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Jahresbilanz des Sportartikelkonzerns

Adidas: Ziele erreicht, Corona belastet

Adidas
Die Adidas-Zentrale in Herzogenaurach
Die Adidas-Zentrale in Herzogenaurach

Das Corona-Virus ist unberechenbar. Europas größter Sportartikelkonzern klammert daher die Auswirkungen der Epidemie bei den Prognosen für 2020 aus.

Wie teuer Corona Adidas allerdings schon heute zu stehen kommt, zeigt der Rückgang des China-Geschäfts: Auf Basis der derzeitig vorliegenden Informationen geht Adidas davon aus, dass der Umsatz im ersten Quartal in China bis zu 1 Mrd. Euro unter dem Vorjahresniveau liegen wird.

Deutlich erfreulicher sind die Zahlen, die Adidas am Mittwoch für das vergangene Jahr präsentieren konnte: Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 6% auf 23,64 Mrd. Euro. In Euro betrug das Plus 7,9%. Besonders stark legte das D2C-Geschäft mit einem Plus von 18% zu. Damit erhöht sich der Umsatzanteil, den Adidas direkt mit den Konsumenten macht, auf ein Drittel (2018: 30%). Allein das E-Commerce-Business legte um 34% zu und steht mittlerweile für fast 3 Mrd. Euro. Dieses Tempo muss der Konzern auch 2020 hochhalten, um die oft zitierte 4 Mrd. Euro-Online-Marke bis 2020 tatsächlich zu erreichen.

Darüber hinaus konnte Adidas in allen Regionen zulegen, in der Region Asien-Pazifik und den Emerging Markets sogar zweistellig. Mit einem währungsbereinigten Plus von 3% ist Adidas auch in Europa wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Dieses Plus resultiert aber, anders als in allen anderen Regionen, vor allem aus dem Plus im Bereich Sport Performance. Der Sport Inspired-Part mit Originals, Y-3, Statement und Yeezy legte auf dem Heimatmarkt im niedrigen einstelligen Bereich zu, Sport Performance im mittleren einstelligen Bereich. Reebok verlor in Europa währungsbereinigt um 2%.

Ohne die noch nicht zuverlässig quantifizierbaren Auswirkungen des Coronavirus geht CEO Kasper Rorsted für 2020 von einem währungsbereinigten Anstieg von 6% bis 8% aus. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen werde sich voraussichtlich auf einen Wert zwischen 2,1 Mrd. und 2,16 Mrd. Euro erhöhen. Dies entspricht einem Anstieg um 10% bis 13% im Vergleich zum Vorjahr.

Der Kurs der Adidas-Aktie brach nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen um fast 10% ein.
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