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Jahresbilanz

Adidas: Wachstum verlangsamt sich

Adidas
Adidas wächst weiter, aber das Tempo verändert sich.
Adidas wächst weiter, aber das Tempo verändert sich.

Mit einem Umsatzplus von 3% hat sich das Wachstum des zweitgrößten Sportartikelkonzerns der Welt im Jahr 2018 deutlich verlangsamt. Währungsbereinigt fällt das Plus mit 8% zwar deutlicher aus, allerdings lag auch dieses im Vorjahr noch bei 16%. Das währungsbereinigte Wachstum von 8% liegt am unteren Ende der Erwartungen, die bei Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal erst von bis zu 10% auf 8 bis 9% heruntergeschraubt wurden. Insgesamt setzte Adidas im vergangenen Jahr 21,9 Mrd. Euro um. Das Wachstum kommt dabei größtenteils über die Adidas-eigenen Vertriebskanäle.

Deutlich zweistelliges Wachstum (währungsbereinigt) erzielt Adidas in strategischen Wachstumsfeldern wie Nordamerika (+15%), China (+23%) und E-Commerce (+36%). In Europa muss das Unternehmen sich allerdings mit stagnierenden Umsätzen zufriedengeben. In Euro sind diese sogar um 1% rückläufig. Das soll sich im laufenden Jahr ändern: Adidas prognostiziert für 2019 einen leichten währungsbereinigten Anstieg des Umsatzes in Europa.

Engpässe in der Produktion schmälern Umsatzwachstum

Mit einem prognostizierten währungsbereinigten Umsatzplus zwischen 5% und 8% für 2019 verabschiedet sich Adidas von langjährigen zweistelligen Wachstumsraten. Zum Teil werde das Wachstum durch Engpässe bei den Produktionskapazitäten gebremst, heißt es. Vor allem die stark gestiegene Nachfrage nach Bekleidung im mittleren Preissegment könne nicht sofort vollständig bedient werden kann. Das infolgedessen verlangsamte Umsatzwachstum werde sich insbesondere in der ersten Jahreshälfte in Nordamerika niederschlagen. Den Prognosen zufolge wird dies eine Auswirkung zwischen 1 und 2 Prozentpunkten auf die Wachstumsrate für das Gesamtjahr 2019 haben.

Adidas rechnet für das erste Halbjahr 2019 mit einer Wachstumsrate zwischen 3 % und 4 %. Das Unternehmen geht davon aus, das Angebot im Verlauf des Jahres skalieren zu können.

Adidas AG: Der Vorstand




Nach wie vor wächst die Lifestyle-Sparte „Sport Inspired“ mit zweistelligen Wachstumsraten schneller als der Sport Performance-Part, dessen Plus im hohen einstelligen Bereich liegt. Anders sieht es auf dem Heimatmarkt aus: Zwar verzeichnet Sport Inspired auch hier leichtes Wachstum, dieses wird vom Performance-Minus allerdings aufgefressen. Der währungsbereinigte Umsatz der Marke Reebok ging im Vergleich zum Vorjahr um 3 % zurück. Die E-Com-Umsätze, die bis 2020 die 4 Mrd. Euro-Grenze erreichen sollen, beliefen sich 2018 auf „mehr als 2 Mrd. Euro“, meldet Adidas, ohne genauer zu werden.

Reebok wieder in den Schwarzen Zahlen

Deutlich erfreulicher für den Konzern − und die Aktionäre − entwickelt sich das Ergebnis. Das Betriebsergebnis stieg um 14 % auf 2,4 Mrd. Euro. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen wurde sogar um 20% auf 1,7 Mrd. Euro gesteigert. Damit verbesserte sich die operative Marge um 1,1 Prozentpunkte auf 10,8% (2017: 9,8%). Zum Anstieg der operativen Marge hat auch die Marke Reebok beigetragen, die 2018 in die Profitabilität zurückgekehrt ist. Seit der Auflage des Turnaround-Plans „Muscle-Up” Ende des Jahres 2016 habe Reebok seinen Gewinn um mehr als 150 Mio. Euro gesteigert.


Das größte Plus beschert Adidas allerdings den Aktionären: Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende in Höhe von 3,35 Euro je dividendenberechtigte Aktie vorzuschlagen. Dies bedeutet eine Erhöhung um 29% gegenüber dem Vorjahr.


Außerdem setzt Adidas das mehrjährige Aktienrückkaufprogramm fort, das im März 2018 gestartet worden war. Insgesamt sollen im Rahmen des Programms zwischen März 2018 und Mai 2021 eigene Aktien im Wert von bis zu 3 Mrd. Euro zurückerworben werden. Nach Abschluss der ersten Tranche, in deren Rahmen adidas im Jahr 2018 eigene Aktien für einen Gesamtbetrag von 1 Mrd. Euro zurückgekauft hat, beabsichtigt das Unternehmen, im Jahr 2019 eigene Aktien im Wert von ca. 800 Mio. Euro zurückzukaufen.

Adidas: Das neue WM-Jersey der DFB-Frauen

Das Womens-Business ist erklärtes Wachstumsfeld der großen Sportmarken. So auch von Adidas. 2019 soll die Frauenfußball-WM hier einen deutlichen Akzent setzen. Adidas stellt das Trikot der Deutschen Nationalmannschaft. Auch Konkurrent Nike verspricht sich viel von dem Event.




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