Gruppe ihre Markenshops einrichten können, aber auch unabhängige stationäre Bike-Händler, die neben Click-&-Collect und Reparaturdienstleistungen auch Zugriff auf das Sortiment der Signa Sports United-Tochterunternehmen haben. Auch Sportverbände wie die Internationale Tennis Federation (ITF), für die Tennis-Point das Verbandsportal neu entwickelt, zählen zu den Partnern.


Noch tragen die Plattform-Erlöse nur einen Bruchteil zum Umsatz der Gruppe bei – doch der Anteil soll bis zum Jahr 2025 auf 621 Mio. Dollar steigen und 16% zum Umsatz beitragen.
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